Vor einiger Zeit (bevor ich in meinem Beruf wirklich gearbeitet habe), habe ich auch noch gesagt "jeder sollte ein Tier halten dürfen". Rein aus dem sozialen Aspekt heraus.
Diese Meinung habe ich mittlerweile komplett geändert. Also ich kann nur sagen, dass wirklich unfassbar viel Leid bei Tieren entsteht, weil die Leute nicht in der Lage sind eine vernünftige, tierärztliche Leistung abzusichern (oder dies nicht wollen, aber das ist eine andere Baustelle).
Leider, leider sind das auch ganz häufig Leute, die auch nicht nur ein Tier haben, sondern aus unerklärlichen Gründen dann einfach mal drei Hunde, vier Katzen und tausend Kleintiere anschaffen. Und wenn dann mal einer krank wird, was über einen einfachen Schnupfen und Krallenschneiden hinausgeht ... dann geht das Geheule los. Und dann soll man einschläfern "weil, das bringt ja eh nichts mehr." - ehm, doch. Gib ihm Medimanet xy und bezahle eine vernünftige Behandlung!
Super Beispiel sind auch immer die ganzen Frakturen von jungen Katzen, die aus dem Fenster gefallen sind oder Zwerghunde, die vom Arm fallen - OP kostet dann mal locker über 1000 Euro, aber das Tier ist danach halt auch wieder hergestellt. Unglaublich, dass Leute da wirklich eine Euthanasie vom Tierarzt fordern - mit zum Teil echt verrückten Argumentationen "ja, aber ich hab den ja erst zwei Tage" oder "eigentlich gehört der ja auch gar nicht mir" "Entschuldigen Sie, aber ich hab ne Wohnung und ein Auto zu bezahlen, wie stellen SIE sich das denn jetzt bitte vor?" 
Leute, die ihr Tier dann ans Tierheim abtreten, damit es behandelt werden kann, und dann holen sie sich das Tier später über "Freunde" wieder zurück und umgehen damit einfach mal ihre Verantwortung ihrem Tier gegenüber und lassen andere zahlen (nämlich das Tierheim, was nichts Besseres zutun hat, als für fremde Leute OP-Kosten zu tragen!).
Oder die zig Ebay-Welpen, die nach dem Kauf an ihrer Parvo verrecken (teures Lehrgeld mit zugegebenermaßen eher keinem happy end für alle Beteiligten)
Genau wie die trendige Qualzucht-Bulldogge, die halt so süß guckt, aber jetzt leider doch nur teures Diätfutter fressen kann, weil sie sich sonst blutig kratzt und furzt wie die Hölle, die erste Gaumensegel-OP benötigt und mit drei Jahren das erste mal ins CT muss, weil die Bandscheibe Samba tanzt. Wirklich ganz überraschend.
Oder einfach nur die armen Hunde, die immer gesund waren aber im Alter irgendwann chronisch erkranken und ein teures Medikament benötigen.
Das mag hart klingen.
Aber ich hab da schon viel erlebt, was mich wirklich absolut fassungslos macht. Leidtragend sind die Tiere. Nicht die Menschen. Mir war einfach vorher nicht bewusst, wie "naiv" und sorglos manche Menschen Tiere halten.
Es gibt natürlich auch viele Menschen, die wirklich ihr letztes Hemd geben für ihr Tier. Und auch Tierärzte sind Menschen und versuchen schon wirklich viel möglich zu machen. Wer will findet eine Lösung.
Niemand muss Millionär sein, aber eine Grundversorgung und zumindest ein "Notfallplan", sodass man in einer TK wenigstens in der Lage ist eine gewisse Summe anzuzahlen und den Rest in Raten abzustottern - das muss einfach irgendwie drin sein. Dem Tier zuliebe!!!
Versicherungen sind auch schon mal eine super Sache und meinen Erfahrungen nach wirklich schon mal eine riesen Erleichterung. Regelmäßig Geld zurücklegen. Rückhalt im Familienkreis. Irgendwas.
Aber ich gebe zu .... der Job hat mich wirklich desillusioniert.