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Hallo ihr Lieben,
Da ich gerne den Hundeprofi schaue ob VIP oder normal und jetzt die neuen Folgen rausgekommen sind, hat mich ein Thema zum Nachdenken gebracht und wollte gerne eure Meinung dazu hören.
Immer wieder sieht man einen Fall wo ein unkrastrierter Rüde auf Martins Hundeplatz kommt der als hypersexuell aktiv eingstuft wird. Jedesmal kommt der selbe Rat von Martin, diesen zu krastrieren da sonst eine weitere Zusammenarbeit keinen Erfolg verspricht.
Ich denke das dies schon so ist, ein sexuell sehr motivierter Hund kann sich logischerweise schwer auf andere Sachen konzentrieren nur frage ich mich ob man diesen wirklich nicht anders therapieren kann? 
Gäbe es diese Möglichkeit nicht, wären doch alle unkastrierten Zuchtrüden gänzlich unerzogen.
Nur leider erfährt man über diese Trainingsmöglichkeit nichts.
Wie seht ihr das? Ich halte ehrlich gesagt viel von Rütter und ich kann seine Trainingsmethoden auch oftmals gut nachvollziehen nur frage ich mich seit längerem ob es wirklich keinen anderen weg als diese Kastration gibt?
Bin gespannt auf eure Antworten.
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Mein Hund ist diese Woche aus gesundheitlichen Gründen kastriert worden (Kurzfassung: chronische Nierenbeckenentzündung, Zyste an der vergrößerten Prostata, Probleme beim Kotabsatz). Er zeigte neben den körperlichen Symptomen ausserdem ein auffälliges Stressverhalten in Bezug auf seine Sexualität. Er ist nie abgehauen, aber z.B. stöberte er Hündinnen, kastrierte und gechipte Rüden auf und folgte deren Spuren bis ich abbrach, suchte sie am nächsten Tag aber wieder. Dadurch war er beim Spaziergang teilweise schwer ansprechbar. Außerdem schürfte er sich regelmäßig die Schnauze am Asphalt wund wenn er eine Spur verfolgte und hatte ein extremes Markierverhalten, das ich durch Erziehung nicht unter Kontrolle bringen konnte. Wenn er mit einer intakten Hündin, einem kastriertem oder gechiptem Rüden laufen durfte wich er diesen Hunden in der Regel nicht einen Millimeter von der Seite, auch über Stunden hinweg. Trotzdem würde ich dieses Verhalten noch nicht als hypersexuell bezeichnen. Immerhin konnte er klar denken solang keine sexuellen Reize auf ihn wirkten.
Ich bin kein Freund von unnötigen Operationen, aber ich stelle es mir sehr grausam vor wenn ein Hund seine Sexualität nicht ausleben darf wenn er es zwingend will. Und damit meine ich nicht die Situation wenn man alle paar Wochen mal einer läufigen Hündin begegnet (da würde wohl fast jeder Rüde wollen) sondern Situationen, die den Alltag beherrschen und mit denen der Hund täglich konfrontiert wird. Mein anderer Rüde ist nach wie vor intakt und zeigt kein auffälliges Verhalten und solang das der Fall ist bleibt er natürlich intakt.
Bei Rindern und Pferden ist das Kastrieren der männlichen Tieren fast schon Standard. Ich weiß nicht warum man sich im Hundebereich soviel Gedanken drüber macht. Wer den Eindruck hat dem Hund gehts nicht gut wenn er seine Sexualität nicht ausleben darf soll ihn kastrieren lassen. Man darf nur nicht den Fehler machen schlechten Gehorsam mit Hypersexualität zu verwechseln...