Jegliche Paarung birgt die Möglichkeit von Defekten
Für die Zucht von Hunden einer Rasse ist also das Risiko eines auftretenden Gendefekts vergleichbar mit dem Risiko, das sich aus der Paarung zweier Braunbären in freier Natur ergibt? Das möchte ich doch arg bezweifeln.
Zucht ist ja genau das: ein aktives Steuern von Verpaarungen nach menschlichen Kriterien. Das beginnt bei optischen Vorlieben und zieht sich über praktische Aspekte wie zum Beispiel die limitierte Verfügbarkeit von Zuchttieren. Popular Sires, geschlossene Zuchtbücher, schlechte Datenlage bei Erkrankungen und/oder Auffälligkeiten, das sind ja alles vieldiskutierte Themen.
Bonadea hat es ja auch schon angesprochen, es wird oft viel zu langsam reagiert oder die Verbände mauern. Ich finde das außerordentlich schade, weil man sich dadurch erst in eine Misere steuert, um dann später festzustellen, dass es schwer oder gar unmöglich ist, den dadurch angerichteten Schaden wieder rückgängig zu machen.
Jein.
Da muss man halt schon etwas unterscheiden. Denn durch die Testung kannst du das Risiko durchaus senken! Und das tun die meisten Rassezuchtverbände ja auch.
Die Kritik an genetischem Flaschenhals, popular sire und geschlossenen Zuchtbüchern unterschreibe ich sofort. Aber man muss das trotzdem differenziert sehen.