Viele der "freiatmenden" Hunde höre ich schon, bevor sie meinen Behandlungsraum überhaupt betreten haben - und 2 Minuten später erzählt dir der Halter stolz, dass der eigene Hund total freiatmend ist. Daher denke ich leider auch, dass die Wahrnehmung und Gewöhnung mancher Besitzer sich von der Realtiät leider etwas unterscheidet ![]()
Beiträge von Bonadea
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Nachtrag zu meinem Beitrag:
Viele wähnen sich halt auch in falscher Sicherheit, wenn sie den Versprechen der "Züchter" in punkto "freiatmend" glauben.
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Es ist einfach eine so dermaßen unnötige Tierquälerei und die Leute KAPIEREN es einfach nicht. Es macht mich fertig. Man kann das wirklich schwer ertragen manchmal. Und die Besitzer sind einfach betriebsblind, oder einfach ... keine Ahnung ... manche heulen Krokodilstränen, manche wissen es einfach nicht besser oder es ist ihnen egal ... ich weiß es nicht.
Mich würde mal interessieren, was die Besitzer dann dazu sagen. Oder sprecht ihr mit denen nicht weiter über die Ursachen?
Also naja, im Umgang mit Patientenbesitzern ist schon ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Wenn mir da jemand morgens den Hund zur Narkose bringt für einen Einriff und bei Abgabe schon vor Sorge heult, dann sitze ich bestimmt nicht da und zeige ihm noch Videos von erstickenden Bulldoggen ... hier geht es ja um Menschen, die ihre Hunde - trotz der ziemlich bescheuerten Rassewahl - lieben. Das darf man nie vergessen.
Natürlich kläre ich auf und je nach Situation werde ich da auch sehr deutlich. Ich färbe da nichts schön.
Die Reaktionen sind gemischt. Manche sind einfach überrascht aber einsichtig, wenn man ihnen mal erklärt was sie da eigentlich für eine Großbaustelle haben. Manche versuchen die Schuld dann auf "den bösen Züchter" zu schieben, der ihnen das kranke Tier verkauft hat (den Zahn zieh ich den Leuten aber direkt, da sie nämlich mit ihrer Rassewahl ganz alleine verantwortlich sind!) und dann gibt es leider auch die, bei denen gar nix ankommt, und die dann einfach nicht mehr wieder kommen, weil der "böse Tierarzt ja die Fellnase nicht mag, nur weil es ein Bullie ist".
Ich hatte aber auch schon sehr konstruktive Gespräche und ich denke einige Halter, die mit ihren Tieren durch die Hölle gegangen sind - die haben genug Lehrgeld bezahlt und werden so eine Rasse nicht mehr kaufen. Viele informieren sich einfach nicht oder nur selektiv. Und manche sind einfach unbelehrbar und bleiben es auch, auch wenn die dritte FB in die Bandscheiben-OP geht. Man hat ja ne Versicherung und "das ist bei denen halt so".
Hauptargument bei allen Haltern, wenn man mal kritisch nachfragt warum es denn ausgerechnet SO ein Hud sein muss: "Sie haben so ein tolles Wesen!"
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Das kann ich mir wahrhaftig vorstellen.
Modell 'Hulk' lässt sich kaum festhalten, da kein Hals, kein garnix. Beans war zum Glück ein Lamm beim TA bzw. generell, bis auf sein Frustproblem was sich auch gerne mal in diesem schlimmen Schreien geäussert hat.
Aber wenn ich diese Augen-Sache lese oder vom blau anlaufen: Es schockiert mich wirklich dass das scheinbar öfter vorkommt...
Ähm ja!!! Nicht "öfter" ... "regelmäßig" !!!!!
Ich bilde mir das ja nicht ein und wenn ich mich hier auskotze, dann bestimmt nicht, weil es mir so viel Freude macht. Wirklich nicht!!!
Ich wohne auch offenbar in einer Region, wo der Frenchie extrem im Trend ist. Wir behandeln wirklich EXTREM viele davon.
In manchen Wochen haben wir locker 3-4 operierte Bandscheibenbullies gleichzeitig auf Station. Letzte Woche hatten wir JEDEN Tag einen für Gaumensegel und Nase da. Und was in der normalen Sprechstunde noch zur Tür reinkommt wegen diverser Augenwehwehchen und Kotzen/Durchfall/Haut würde hier den Rahmen sprengen.
Mein Handy quillt über vor Videoaufnahmen mit Bullies, die wir betreut haben. Sei es Bandscheibe, sei es BOAS (manche Fälle filme ich). Aber bis jetzt habe ich mich noch nie getraut, das Material mal öffentlich zu machen (außer mal vereinzelt auf Erste Hilfe Vorträgen). Manchmal würde ich aber gerne.
EDIT: Und das ist auch der Grund, wieso dieses Thema für mich manchmal wirklich ein rotes Tuch ist und mir manchmal die Tränen vor Wut in die Augen treibt. Es ist einfach eine so dermaßen unnötige Tierquälerei und die Leute KAPIEREN es einfach nicht. Es macht mich fertig. Man kann das wirklich schwer ertragen manchmal. Und die Besitzer sind einfach betriebsblind, oder einfach ... keine Ahnung ... manche heulen Krokodilstränen, manche wissen es einfach nicht besser oder es ist ihnen egal ... ich weiß es nicht. Aber eins weiß ich, für die Hunde ist es die pure Hölle.
EDIT2: und es muss sich niemand persönlich angegriffen fühlen. Darum geht es mir nicht. Mir geht es nicht um Haten, um Bashing, oder darum alles schlecht zu reden. Mir geht es um erster Linie um die Hunde.
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Ich wollte das Wort Arschkrampe nicht verwenden, damit mir nicht wieder vorgeworfen wird ich würde bashen oder haten oder was auch immer ... aber genau dieses Wort lag mir für einige Vertreter dieser Rasse auf der Zunge



Also teilweise gibt's da welche, die da echt abgehen ... ist jetzt im tiermedizinischen Kontext meist eher nicht so lustig, weil sie sich dann ja gern so aufregen, dass sie blau werden oder ein Auge rausfällt ... aber versuch mal so ein eskalierenden, tobenden Fleischklops (und schreien tun sie, das geht durch Mark und Bein, bellen können sie ja irgendwie nicht) zu fixieren, der dich grad zerlegen will und dabei kurz vorm Kollabieren ist. Total lustig ... nicht

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Ich finde auch der normale "Frenchie" ist ja schon kein wirklich softer Hund. Also ich habe da einige Leute in der Kundschaft, die da richtig kernige Teile haben, die sau viel Kraft haben und auch sehr griffig sein können - die sind zwar nicht alle super belastbar (also, das was ICH jetzt halt unter belastbar verstehe ....) - aber viele Leute sind damit trotzdem schon total überfordert. Die sind nicht unbedingt so easy going und werden oft zu Unrecht als Anfängerhund gehandelt.
Ich denke schon, dass einige Frenchies ganz anders ticken würden, wenn sie könnten, wie sie wollten. Da stecken teilweise richtig "triebige" Hunde dahinter. Halt oft einfach behindert durch ihre körperlichen Defizite.
Einkreuzung von (Bull)Terrier fände ich jetzt rein logisch gesehen da gar nicht sooo weit weg, ehrlich gesagt. Aber klar, in der Konsequenz würde das eben auch bedeuten, dass diese Hunde dann in einem "gesunden" Körper auch endlich das sind, was das Label verkauft: sportlich und aktiv und eben keine Schnarchnase, die bei 20 Grad schlapp macht und mit einer kurzen Runde zufrieden ist.
Für die Hunde selbst wäre das aber ein riesiger Gewinn. Ob die Zielgruppe der Halter dann noch passt, ist halt die Frage. Aber das wäre dann ehrlich gesagt ein Kollateralschaden, den - ich persönlich - ja lieber in Kauf nehmen würde ...
Aber das sage ich als Außenstehende. Bei mir wird auch niemals so ein Hund einziehen und ich würde es einfach begrüßen, wenn diese Hunde möglichst schnell weg kommen von diesem behinderten Körper ...
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Deswegen erscheint mir die Fremdrasseneinkreuzung auch so 'sympathisch'.
Das denke ich auch!
Und das betrifft nicht nur die Qualzuchtrassen und andere Projekte ... man müsste generell in der Rassehundezucht wieder viel offener für Fremdeinkreuzungen werden und generell mehr Toleranz bzgl. der Phänotypen zulassen.
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ich glaube nicht, daß dem VDH angeschlossene Vereine wirklich ein Interesse haben, etwas zum Positiven zu verändern:
Ach really? In dem Zusammenhand ging es um diesen Verein https://www.gesunde-bulldoggen.de/ konkreter um diese Videos https://www.jumpingfrenchbulldog.com/videos-zur-atmung/
Der einzige Kommentar dazu kam von Bonadea das man halt auch noch nicht langfristige wissen kann ob die besser aufgestellt sindWas man denen zu Gute halten muss, ist dass sie es halt immerhin versuchen und ja auch recht kostspielig untersuchen.
Für meinen Geschmack sind trotzdem viele der dort gezeigten Bullies immer noch zu extrem im Phänotyp, sodass ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen kann, dass sie wirklich alle freiatmend sind und/oder bleiben im Alter. Da habe ich zum Teil schon deutlich moderatere Typen auf dem Tisch gehabt, die leider BOAS entwickelt haben, deswegen wäre ich da etwas skeptisch.
Schaut man sich z.B. die Rüden an, die dort verlinkt sind:
https://www.gesunde-bulldoggen.de/zucht/rueden.html
dann sieht man auf fast JEDEM Röntgenbild immer noch deutlich ausgebildete Keilwirbel (Leeroy, Marley, Louis, Bela ... der Körperbau ist fast überall immer noch super gedrungen und der Fang ziemlich kurz).
Die Atmung der zwei Bulldoggen aus dem oben verlinkten Video sieht gut aus. Auch schöne offene Nasenlöcher. Der Fang sieht aber auch deutlich länger aus, als bei den Rüden in dem anderen Link.
Ich persönlich glaube einfach, man muss sich einfach von diesem sehr kompakten Phänotyp der Bulldoggen langfristig verabschieden, wenn man Gesundheit eben nicht nur als "Zufallsprodukt" generieren will, sondern es wirklich etablieren will.
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Uii toll
und dein Rocky hat für einen Frenchie einen echt tollen Schwanz! Die meisten haben ja nur so einen Stummel.Jupp, er ist halt anders, als die anderen...


Da wir nix genaues über die Herkunft wissen, wissen wir auch nicht, was bei ihm alles so mitgemischt hat. Deshalb schreibe ich immer den Mix mit Fragezeichen in Klammern dazu.
Es gibt aber Frenchies mit Rute. Manche mit ein bisschen mehr, manche tatsächlich auch mit längerer Rute.
Seine ist trotz Knick auch normal und voll beweglich, ich denke auch, dass das die Kommunikation erleichtert.
Und ansonsten Danke an die, die sich mit mir freuen.
Dachte, ich bring mal was Positives ein. Ich weiss, dass das in diesem Thread hier nicht gewünscht ist, aber einfach um zu zeigen, dass auch schon "kleine" Unterschiede in der Anatomie (nicht so gedrungener Körperbau, bessere Relation von Kopf zu Körper) was ausmachen können.Ich denke man weiß ja eh bei den meisten Frenchies nicht so wirklich, wie reinrassig die sind, die meisten werden ja ohne Papiere gezüchtet. Rocky hat auf jeden Fall schon mal ne Rute, die ihm da sicherlich einen Vorteil verschafft. Sieht man ja auch eher selten, aber zumindest mal hin und wieder.
Der andere hatte aber echt einfach nen langen Schwanz, kein Knick, gar nix. Hab ich vorher echt noch nie gesehen. Aber trotzdem einen ganz normalen Bullikörper. Da wäre auch mal interessant gewesen, wie die Eltern ausgesehen haben. War aber auch ein secondhand Hund, also über die Vorfahren nix bekannt.
Aber mich hat es einfach erstaunt zu sehen, wie sehr dieser Hund seine Rute "benutzt" hat und wie viel das plötzlich am Ausdruck geändert hat.
Und ich denke niemand hat etwas gegen "positive" Meldungen. Man ist doch um jeden Hund froh, dem es gut geht. Alles andere wäre einfach absurd.
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Ich hatte letztens auch einen Frenchie mit Schwanz da (war auch einer für Gaumensegel und Nase), der eine richtige Rute hatte. Also nicht nur so bisschen Rute, sondern richtig lang, bestimmt so lang wie von meinen Shelties! Das war so weird - aber irgendwie hat es dem Hund einfach direkt so viel mehr an Mimik und Ausdrucksweise gegeben. Das war der Wahnsinn. Auch wenn der Anblick echt ungewohnt war, so konnte man den Hund einfach viel besser lesen.