Beiträge von Bonadea

    Also mit meinem kleinteil wären es 5km mit einem Tempo von 5-10 km/h (ernsthaft ?!). Jedoch steht da nichts von Zeiten in denen er dann wieder "erholt" sein soll um als bestanden durch zu gehen oder hab ich das überlesen?

    Das ist eine Richterentscheidung.

    Zitat


    Als nicht bestanden gilt die Prüfung, wenn die Hunde jegliches Temperament und die Ausdauervermissen lassen, außergewöhnliche Ermüdungserscheinungen zeigen und das vorgegebene Mindesttempo nicht durchhalten, sondern erheblich mehr Zeit verbrauchen.

    Zudem sollen die Hunde nach der Ausdauerprüfung noch eine kurze Unterordnung zeigen.

    Zitat


    Nach Beendigung der Laufübung haben auf Anweisung des Richters die Hundeführer mit ihren Hunden bei Fuß Aufstellung zu nehmen. Jeder Teilnehmer hat nach Aufruf mit seinem Hund Unterordnungsübungen entsprechend des Ausbildungsstandes zu zeigen. Die Übungen können an lockerer Leine gezeigt wer-den. Die Ausführungen dieser Übungen müssen nachden Bestimmungen der Begleithund-Prüfungsordnung geschehen.

    https://www.dvg-hundesport.de/file/8a8181e22…_01-04-2017.pdf

    Höchstzulassung 8 Jahre?! Schade! Ich habe - angestoßen an diese Diskussion - hier tatäschlich erwägt mit meiner 10,5 Jahre alten Sheltiehündin aus reinem Jux die Ausdauerprüfung abzulegen. Sie läuft sehr gerne am Rad. Dann muss vielleicht später das Junggemüse mal ran.


    Mal eine andere Frage. Einige sagen ja, das Tierschutzgesetz in D würde bereits Qualzucht verbieten und das sei eindeutig genug definiert. Wieviel Brachycephalie ist denn z.B. erlaubt und ab wann fällt die unters Tierschutzgesetz?

    Der entsprechende Paragraph ist sehr schwammig gehalten, genaue Kriterien gibt es nicht. Was im Grunde auch unmöglich wäre, da es Qualzuchten bei jeder Tierart gibt und im Grunde alles einzeln aufgelistet werden müsste.

    https://www.gesetze-im-internet.de/tierschg/__11b.html

    In den Niederlanden ist man daher einen Schritt weiter gegangen und definiert (soweit ich weiß erst mal nur für Hunde) genaue, messbare Kriterien, anhand derer dann objektiv beurteilt werden kann, ob ein Hund als QZ einzustufen ist.

    Ergänzend:

    Dazu wurde ein Qualzuchtgutachten erstellt.

    https://www.bmel.de/cae/servlet/co…0/Qualzucht.pdf

    Hi,

    bin ja noch recht neu hier und habe diesen Thread jetzt überflogen und länger überlegt, ob ich als Qualzuchthalterin etwas dazu schreibe.... Wie man an meinem Avatar sieht, habe ich neben meiner Bullydame noch einen Terriermix, kenne also den Unterschied.

    Die gesundheitlichen Probleme von Plattnasen will ich weder schön reden noch gut heißen, ich stimme zu 100% zu, dass hier an den Zuchtauflagen einiges geändert werden muss und die Nasen unbedingt länger werden müssen!

    Wogegen ich aber absolut bin ist die Zucht oder die Haltung dieser Rassen zu verbieten. Diese Rassen gibt es ja nun auch nicht erst seit gestern (Mops ca. 2.000 Jahre, den Frenchy seit ca. 200 Jahren, den Engländer seit dem 13. Jahrhundert), die Thematik mit den immer kürzeren Nasen und den dadurch bedingten gesundheitlichen Problemen tauchen aber erst in den letzten Jahren so vermehrt auf. Warum direkt einstampfen anstatt back to the roots? Das müsste doch gerade bei uns in Dland möglich sein mit den entsprechenden Auflagen. Wenn eine gesündere Form der Rasse wieder möglich ist, haben wir nicht das Recht, diese doch z.T. sehr alten Rassen einfach auszurotten.

    Back to the roots? Wie sieht denn ein Mops und ein Frenchie back to the roots aus?


    Die Probleme sind nicht erst "seit kurzem da" - sie werden erst "seit kurzem" wissenschaftlich aufgearbeitet und verbreitet. Die Tiermedizin entwickelt sich.


    Zitat

    Was mich auch nervt ist, dass alle Bullys und Möpse über einen Kamm geschert werden. Ja, die Problematik besteht und es ist eine Schande, röchelnde, grunzende und kollabierende Plattnasen zu sehen, dass treibt auch mir Pippi in die Augen. Auch wenn es jetzt evtl wieder heißt, das eine Halterin das schönreden möchte: nicht alle Bullys haben Atemprobleme oder sonstige gesundheitliche Probleme!! Ja, auch ich hatte einen Bully, der operiert werden musste, das gebe ich zu. Meinen ersten Bully habe ich noch ziemlich blauäugig und vor der "Modewelle" 2006 angeschafft. Mit 4 Wochen habe ich ihn ausgesucht, beide Elterntiere waren gesund, der Vater war sehr platt, die Mutter hatte eine schöne lange Nase. Die Tendenz, wo die Nase des Welpen hingeht, war in dem Alter noch nicht erkennbar. Ich dachte, es würde eine gesunde Mischung aus beiden werden. Falsch gedacht, er kam voll auf seinen Vater. Es kam, wie es kommen musste: mit knapp einem Jahr wurde das Gaumensegel gekürzt und die Nasenlöcher vergrößert. Nach der OP hatten wir nie wieder Probleme und Bully Jacques ging mit joggen, lief im moderatem Tempo am Rad mit, ging mit Inlinern und Walken. Er ist mit 11,5 Jahren an den Folgen des Cushing-Syndroms gestorben, 2,5 Jahre nach Diagnose.

    Da ist wieder DAS alles rechtfertigende Argument "nicht alle Bullys haben Atemprobleme oder sonstige gesundheitliche Probleme" - nicht alle? Aber wohl fast alle. In irgendeiner Form. Und wenn die "gesunden" Vertreter einer Rasse eher in der Unterzahl, als in der Überzahl sind - wie kann man dann guten Gewissens so eine Zucht ernsthaft rechtfertigen? Man nimmt behinderte Hunde in Kauf, weil ein paar sind ja gar nicht so schlimm dran.

    Ich finde das reichlich unfair den Hunden gegenüber, die dann leider das Pech hatten ...


    Sogar du schreibst, dass du schon einen operierten Bully hattest. Natürlich, nur eine Ausnahme. Findest du das etwa in Ordnung, dass man Hunde operieren muss, damit sie atmen können?!


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    Meine jetzige Hündin ist 5 Jahre, wir haben sie erst vor 3 Monaten übernommen, auch sie ist fit. Sie grunzt und schnorchelt nicht, geht mit joggen. Am Rad habe ich sie noch nicht mitgenommen, da ich Winterpause habe. Sie schnarcht manchmal, je nach dem wie sie liegt.

    Ich war und werde immer Bully-Liebhaber sein. Ja zum Teil wegen der Optik, aber auch auf Grund ihrer Art. Sie sind einzigartig, verhaltensoriginell, dickköpfig, Clowns, gut gelaunt, lernwillig (wenn sie Spaß daran haben), aber auch sehr eigenständig, verschmust, menschenbezogen, neugierig, freundlich. So sind zumindest die, die ich kenne. Hier wurde irgendwo geschrieben, dass sie oft nach vorne gehen, pöbeln und ärger suchen. Kann ich nicht bestätigen, kenne ich so nicht. Aber ich kenne auch keinen Bully persönlich, der so gravierende Atemprobleme hat, dass er kollabiert.

    Nicht jeder Bully kollabiert. Wenn man die Anzeichen aber kennt, dann sieht man so einge Dinge, die an der Atmung auch pathologisch sind.


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    Die ganze andere Diskussion rund um die Belastbarkeit der Qualzuchten finde ich zum größten Teil nicht haltbar. Denn m.E. werden hier Äpfel mit Birnen verglichen. Es wird vorausgesetzt, dass alle Hunde die gleichen Voraussetzungen haben. Dem ist aber nicht so. Es wird über Arbeitshunde, Gebrauchshunde und Begleithunde gesprochen, die nicht vergleichbar sind, vor allem nicht in ihren Leistungen. Man nehme uns Menschen. Wir haben ja zumindest körperlich rein theoretisch die gleichen körperlichen Voraussetzungen. Und sollten von daher alle in der Lage sein, sehr weite Strecken in einem guten Tempo zurückzulegen. Wie viele können das heute noch wirklich? Wieviel Übergewichtige gibt es, die nicht in der Lage sind, zumindest 5 oder 10 km am Stück zu laufen?

    Du vergleichst doch ebenso Äpfel und Birnen. Menschen sind keine Qualzucht. Niemand züchtet uns bewusst auf Merkmale hin. Und ein übergeiwchtiger Mensch kann abnehmen und sich sportlich betätigen und dann sehr wohl "über sich hinauswachsen".

    Das kann ein Hund mit BOAS nicht. Da kann man sich noch so auf den Kopf stellen.

    Und auch hier nochmal: niemand redet von Höchstleistungen, sondern von einem Standard körperlicher Unversertheit, dass einem Hund ermöglichen sollte ohne Schmerzen zu laufen und zu atmen und sich im Trab über eine gewisse Strecke fortbewegen zu können.

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    Aber unsere Hunde, die körperlich sehr unterschiedlich sind, die sollen das können. Der Vergleich hinkt vorne und hinten. Mein Terrier mag im Übrigen bei Temperaturen über 30 Grad auch keine ausschweifenden Spaziergänge mehr. Auch findet er stupides am Rad mitlaufen auch nur so semiprächtig. Ein paar Kilometer ist er sehr euphorisch, dann möchte er lieber wieder sein Ding machen.

    Ist doch in Ordnung für deinen Terrier. Aber er würde auch nicht in echte Lebensgefahr kommen, würde er sich trotzdem bei den Temperaturen bewegen.


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    Und ich persönlich mag bei über 30 Grad auch nicht mehr groß rumlaufen, Sport mache ich bei solchen Temperaturen auch nur noch morgens und abends, weil es einfach viel angenehmer ist. Spaziergänge um die 2 Stunden gibt es wenn überhaupt und nur selten mal am Wochenende. Nicht weil die Hunde nicht durchalten, sondern weil ich darauf keine Lust habe und mir auch zumindest unter der Woche die Zeit dafür fehlt. In der Regel laufen wir morgens ca. 45 min. und am Nachmittag 1 bis ca. 1,5 Stunden (das sind bei mir aber dann aber auch so 5 -7 km). Wenn wir joggen gehen, dann eine Stunde und 10 km. Das machen wir 3 x wöchentlich. Die restliche Bewegung, Spiel und Training gibt es im Garten.

    Das mache ich ähnlich und ist doch auch absolut ok. Niemand hat hier gesagt "los, geht alle nur noch bei über 30 Gad in der prallen Mittagshitze Gassi" ... wo steht das?!


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    Mein Terrier kam über die Exfreundin meines Freundes zu mir, es wäre nie der Hund gewesen, den ich mir ausgesucht hätte. Ich liebe den Kleinen über alles, es hat aber gedauert, bis wir zusammen gewachsen sind. Wenn ich die Wahl hätte, würde es aber immer ein Bully werden. Mein Kompromiss wegen der gesundheitlichen Aspekte und der ganzen dubiosen Vermehrer ist, dass bei mir kein Welpe mehr einzieht. Ich werde weder einen Züchter noch einen Vermehrer mit dem Kauf eines Welpen unterstützen. Da ich jedoch nicht auf einen Bully in meinem Leben verzichten möchte, gibt es nur noch gebrauchte, die auf der Suche nach einem neuen Zuhause sind. Falls ich doch nochmal im Leben einen Welpen haben möchte, dann nur von einem wirklich ausgewählten Züchter, der Wert auf die Gesundheit legt und dessen Hunde bereits wieder mit längerer Nase leben....

    Ja, das ist immerhin ein guter Kompromiss.

    Ich möchte weder angebrachte Kritik verharmlosen, noch relativieren - sondern den Begriff Qual(zucht) erweitern. Denn für mich ist es eben nicht nur die physische Seite - sondern insgesamt fragwürdige Selektion und die erzielten Extreme. Und ich denke ein bisschen mehr Bewusstsein darüber schadet niemandem. Auch wenn so manch einer einfach behaupten möchte: "Na aber die brachyzephalen Rassen sind schlimmer dran als mein Hund - ergo, geht es meinem Hund gut und er ist das Paradebeispiel für Gesundheit, weil er über seine Grenzen hinausgeht/bei 30°C im Schatten neben dem Fahrrad joggt etc pp."

    Nun ja, das ist aber doch genau das - relativieren. Ein Hund, der in der Lage ist bei 30 Grad am Fahrrad zu joggen, ohne dabei ernsthafte Probleme mit der Thermoregulation zu bekommen (es sei mal dahin gestellt, ob Joggen am Rad bei 30 Gad sinnvoll ist oder nicht) ist einfach besser dran, als ein brachycephaler Hund, der bei 30 Grad nicht mal 30 Minuten normales Gassi schafft ohne ganz ernsthafte Symptome von Überhitzung und Atemnot zu zeigen. Das ist Fakt. Was will man da bitte diskutieren?

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    Ich sehe auch potenzielle Qual"zucht" bei der beabsichtigten Verpaarung mancher Rassen, die einfach vollkommen gegensätzliche Charakteristika aufweisen und sich sehr wahrscheinlich lebenslang selbst im Weg stehen werden, ein vollkommen überdrehtes Wesen haben, bei denen erwartet werden muss, dass sich "negative" bzw. für das Wohlbefinden und die Gesundheit abträgliche Attribute ins Extreme steigern o.ä. Ebenso sehe ich Rassen problematisch, bei denen der angedachte Verwendungszweck über die Grenze der Selbsterhaltung und Gesundheit hinausgeht.

    Selbstverständlich sind manche Rassenmixe einfach hirnlos. Aber das ist keine gezielte Zucht und Selektion auf GEWÜNSCHTE Eigenschaften. QualZUCHT bedeutet die Förderung gewisser Merkmale, die nachweislich mit Qual verbunden sind.

    Und welche abträglichen Attribute steigern sich denn ins Extreme? Noch extremer als bei den Ausgangsrassen? Wohl kaum.


    Zitat

    Deswegen bin ich nicht gegen Gebrauchshunde. Zum einen die bedachte Auswahl von ihnen und zum anderen die bedachte Haltung von ihnen ist aber wichtig.

    Für mich ist das zumindest beginnende Qualzucht und wenn ich so außerhalb des Form ins reale Leben schaue.... Ich kenne durchaus Mops, FB und Chi, die ein stolzes Alter erreichen und lediglich im Sommer tagsüber seltener zu sehen aber ansonsten nicht eingeschränkt sind. Und ich kenne ziemlich viele andere "ach so gesunde und fitte Hunde", die bei jeder Temperatur Leistung bringen und dafür keinen Tag mal wirklich runterkommen und entspannt sind, sondern 365 Tage Stress haben, hibbeln, fiddeln, in einer Tour überdrehen oder keinen Spaziergang ohne Ausrasten überstehen, rennen bis zum Umfallen, sich den Bewegungsapparat oder die Zähne zerstören, Zwangsneurosen haben. Das mag teilweise an der Haltung und Führung liegen - klar, keine Frage. Es tritt dennoch bei einigen Rassen gehäuft auf.

    Du bist nicht gegen Gebrauchshunde, aber gegen Hunde, die extreme triebliche Anlagen mitbringen, die man eben gescheit managen muss. Also was nun? Das ist ein Widerspruch.

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    Inwiefern ist es denn anders, wenn ein Hund bei 25 oder 30°C+ eben keine Leistung mehr bringt? Oder nach x Stunden nicht mehr kann? Oder eben tagtäglich dazu gezwungen werden muss, dass er nicht immer drüber ist und das Hochtourprogramm absolviert, auch wenn er das vielleicht "WILL" und er anschließend bedenkliches Verhalten entwickelt oder dauerhaft frustriert ist.

    Ich will damit in keinster Weise abstreiten, dass körperliche Qualzuchten schlimm sind. Der Blick sollte aber meiner Meinung nach auch auf andere potenziell kritische Bereiche erweitert werden.

    Der erste Absatz ist doch einfach absurd. Halt dir doch bitte mal die Nase zu, geh 30 Minuten joggen und danach unterhalten wir uns gerne über den Unterscheid zwischen WOLLEN und KÖNNEN.

    Was definierst du mit x Stunden?

    Hunde sind Lebewesen. Seit Jahrtausenden auf unterschiedliche Aufgabenfelder spezialisiert und gezüchtet. Ihre trieblichen Anlagen sind unterschiedliuch stark ausgeprägt und müssen unterschiedlich trainiert und "befriedigt" werden. Das macht sie aber nicht zu seelischen Krüppeln. Das einzige was dazu imstande ist, ist das Ego des Menschen. Wer meint sich nen Leistungs Border oder den Sibirischen Husky an der Flex in der Innenstadt zu halten und seine eigenen Ansprüche dabei komplett überschätzt, dem ist eben nicht zu helfen. In dieser Form ist das Qual, ja. Aber durch eine fehlerhafte Haltung und nicht durch Zucht. Man muss da schon gut differenzieren, was der Auslöser der Qual ist. Die Hunde sind in der Lage ein komplett beschwerdefreies Leben ohne Einschränkungen zu führen, wenn die Haltung stimmt. Das geht mit "echten" Qualzuchten nicht.

    Was du anprangerst sind Lebensumstände, in die diese Hunde nicht passen.

    Sicherlich gibt es vereinzelt Hunde, die so ein verdammt schlechtes Nervenkostüm haben, dass man sich doch auch fragen muss, ob Zucht hier ein Faktor ist. Aber ich denke die Anzahl der Hunde, auf die das wirklich zutrifft und bei denen man Haltung, Sozialisation und Lerneffekte als negativen Faktor ausschließen kann, sodass am Ende nur noch "Genetik" über bleibt, die sind verschwindend gering.

    Der Klassiker sind tatsächlich die brachycephalen Hunde - die überhitzen, können sich nicht abkühlen, kriegen Panik, fahren noch weiter hoch, ein Teufelskreislauf ... die sind dann teilweise blau und haben eine Temperatur von über 40 Grad. Da geht dann oft nur noch sedieren, intubieren, abkühlen und warten bis die Körperfunktionen wieder "normal" sind und dann wachwerden lassen und hoffen, dass dabei alles glatt geht und sie nicht gleich wieder hochfahren, sobald der Tubus raus ist.

    Das ist so unglaublich schlimm, dass es einem die Tränen in dieAugen treibt.

    Ja. Aber wir Tierärzte haben ja alle keine Ahnung.

    Wir haben ja jetzt den ersten Hund mit RC aufgebaut. Mit Target Methode. Und ich finde auch, dass das aktuell für mich persönlich die beste Methode ist, grad für einen Anfänger (aber das ist sicher auch Geschmackssache und was einem selbst am meisten liegt). Wir haben uns online von Katariina Podlipnik coachen lassen, was ich wirklich nur wärmstens empfehlen kann.

    Das Verständnis für die Zone ist wirklich sehr, sehr gut.

    Man sollte aber den Trainingsaufwand wiklich nicht unterschätzen und der Zugang zu einem Steg mindestens 2mal die Woche sollte drin sein. Wir waren anfangs sicher teilweise noch viel öfter in der Woche da. Bis zu einem gewissen Teil kann man mit dem Target und einem Brett schon wirklich viel außerhalb des echten Steges machen, aber irgendwann kommt die Zeit und dann braucht man einfach eine Trainingsmöglichkeit.

    Es gibt diesen Spruch: "Yes, I train running contacts. Sometimes I do agility, too." - da steckt viel Wahrheit dahinter.

    Man braucht Zeit, einen Platz und einen langen Geduldsfaden xD ABER - es macht auch wirklich sauviel Spaß und ich kann mir nicht vorstellen, nochmal einen Hund mit gestoppten Zonen auszubilden.

    Das Video hab ich im Agithema schon gepostet, aber es passt hier gut hin.

    Aktueller Stand unserer RC auf Turnier von Jou und ihrem Wurfbruder, der bei einer Freundin lebt.

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    Bonadea

    Mich würde auch mal interessieren, welche Klientel im Sommer so in der Regel in den Praxen mit Hitzeschäden aufschlägt. Könnte mir vorstellen, ist durchmischt und bezieht sich überwiegend auf die Unvernunft der Halter.

    Hm, nö. Sind schon überwiegend Bulldoggen (ganz besonders Frenchies) und ab und zu mal "normale Hunde" mit (teilweise unerkannter) Larynxparalyse. Eher sehr selten "Normalo-Hunde", da muss ich euch leider enttäuschen.

    Sogar die ständig in den Medien propheizeiten Horroszenarios mit "Hund im Auto vergessen" haben wir eher selten. Damit hätte ich ja schon öfters gerechnet, alleine wegen den Temperaturen der letzten Jahre. Entweder, die sind dann schon tot und kommen gar nicht mehr bei uns an, oder die Leute haben es vorher gemerkt und die Hunde gar nicht mehr bei uns vorgestellt - das weiß ich nicht. Aber bei der Masse an Tieren, die bei uns durchgeht, wundere ich mich doch immer wieder, wie selten man die hat.

    Der Klassiker sind tatsächlich die brachycephalen Hunde - die überhitzen, können sich nicht abkühlen, kriegen Panik, fahren noch weiter hoch, ein Teufelskreislauf ... die sind dann teilweise blau und haben eine Temperatur von über 40 Grad. Da geht dann oft nur noch sedieren, intubieren, abkühlen und warten bis die Körperfunktionen wieder "normal" sind und dann wachwerden lassen und hoffen, dass dabei alles glatt geht und sie nicht gleich wieder hochfahren, sobald der Tubus raus ist.

    "Normalo-Hunde" mit Hitzeschäden zeigen eher mal Erbrechen, kurzes Torkeln, manchmal blutiger Durchfall. Und klar, wenn die so richtig überhitzt sind (über 41 Grad), dann sind die teilweise auch in Seitenlage (und in akuter Lebensgefahr). Aber wie gesagt, verhältnismäßig kommt das im Gegensatz zu den brachycephalen Hunden wirklich selten vor.

    Opfer der Hitze im Sommer sind zum allergrößten Teil Hunde mit BOAS, Herzpatienten und Larynxparalysen.

    Naja, da wird ja ziemlich schnell so jedes von uns gezüchtete Lebewesen zur Qualzucht.

    Ich finde diese Definition nach wie vor nicht zutreffend.


    Tiere sind Schutzbefohlene in unserer Obhut. Es ist unser Job dafür zu sorgen, dass sie sich nicht unbewusst oder bewusst in Gefahr bringen.

    Was sind denn Referenzwerte für gesunde Hunde hinsichtlich Atmung und Puls in Belastung und Ruhe? Sind diese 10 Minuten Zeit der normale Abstand um zu schauen ob ein Hund wieder auf "Normal" runter ist?

    Hängt natürlich von Größe und Gewicht ab.

    Normale Referenzwerte in Ruhe:

    großer Hund: 60-80 Herzschläge

    kleiner Hund: 80-120 Herzschläge

    Atmung 20-40 Atemzüge pro Minute


    In Belastung wird schwieriger, kommt halt auf die Intensität der Belastung, den Trainingszustand und die Außentemperatur an. Ich schätze aber einfach mal, dass sich bei einem gesunden Hund und unter normalen Temperaturen, abhängig von der zuvorigen Belastung nach ca. spätestens 10-20 Minuten wieder alles annähernd normalisiert haben sollte. Dazu gibts bestimmt Literatur und Studien. Müsste ich mal raussuchen.

    Wie siehts bei den Zughunden aus? Da gibts doch bestimmt Richtwerte und Check-Ups bei den Langstrecken? Vielleicht weiß das hier jemand.