Beiträge von Bonadea

    Was mich bei dieser Diskussion immer wieder stört ist, dass es sich leider nur auf wenige Faktoren einschießt.

    Wenn ein Hund bei höheren Temperaturen nicht mehr will oder kann, ist das für viele furchtbar schrecklich schlimm. (Und ich meine damit ausdrücklich nicht die Extremfälle, bei denen organische Einschränkungen die Atmung ab mehr als 15°C so erschweren, dass quasi keine körperliche Aktivität mehr möglich ist, die Tiere nicht ohne Röcheln atmen können oder einen Tubus toll finden.)

    Andererseits ist es mittlerweile für viele normal, dass ein Hund erstmal darauf trainiert werden muss, sich zu entspannen. Ruhig zu sein. Dafür werden sogar Boxen angeschafft, die Hunde weggesperrt, Wohnungen mit Gittern abgetrennt. Manche müssen lernen, nicht absolut alles in Sicht- und Geruchsweite zu fressen. Sich nicht selbst zu Tode zu rennen, weil Dosenöffner bei 30°C im Schatten halt 2 Stunden in der prallen Sonne Fahrradfahren will. Normal? Gesund? Für mich nicht. Sondern klares Zeichen für fehlenden Selbsterhaltungstrieb.

    Da hab ich lieber meine Hunde. Die bleiben stehen, wenn sie nicht mehr wollen oder können. Die hören auf zu fressen, wenn sie satt sind. Die schlafen, wenn sie müde sind. Und zeigen die Mittelkralle, wenn sie was doof finden.

    Hunde eben. Lebewesen eben. Lebewesen, die gesunde Instinkte haben und die auch durchsetzen. Und nicht nur Spielball sind und hinter dem Besitzer herhetzen, selbst wenn es sie das eigene Leben kostet.

    Da wirfst du jetzt aber einiges durcheinander.

    Was ist jetzt genau der Bogen zum Thema Qualzucht?!

    Zum Thema Wärme und Hitze generell - ich denke hier muss man doch ein wenig davon unterscheiden, ob ein Hund etwas leisten kann und will, oder ob es nicht leisten kann, aber eigentlich WILL, oder ob er es schlicht leisten kann, aber nicht will :P

    Bei uns ist es bei hohen Temperaturen leider definitiv ein nicht-können. Er nimmt sich dann auch wirklich selbst zurück, und das hat nichts mit nicht-wollen zutun, wenn ich es damit vergleiche, wie aktiv und ausdauernd er bei kühleren Temperaturen ist.

    Das ist das, was ich weiter oben schon ausdrücken wollte.

    Genau. Und das ist ja das was ich mit gestörter Thermoregulation meine. Und das darf so einfach nicht sein. Und deiner ist vermutlich noch eher von der fitteren Sorte.

    Zum Thema Wärme und Hitze generell - ich denke hier muss man doch ein wenig davon unterscheiden, ob ein Hund etwas leisten kann und will, oder ob es nicht leisten kann, aber eigentlich WILL, oder ob er es schlicht leisten kann, aber nicht will :P

    Das Wärmeempfinden ist auch bei uns Menschen sehr unterschiedlich. Ein Hund, der körperlich fit ist, aber keine Lust hat sich bei 30 Grad übermäßig zu bewegen ist doch vollkommen ok und gesund, im Gegenseatz zu einem, der wirklich an messbare Grenzen seiner physiologischen Thermoregulation kommt - und das bei minimaler Belastung.

    Ich kenne deine Hunde nicht. Aber du kannst mir gern ein Video mit Ton drehen, in Ruhe und gern in Belastung und dann können wir den "Fitnessstand" deiner Hunde gern diskutieren. falls du das willst.

    Aber darum ging es mir nicht. Sondern nur um deine Definition von dem was deiner Meinung nach "jeder Hund" schaffen soll, und was für dich schon in die Kategore "abverlangen" fällt.

    was meinst Du mit *in Belastung*? :denker:

    Hab hier mal eins vom Toben hochgeladen, da war mein kleiner vom Profilfoto 4 Monate :nicken:

    Damit meine ich den Vergleich von Hund in Ruhe (also ohne Aufregung, Spiel oder körperliche Betätigung) und dann nach 15-20 Minuten flotten Traben/Rennen. Spielvideos sind eher ungeegnet. Zudem wäre es interessant einen mindestens dreijährigen, ausgewachsenen Hund zu sehen, da Welpen/Junghunde, oftmals noch nicht oder noch nicht so stark betroffen sind von den Folgen der Brachycephalie. Das ist ja auch immer die Krux mit den ganzen "angeblich freiatmenden Frenchies und Bullies", die mit 1 noch recht fit und vital sind und dann plötzlich mit 2-3 Jahren aufwärts die typischen Probleme entwickeln.

    Hecheln an sich ist nicht schlimm aber hecheln mit Nebengeräuschen und in Kombination mit Bauchatmung ohne wirklich körperliche Belastung sind schlimm.

    Das möchte ich auch nochmal herausstellen.

    Ein Hund darf natürlich in/nach Belastung oder bei warmen Temperaturen "normal" hecheln.

    Ich kenne deine Hunde nicht. Aber du kannst mir gern ein Video mit Ton drehen, in Ruhe und gern in Belastung und dann können wir den "Fitnessstand" deiner Hunde gern diskutieren. falls du das willst.

    Aber darum ging es mir nicht. Sondern nur um deine Definition von dem was deiner Meinung nach "jeder Hund" schaffen soll, und was für dich schon in die Kategore "abverlangen" fällt.

    ich kenne eine Züchterin (natürlich nicht im FCI) die kreuzt Möpse mit Beagle... Genau aus dem Grund um die Nase wieder etwas länger zu bekommen.

    Sie hat mir letztens erzählt, dass der FCI wieder eine Prüfung bzgl Qualzucht hatte... Da müsste die Hunde 1 km gehen, danach wird Herzfrequenz und Atmung kontrolliert. Nach 10 min müssen die Werte wieder normal sein. Sie sagt, dass es lächerlich ist... Was ist schon 1 km für einen Hund

    Die 1 KM kommen dadurch zustande, weil der Besitzer oftmals nicht mehr schafft!!!

    Der Hund würde vermutlich mehr schaffen, aber da manche Züchter ja oftmals auch nimmer die Jüngsten oder schlankesten sind, fangen da die Probleme an ;)

    Ist das echt dein Ernst?!!!!

    :skeptisch:

    Meine Shelties schaffen das ebenfalls locker.

    Du hast nicht verstanden worum es geht.

    Es geht nicht darum, dass jeder Hund HÖCHSTLEISTUNGEN bringen muss, sondern dass jeder Hund - als Individuum - das Recht auf züchterisch kreierte körperliche Unversertheit hat und körperlich soweit fit sein solte, dass er unter "normalen Bedingungen" schmerzfrei und ungehindert laufen und atmen kann.

    "Abverlangt wozu sie nicht gezüchtet ist" - du findest es also absolut okay, wenn Hunde nicht in der Lage sind einige Kilometer am Stück zu laufen, oder bei Hitze an die Grenze ihrer eigenen Thermoregulation kommen?

    Wofür sind manche Hunde denn gezüchtet?

    Gerade bei Möpsen, geht es den Besitzern nicht nur ums Aussehen, im Gegenteil: Es geht ums Wesen.

    Und bei anderen Rassen auch. Beim Mops wird ja schon zurück gezüchtet. Das sollten die Verbände unterstützen.

    Und bei anderen "Qualzuchten" bzw. allen Rassezuchten ist es ähnlich, mit der Äußerlichkeit hat man auch auf Wesen gezüchtet.

    Die meisten Wesenszüge sind an ihre behinderte Anatomie gekoppelt.