Beiträge von Bonadea

    Naja der Hund ist halt klein und hat kurzes Fell, er ist anhänglich und verspielt das waren so die Kriterien.

    Gratis dazu bekommst dazu einen Hund mit Atemnotsyndrom, der evtl. schon früh operiert werden muss, damit er besser Luft bekommt. Bei warmen Wetter sind sie irgendwann gar nicht mehr gut belastbar. Anstrengung führt zum Kotzen und manche kollabieren.

    Dazu haben sie oft Probleme mit Allergien.

    Viele neigen zu Bandscheibenvorfällen.

    Viele neigen zu Problemem mit den Augen.

    Ihr solltet die Rassewahl gut überdenken. Und wenn jedes gute Argument euch nicht von der Rassewahl abhalten kann, dann rate ich euch sehr früh entsprechende Tierkrankenversicherungen abzuschließen. Denn mit einem Bully ist man sehr wahrscheinlich öfter beim Tierarzt, als einem lieb ist.

    Es gibt noch viele andere Rassen, die kurzharig, klein und verspielt sind ;-)

    Es liegen einfach Welten zwischen Schicksalsschlag und grober Fahrlässigkeit.

    Das möchte ich auch nochmal hervorheben.

    Leute, die einen Schicksalsschlag erleiden, stehen jedenfalls nicht mit verschränktem Armen in meinem Behandlungszimmer und betiteln mich als herzlose Schlampe, weil ich ihnen gerade erkläre, dass ihr 7 Wochen alter Rottiwelpen - aus einem Kofferraum gekauft - wohl an Parvo erkrankt ist und eine sehr teure und intensivmedizinische, stationäre Behandlung benötigt, die unter Umständen trotzdem eine sehr schlechte Prognose hat ...

    Die Spreu trennt sich da ziemlich schnell vom Weizen.

    Leute, die in schwierige Situationen gelangt sind, obwohl sie sich eigentlich doch viele Gedanken gemacht haben bei der Tierhaltung - das gibt es immer. Und es gibt für - fast - alles eine Lösung. Respekt und Ehrlichkeit gehört eben auch dazu. Meiner Erfahrung nach verhalten sich Menschen mit echten Schicksalsschlägen sehr respektvoll und fragen vorsichtig nach Lösungen, sind bereit auch Zugeständnisse zu machen und wirklich alle Hebel in Bewegung zu setzen.

    Wir haben recht viele finanziell schwach aufgestellte Kunden, die aber wirklich toll und verantwortungsbewusst "vorsorgen", mittels extra Tierkonto wo sie kleine Beträge monatlich einzahlen und viele Leute, die mittlerweile Tierkrankenversicherungen abschließen, die durchaus einen gewissen Rückhalt und Absicherung garantieren. Ich finde das toll. Und das zeigt ja, dass es durchaus geht. Auch ohne super reich zu sein!

    Man muss kein Großverdiener sein, aber man darf einfach nicht unterschätzen, wie schnell was passieren kann. Ein Unfall, ein Darmverschluss, eine Fraktur .... und zack, 2000 Euro weg.

    Plötzlich Epileptiker, herzkrank, Diabetes, Autoimmunerkrankungen, Atopiker .... zack - jeden Monate beträchtliche Summen für Medikamente und Diagnostik im Vorfeld weg.

    Das kann jederzeit passieren. Wie furchtbar und unerträglich ist einfach der Gedanke, dass man aufgrund einer finanziellen Situation sein Tier nicht behandeln kann, obwohl es eine adäquate Therapieoption gibt?

    Bzgl kostenlose Behandlung für Menschen mit geringen Mitteln, irgendwer zahlt das ja am Ende doch. Obs der TA aus seiner eigenen Kasse ist, ein Verein.

    Da ist dann auch die Frage wo ist die Grenze? Grundversorgung oder doch bis zu grösseren Ops? Dauermedikamtenation?

    Irgendwas, was andere Hundehalter die was mehr auf der Kante haben, aber auch nicht reich sind, sich bei der TK verschulden oder sogar ein Kleinkredit aufnehmen oder sich jeden Monat stark einschränken.

    Für die Tiere selbst, ja spende und zahle ich so was gerne, aber jmd seinen Egoismus mit zu finanzieren, weil er in einer Situtaion unbedingt ein Tier halten will, was er sich nicht leisten kann, dass will ich nicht zahlen.

    Das möchte ich tausend mal liken.

    Vor einiger Zeit (bevor ich in meinem Beruf wirklich gearbeitet habe), habe ich auch noch gesagt "jeder sollte ein Tier halten dürfen". Rein aus dem sozialen Aspekt heraus.

    Diese Meinung habe ich mittlerweile komplett geändert. Also ich kann nur sagen, dass wirklich unfassbar viel Leid bei Tieren entsteht, weil die Leute nicht in der Lage sind eine vernünftige, tierärztliche Leistung abzusichern (oder dies nicht wollen, aber das ist eine andere Baustelle).

    Leider, leider sind das auch ganz häufig Leute, die auch nicht nur ein Tier haben, sondern aus unerklärlichen Gründen dann einfach mal drei Hunde, vier Katzen und tausend Kleintiere anschaffen. Und wenn dann mal einer krank wird, was über einen einfachen Schnupfen und Krallenschneiden hinausgeht ... dann geht das Geheule los. Und dann soll man einschläfern "weil, das bringt ja eh nichts mehr." - ehm, doch. Gib ihm Medimanet xy und bezahle eine vernünftige Behandlung!

    Super Beispiel sind auch immer die ganzen Frakturen von jungen Katzen, die aus dem Fenster gefallen sind oder Zwerghunde, die vom Arm fallen - OP kostet dann mal locker über 1000 Euro, aber das Tier ist danach halt auch wieder hergestellt. Unglaublich, dass Leute da wirklich eine Euthanasie vom Tierarzt fordern - mit zum Teil echt verrückten Argumentationen "ja, aber ich hab den ja erst zwei Tage" oder "eigentlich gehört der ja auch gar nicht mir" "Entschuldigen Sie, aber ich hab ne Wohnung und ein Auto zu bezahlen, wie stellen SIE sich das denn jetzt bitte vor?" :skeptisch2:

    Leute, die ihr Tier dann ans Tierheim abtreten, damit es behandelt werden kann, und dann holen sie sich das Tier später über "Freunde" wieder zurück und umgehen damit einfach mal ihre Verantwortung ihrem Tier gegenüber und lassen andere zahlen (nämlich das Tierheim, was nichts Besseres zutun hat, als für fremde Leute OP-Kosten zu tragen!).

    Oder die zig Ebay-Welpen, die nach dem Kauf an ihrer Parvo verrecken (teures Lehrgeld mit zugegebenermaßen eher keinem happy end für alle Beteiligten)

    Genau wie die trendige Qualzucht-Bulldogge, die halt so süß guckt, aber jetzt leider doch nur teures Diätfutter fressen kann, weil sie sich sonst blutig kratzt und furzt wie die Hölle, die erste Gaumensegel-OP benötigt und mit drei Jahren das erste mal ins CT muss, weil die Bandscheibe Samba tanzt. Wirklich ganz überraschend.

    Oder einfach nur die armen Hunde, die immer gesund waren aber im Alter irgendwann chronisch erkranken und ein teures Medikament benötigen.

    Das mag hart klingen.

    Aber ich hab da schon viel erlebt, was mich wirklich absolut fassungslos macht. Leidtragend sind die Tiere. Nicht die Menschen. Mir war einfach vorher nicht bewusst, wie "naiv" und sorglos manche Menschen Tiere halten.

    Es gibt natürlich auch viele Menschen, die wirklich ihr letztes Hemd geben für ihr Tier. Und auch Tierärzte sind Menschen und versuchen schon wirklich viel möglich zu machen. Wer will findet eine Lösung.

    Niemand muss Millionär sein, aber eine Grundversorgung und zumindest ein "Notfallplan", sodass man in einer TK wenigstens in der Lage ist eine gewisse Summe anzuzahlen und den Rest in Raten abzustottern - das muss einfach irgendwie drin sein. Dem Tier zuliebe!!!

    Versicherungen sind auch schon mal eine super Sache und meinen Erfahrungen nach wirklich schon mal eine riesen Erleichterung. Regelmäßig Geld zurücklegen. Rückhalt im Familienkreis. Irgendwas.

    Aber ich gebe zu .... der Job hat mich wirklich desillusioniert.

    Eine Frage an die Tiermediziner hier im Forum (namentlich fällt mir gerade nur Bonadea ein :sweet: )

    Fynn müsste nach Ostern gegen Parainfluenza und Leptospirose geimpft werden. Kann man das gefahrlos schieben und wenn ja, wie lange? :hilfe:

    Wenn‘s nicht anders geht, geben wir ihn natürlich beim Tierarzt ab, aber wenn man ohne Risiko verschieben kann, würden wir eben noch etwas abwarten, ob bzw. bis sich die Coronalage entspannt hat.

    Kann man schon schieben.

    Parainfluenza ist eh nicht so wichtig, es sei denn Pension oder Huta verlangt das.

    Lepto ist Geschmackssache. Lepto hält halt auch bei Grundimmunisierung nicht länger als 1 Jahr.

    Genial!