Beiträge von Bonadea

    Bonadea Kann man am Rö oder CT absehen, wie hoch die Gefahr für einen BSV ist?

    Und wenn ja, was kann man prophylaktisch tun?

    Gewicht halten, guter Muskelaufbau, Bewegung...Aber es gibt auch schlanke sportliche Menschen mit BSV. Wie sieht das bei den Bullys aus?

    Klar Gewicht und Belastung ist ein Faktor - aber leider keine Garantie.

    Ich habe sehr, sehr viele normalgewichtige und "sportliche=muskulöse" Bullys mit BSV im Klientel.

    Im Röntgen und CT kann man Anomalien an den Wirbelkörpern feststellen, die ja so gut wie alle Bullys in mehr oder weniger schlimmer Ausprägung haben. Wobei man schon gesehen hat, dass die BSV nicht unbedingt an den Stellen der Keilwirbel auftreten müssen. Sodass man wohl keine direkte Verbindung zwischen dem Ausmaß der Wirbeldeformationen und dem Risiko eines BSV herstellen kann. Wobei natürlich Missbildungen der Wirbelsäule grundsätzlich nicht ok sein sollten.

    Mein letzter Arbeitstag:

    2 Jahre alter Bully mit massiven Atemproblemen. Kam zur Gaumensegelkürzung und Nasenerweiterung. Kann im Sommer nicht mehr vor die Tür und konnte nicht einen Atemzug ohne massive Geräuschkulisse von sich geben. Luftröhre so eng, dass das Intubieren eine Kunst war.

    Bullypatient 2 am gleichen Tag: 6 Jahre alt, vor 2 Jahren bereits an der Bandscheibe operiert. Jetzt wieder akuter Bandscheibenvorfall. Konnte keinen Schritt mehr laufen vor Schmerzen und Qual, hat erstmal einen dicken Schmerztropf mit Morphinen bekommen, Novalgin, Metcam und dann CT und OP.

    Am gleichen Tag bei anderen Kollegen: noch einen Mops mit Bulbus ex (Auge raus, wegen nicht heilendem Defekt), einen weiteren Bully mit Bandscheibe und einen für Endoskopie Magendarmtrakt.

    Das Traurige? Das ist bei uns ganz normaler Alltag.


    Ich bleibe dabei. Diese Hunde quälen sich. Und zwar ausschließlich aufgrund ihrer Optik und dem egoistischem Willen, dass man unbedingt so einen Hund züchten und halten muss. Ein paar Ausnahmen, die 'weniger' leiden oder bei 20 Grad noch spazieren gehen können, können einfach keine Rechtfertigung für das große Leid dieser Rassen sein :( :

    - Vaginoskopie/Zystoskopie in Narkose zum Ausschluss irgendwelcher Polypen und Tumore (da würde mir eine reine vaginale Untersuchung nicht reichen)

    - Ultraschall Abdomen zum Ausschluss einer alten Stumpfpyometra (häufig bei "Auslands-kastrierten-TSZ-Hunden")

    - Abstrich

    - Anti-Müller-Hormon zur Bestimmung irgendeiner Rest-Ovar-Aktivität (wenn im TSZ unvollständig kastriert wurde)

    Ansonsten gibt es wie besprochen auch eine chronische Vaginitis durch zu früh kastrierte Junghundvaginitis und natürlich andere anatomische Probleme, die man eben nur schwer behandeln kann.

    Nun lasst ihr doch auch mal ein bisschen Zeit ...

    64 Seiten und auf JEDER Seite steht, was für unglaubliche Strapazen und Schwierigkeiten die Malihaltung mit sich bringt. Ich denke auch 20 weitere Seiten mit dem gleichen Inhalt werden jetzt nicht plötzlich etwas an der Situation ändern oder die Sicht der TE großartig ändern.

    Vielleicht sollten wir erstmal abwarten was das Treffen mit dem Trainer ergibt und wie sich Zelda die kommenden Tage einlebt.

    Also keine Ahnung ... ich fand hier gab es schon im DF-Zeitalter deutlich unreflektiertere und mehr "rosa-wendy-Ersthundehalter" als in diesem Fall ...

    Wenn man mal bedenkt, was der TE hier schon alles an den Kopf geschmissen wurde (geldgeil, dumm, unfähig, herzlos) finde ich es beachtlich, wie neutral und ehrlich und sie hier noch schreibt.

    Nirgendwo hab ich gelesen, dass die Entscheidung jetzt schon zu 100 Prozent feststeht, nur, dass sie es immerhin in Erwägung zieht, ob sie es vielleicht doch mit entsprechender Hilfe leisten kann. Und damit übernimmt sie in erster Linie Verantwortung für ihr eigenes Handeln!

    Klar ist das kein "netter Begleithund" - aber dass es unweigerlich in einer riesigen Katastrophe enden muss - ohne dass man den Hund und sie je mal live gesehen hätte - finde ich dann doch etwas zu schwarz gemalt. Ob das der passende Hund für sie istn - vermutlich nicht. Aber es gibt einen Haufen Leute da draußen, die mit einem unpassenden Hund rumlaufen.

    Und so einen Hund vermittelt man ja auch nicht "mal eben so".

    Sie hat hier viele hilfreiche Tipps und Anregungen bekommen und das ist wirklich großartig. Jetzt weiter mit der Keule draufzuhauen finde ich irgendwie unpassend. Es ist nicht die Entscheidung des Forums, was mit dem Hund passiert, sondern ganz allein ihre. Kann man kacke finden ... aber ist halt so.

    Wenn ich mir die ganzen Hundeanfänger-Threads hier durchlese, wo die Leute schon wegen ein bisschen Welpenpipi am Rad drehen, finde ich es legitim, dass die TE mit einem solchen Hundekaliber und 2500 Euro ärmer erstmal "dumm" da steht und überfordert ist - also ein bisschen Verständnis habe ich da schon. Klar, war halt auch einfach wirklich dumm. Aber das hat die TE ja eingesehen und offenbar haben ja auch die ersten Annäherungen zu Zelda stattgefunden.

    Manchmal kommt man eben wie die Jungfrau zum Kinde. Nicht optimal. Aber wenn man es WILL, dann kann es klappen. Man wächst mit seinen Aufgaben. Allerdings bedeutet das wohl für mehrere Jahre vermutlich einiges an Management, Lehrgeld und sicherlich auch viele, viele Nerven. Ob sie sich darauf einlassen will, ist die Frage - aber das kann nur sie alleine entscheiden - und nicht wir.

    Aber Verantwortung zu übernehmen, sich Hilfe zu suchen (und genau das hat sie ja getan und will es auch weiterhin tun) ist doch der erste sinnvolle Schritt.

    Und im Endeffekt kennen wir alle den Hund ja gar nicht.

    Liebe TE, egal wie du dich entscheidest - ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem weiteren Weg und vielleicht findest du hier ja gute Trainertipps oder eine Vermittlungshilfe.