Beiträge von storyboard

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    Ich hab nie n Hund geschlagen oder sowas, falls das gemeint ist...

    "Gemeint" war erst mal gar nichts, ich habe lediglich nachgefragt, um Missverständnisse zu vermeiden. Das bietet sich bei einer Formulierung wie "Dämpfer" sehr an. :)

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    Wenn der bei mir agressives Verhalten an den Tag gelegt hat (mit Leine irgendwo unterwegs) gabs n Dämpfer für ihn, irgendwann hatte er geschnallt " nich bei dem ", aber er war mir immer unheimlich weil er son Schisshase war.

    Was darf man sich denn unter diesem "Dämpfer" vorstellen? Was hast Du da genau gemacht?

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    Gesagt "nein, ist gut" nicht zu ruppig, ihn hinter mich gesetzt, ich stand dann also zwischen den Beiden, mich bei ihr entschuldigt, denn sie hatte Angst vor ihm in dem Moment und hat sich an die Pumpe gepackt, noch etwas geredet, damit er nicht denkt, daß er sie mit Erfolg vertrieben hat und dann langsam so als wenn nix wäre in den Wald gestiefelt.

    Halte ich für grundsätzlich okay, ich hätte mich aber dazwischen gestellt, ihn direkt angesehen, kurz "KSCH!" gesagt und mich dann vor ihm umgedreht, was ja in etwa dem entspricht, was Du auch getan hast. Nur etwas "knackiger". Sicher haben hier aber andere mehr Erfahrung und können noch etwas dazu sagen, was die Situation evtl. noch besser regeln könnte.

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    Ich gehe cool in die Situation, gere heute morgen noch, standen bei unserer nachbarin, alles fein, Hund halb neben mir, hat sie angeschnüffelt, wir haben geplaudert, ich erzähle noch, daß er immer freier wird, sie guckt ihn an, da bellt und knurrt er ...

    Und was hast Du dann gemacht?

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    Ich denke ich hab verstanden was gemeint war..Man muss dem Hund einfach begreiflich machen,wann es angebracht ist zu ,,beschützen"

    Wenn Du glaubst Schutz zu benötigen, solltest Du mit deinem Hund eine profesionelle Schutzhundeausbildung durchführen. Nur damit kannst Du, in natürlichen Grenzen, diese "Funktion" kontrollierbar machen.

    Allerdings sehe ich keine Veranlassung dazu. Wenn Du deinen Hund souverän und selbstsicher machst und ihn gut und ruhig führst, wird er dich die Situationen regeln lassen - in einem extremen Fall würde er ggf. von Natur aus schon eingreifen.

    Ich mag mich natürlich irren, aber so schätze ich das ein.

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    Danke schon mal für die Tips.Ich weiß nur leider nicht wie ich ihm das beibringen soll,dass alles ,,normal" und ungefährlich ist.iIch bin davon ausgegangen je öfter ich mit ihm diese Stresssituationen übe/durchgehe,desto normaler wird es für ihn.Auf einer Internetseite habe ich was von Calming Signals gelesen(beschwichtigungssignale) das gähnen zB in diesen Stresssituationen Hunde entspannen könnte.Was haltet ihr davon??Ich denke auch das er nicht begreift das er jetzt bleiben darf und nicht wieder abgeschoben wird.Ich überlege mir ob ich in einen Schäferhund Verein eintreten soll und mit ihm üben sollte.Aber ich in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit einem Verein gemacht.
    Lieber eine gemsichte Hundeschule?
    Es ist schon ziemlich schwierig,wenn man die Sozialisierung von Anfang man nicht mit machen konnte :(

    Dein Hund orientiert sich an dir. Wenn Du angespannt in eine Situation gehst, geht er ebenfalls angespannt in diese Situation. Bevor Du einem Hund glaubhaft machen kannst, dass es "okay" ist, musst Du auch selbst daran glauben und das meine ich nicht esoterisch. Sei einfach cool, wirklich cool, manage die Situation für euch beide.

    Calming Signals (Turid Rugaas) ist sehr gut. Das kann ich nur jedem empfehlen, am besten als DVD.

    Das Du die Sozialisierung deines Hundes nicht selbst erledigen konntest ist nicht problematisch, da dein Hund keine "schlimmen" Macken hat. Versuch einfach ein wenig nach meinen Tipps mit deinem Hund zu arbeiten und Du wirst schon in wenigen Wochen die Erfolge feststellen.

    Ein Hundetrainer / Hundeschule sind nie eine schlechte Idee, allerdings können die auch nicht machen, dass dein Hund dir mehr vertraut. Sowas braucht einfach auch Zeit. Von Vereinen halte ich persönlich, aus verschiedenen Gründen, nichts.

    DSH Bauer:

    Ohne deine zweifelsohne vorhandene Kompetenz in Sachen DSH anzweifeln zu wollen, denke ich, dass deine Hinweise hier nicht ganz der Problematik entsprechen. Es mag mir entgangen sein, aber die TS ist meiner Meinung nach keine erfahrene Hundehalterin und bei dem Hund handelt es sich nicht um einen Polizeihund. Ich halte es für wichtiger, dem Hund Vertrauen beizubringen und ihn überhaupt kontrollierbar zu machen.

    Abstufung von Schutztrieb und den Fähigkeiten eines Schäferhundes gehören in die Hände eines erfahrenen Hundeführers, der einen Arbeitshund für den Schutzdienst ausbildet. Sie gehören aber, meiner bescheidenen Meinung nach, mitnichten auf die Straße.

    Hallo Jeanne,

    ich glaube, man kann die von dir beschriebene Situation durch zwei "einfache" Dinge entschärfen: Ruhe und Sicherheit.

    Der Hund ist noch nicht lange bei dir und Du hast offenbar schon so einiges mit ihm geübt und versucht das Verhältnis zwischen euch aufzubauen. Das ist schön. Nun solltest Du ihm meiner Meinung nach ein etwas ruhigeres Umfeld bieten in dem er etwas "runter kommen" kann und in dem er vor allem Sicherheit gewinnt. Wenn Du mit einer ständigen Unsicherheit rumrennst, dass dein Hund bellen könnte, ist dieser allein deswegen schon unruhig, d.h. Du schaffst diese Situation zumindest mit. Die Unruhe und Unsicherheit überträgst Du mit auf deinen Hund.

    Versuch deinen Hund doch einfach mal aus diesen Stress-Situationen rauszunehmen, ihn runter kommen zu lassen und ihn dann Stück für Stück wieder "in den Alltag" zu integrieren. Es wird natürlich nicht einfach sein und bei manchen Dingen muss er einfach durch, aber wenn Du den Fokus darauf legst, wird das schon werden.

    Ausserdem braucht es seine Zeit, 3 Monate sind nicht so sehr lange für einen Hund, der schon 2 mal vermittelt wurde. Gib ihm etwas mehr Zeit.

    Zur Praxis:

    - Möglichst ruhige Gassi-Gebiete: Spiel und übe dort mit ihm, festige eure Bindung. Das er dir immer nachrennt ist nicht unbedingt "Ich lieb dich so sehr" sondern eher "Bitte lauf Du nicht auch noch weg". Schaff vertrauen, lern' deinen Hund besser kennen und erkenne, wie er tickt - Im Alltag ist das oft schwer.

    - Innenstadt erst einmal meiden, wenn möglich: Die Innenstadt ist DER HORRORSTRESS für einen Hund. Ich habe meinen Hund Schritt für Schritt an die Innenstadt gewöhnt und das über einen Zeitraum von einem Jahr und wenn ich länger unterwegs bin, nehme ich ihn trotzdem nicht mit.

    - Manage Stress-Situationen: Wird dein Hund angesprochen, nimm ihn zu dir/hinter dich und sage der Person, dass dein Hund das nicht mag. Bellt er, sagst Du einfach nur kurz "ksch" und machst aus der Situation kein Drama. Reagiere ruhig, vermittle deinem Hund das Gefühl, dass Du dich der Situation annimmst und das für euch beide regelst. Geh mit deinem Hund ruhig aus der Situation heraus und setze ihm dieser nicht länger als nötig aus. Regle es, wie wenn Du es für dein Kind regeln würdest.

    - Übe Leinenführigkeit: Es gibt hier im Forum einige Beiträge zur Leinenführigkeit. Ein Hund an der Leine zu haben ist vergleichbar damit ein Kind an der Hand zu nehmen. Der primäre Gedanke den dein Hund dabei haben sollte ist nicht "Ich bin angebunden" sondern "Ich werde beschützt".

    - Sozialisierung: Lasse deinen Hund kontrolliert mit anderen Hunden spielen, soziale Kontakte sind enorm wichtig. Wähle aber keinen Ort, an dem hunderttausend Hunde sind. Vermeide erst einmal Stress und sorge für eure eigene Bindung.

    Ich hoffe, das hilft dir erst einmal.

    Liebe Grüße

    storyboard