Beiträge von AnjaNeleTeam

    Ich halte es doch aus :???: Die meisten anderen die das kritisieren auch. Aber da es hier darum geht Färben zu diskutieren, kann man das ganze ja auch in Frage stellen und meiner Meinung nach auch, ob es angemessen ist dabei Freude zu haben und diese Freude über andere Überlegungen zu stellen.

    Ich kann ein stückweit nachvollziehen, dass es Spaß macht etwas oder jemanden anzumalen. Seine Kreativität ausleben, bunte Farben nutzen usw. Aber dann sollte man eben überlegen was hat das für Konsequenzen. Suggeriere ich meiner Umwelt, dass Hunde anmalen ok ist? Schädige ich evtl. doch Umwelt oder Hundehaut? Findet mein Hund das wirklich cool? Respektiere ich meinen Hund, wenn ich ihn bunt bemale? Ist es überhaupt mein gutes Recht meinen Hund für ein egoistisches "mir gefällts halt" dauerhaft optisch zu verändern? Was sind ganz allgemein Vor- und Nachteile?

    Je nach Einstellung kommt man dann offensichtlich zu unterschiedlichen Ergebnissen.

    Und das Thema ob es schadet: auch das ist anscheinend Ansichtssache.

    AnjaNeleTeam

    Farbe ist für Dich vermutlich nicht Sinn stiftend, bzw. missfällts Dir am Hund optisch eher. Geht mir nichtmal groß anders.

    Aber Farbe kann meiner Erfahrung nach für Andere Sinn stiftend sein. Gibt auch einige Studien dazu. Und damit kann sie eine Beziehung stärken. Ich muss das nicht teilen, um zumindest die Möglichkeit anzuerkennen, dass es woanders eine positive, für die Bindung förderliche Wirkung haben kann.

    Edit: Ich finde auch, dass Freude schon ein Sinn für sich ist.

    Meine Meinung ist ganz klar gegen färben, wie ich vielleicht so 1-2x hier im Thread geschrieben habe :D

    Welche Anderen meinst du? Leute die den Hund sehen? Beziehung stärken durch anmalen? Wäre mal ein interessanter Ansatz wenn Leute Probleme mit ihren Hunden haben :lol: Mal dir deinen Hund wie er dir gefällt, dann ists auch nicht mehr so schlimm wenn er die Wohnung auseinander nimmt :lol:

    Spaß beiseite, ich weiß schon wie du es meinst.

    Freude kann man aber bei so vielen anderen Dingen haben, die den Hund nicht veralbern oder optisch verändern obwohl nicht notwendig. Und ich denke niemand würde bestreiten, dass eine alleinige Freude übers Anmalen doch sehr bedenklich wäre.

    Es ist doch insgesamt im Leben so, dass man nicht alles machen kann und machen sollte was Freude macht.

    Finde ich dann aber ehrlich gesagt sehr schade, wenn es dafür das Färben braucht. Da gibt es doch zig andere sinnvollere Möglichkeiten seinem Hund Aufmerksamkeit zu schenken als ihn bunt anzumalen.

    Von einem Haarschnitt, damit die Zotteln ihn nicht stören, hat er ja einen Nutzen.

    Vielleicht. Vielleicht haben ihn die haare ja auch vor der Sonne geschützt oder verhindert das Dreck in die Augen geweht wurde.

    Und das ist halt was ich meine. NIEMAND von uns kann sich wirklich sicher sein, daß all das, was wir im besten wissen und gewissen Tun, unserem Hund WIRKLICH gut tut.

    Es können sich aber ALLE absolut sicher sein, dass Farbe absolut keinen Nutzen für den Hund hat.

    Also der Belgier hat auch nach unten rechts gezeigt um dem Hund zu signalisieren: komme in meine Richtung, aber schräg. Er hat quasi alle Möglichkeiten trainiert den Hund von dessen Standpunkt aus sternförmig zu schicken.

    Klar, back gehört zum Einweisen, aber ich sehs noch nicht vor mir. Ein schräges back könnte ich vielleicht brauchen, wenn der Hund vorher nicht dorthin gelaufen ist, wohin ich ihn geschickt hab. Aber wann sonst? Ich will den Hund doch zwar etwa auf den richtigen Ort, aber vor allem in den Wind schicken.

    Angenommen, er soll also schräg links laufen, warum nicht erst links und dann back, oder umgekehrt, je nach Wind?

    (Ich versuch, das genaue Problem zu verstehen, um dann über eine dafür passende Lösung nachzudenken.)

    Das Problem an diesem "rechteckigen" schicken ist, dass du dein Hund dafür sehr gut auf Blinds gehen können muss. Sonst schickst du ihn nämlich plötzlich ins Leere. Leo stand schon oft da, weil er die Line nicht ganz richtig ging und schaute mich fragend an, warum ich ihn jetzt nach links schicke. Da war ja überhaupt nichts. Man schickt den Hund auf einmal ganz woanders hin als beim Voran ursprünglich.

    Und das der Hund mal nicht die korrekte Line geht, weil da eine Verleitung ist o.Ä., das kommt einfach vor.

    Witzig ist, dass ein Belgier mal zu mir sagte, dass die Deutschen Hundeführer so "beschränkt" sind in ihren Möglichkeiten. Der Hund kann nur rechts, back und links, aber was ist mit vorne links oder vorne rechts? Ich glaub man kann den Hunden da schon eine große Variabilität lernen, man darf nur selbst nicht durcheinander kommen.

    Trainingsidee: ein Viereck denken. In die oberen zwei Ecken Dummies legen. Hund in der Mitte absetzen, etwas weggehen, entsprechende Körpersprache und nacheinander in die Ecken schicken. Nach und nach schwieriger gestalten und ein Dummy in gerader Linie back legen, aber nicht auf das Viereck, sondern weiter weg. Später dann auch mal rechts links Dummies hinlegen. Damit würde ich aber ziemlich lange warten, damit der Hund nicht unnötig verwirrt wird. Feste Geländepunkte würde ich als Hilfe nehmen.

    Eigentlich geht es genauso wie rechts/links/back schicken. Über Memories aufbauen und die jeweilige Körpersprache in Verbindung damit bringen.

    Ist allerdings nicht ganz leicht, weil doch ne ziemliche Verwechslungsgefahr besteht. Hilfreich ist es, wenn du keinen Arm hoch machst für Stopp, damit dein Hund nicht an so viele Optionen denken muss. Entweder ganz gerader Arm-> Back, oder gerader Arm, der dann auf 45° geht.

    Eine andere Theorie hab ich mal gehört, bei der ich aber nicht weiß ob ich sie passend erklären kann.

    Wenn der Hund nach schräg hinten rechts laufen soll, dann nimmst du den Arm nach rechts raus, wie beim rechts schicken, drehst dich aber so, dass deine Fingerspitzen Richtung Dummy zeigen. Du stehst dann also schräg zum Hund, Schulter und Arm bleibt in einer Linie wie sonst auch. Die Trainerin die uns das gezeigt hat, sagte, dass Hunde den Unterschied auch auf Entfernung noch gut wahrnehmen können und es für sie logisch ist. Bei ihrem Hund ist es dann aber z.B. auch mal passiert, dass er in ihre Richtung kam, quasi schräg "hier", weil sie ganz typisch nach rechts gezeigt hat und der HUnd ihren Fingerspitzen hinterher ist.

    Ich denke diese Möglichkeit ist also eher was für Hunde die von grundauf so trainiert werden, aber ich hatte das auch mal bei Leo ausprobiert und es klappte erstaunlich gut!

    Aber bei ihm klappte auch das klassische schräg back ziemlich gut ohne viel Üben. Das ergab sich einfach aus dem normalen Training, dass das für ihn logisch war.

    wir kommen gerade vom Gassi und natürlich habe ich viel über dieses Thema nachgedacht währenddessen. Und ich komme immer wieder zu dem Schluss, dass gefühlt alle anderen Menschen Der Farbe viel, viel, viel mehr Bedeutung zumessen wie ich selbst es tue. Was für mich zählt, sind so Momente wie heute. Wir waren in einer überschwemmten Wiese unterwegs, ich bin mit den Gummistiefeln fast in der Erde stecken geblieben, die Hunde sind dreckig und nass und müde und glücklich. Das ist das was ich sehe. Die Farbe, ist dabei nur ein winzig kleiner, unbedeutender Teil.

    Und ich weiß einfach nicht, warum so viele Menschen der Farbe so viel mehr Bedeutung bemessen.

    Warum wundert dich das? Du bist es halt gewohnt deine Tiere zu färben, sie mit farbigem Fell zu sehen. Logisch, dass dir das dann nicht mehr ins Auge springt. Außerdem bist du es eh in deinem Job gewohnt das tierische Äußere zu verändern. Du siehst das Ganze also schon deshalb aus anderen Augen.


    Und ich finde die Bedeutung der Farbe eigentlich ziemlich wurscht. Ob grün, lilablassblau oder Tigerstreifen finde ich vollkommen egal. Die Idee den Hund anzumalen, dass ist das was mich triggert.

    Mir wurde es auch gerade ganz anders als ich glaub persica geschrieben hat, dass sie ihren Hund schwarz färben würde. Ich finde die Vorstellung wirklich schlimm. Ich denke es liegt am unterschiedlichen Werteverständnis.

    Was das Argument "Natürlichkeit" angeht würd ich gern was los werden:

    Ich denke die meisten von uns versuchen der Natur des Hundes und seinen Bedürfnissen halbwegs gerecht zu werden. Wir sorgen dafür, dass unser Hund Auslauf hat, wir leinen ihn an, damit er nicht überfahren wird, wir ziehen ihn an, damit er nicht friert, wir suchen möglichst gesundes Futter, damit er lange lebt, wir scheren und pflegen ihn, damit er in seiner Wolle nicht erstickt, wir lasten ihn mit Nasenarbeit aus usw. Das alles tun wir, damit es dem Hund bei uns so gut wie möglich geht. Natürlich (haha) hat Hundehaltung, Zucht, Sport nicht wirklich viel mit Natur zu tun, trotzdem versuchen wir unsere Tiere artgerecht zu halten und ihre natürlichen Bedürfnissen zu berücksichtigen. Das ist denke ich das was mit diesem Argument gemeint ist.

    Ich glaube, wir haben unterschiedliche Definitionen von Natur, denn fast alle von dir aufgezählten Dinge haben in meinen Augen nichts mit Natur/Natürlichkeit zu tun, sondern mit der Sicherheit und oder dem Wohlergehen des Hundes.

    Natürlich wäre es meiner Meinung nach, wenn der Hund eben nicht angeleint wird und dabei eben das Risiko dafür trägt. Natürlich wäre es für mich ebenso, dass Rassen mit einem nicht funktionalen Fell schlechte Chancen in der Natur hätten. Das beste Futter zusammenzustellen/zu suchen ist für mich auch weit von der Natur entfernt.

    Die Definition von Natur finde ich dazu übrigens auch ganz interessant und deutet immer auf den fehlenden menschlichen Einfluss. Deshalb bin ich im Zusammenhang von Natur und Hund am Ehesten bei verwilderten Hunden oder Wildhunden, wobei sich gerade bei ersteren sicherlich auch darüber streiten lässt, wie stark der menschliche Einfluss auf diese ist. Aber alle von dir aufgezählten Punkte beinhalten die menschliche Hege und passen daher in meinen Augen einfach nicht zu dem Begriff Natur.

    Dann versuche ich es so zu erklären:

    aufgrund unserer gesellschaftlichen Situation ist es nicht möglich diese Natur die du beschreibst auszuleben, bzw. sie von seinem Hund ausleben zu lassen. Man versucht also innerhalb dieser Strukturen seinem Hund ein größtmögliches Maß an Natürlichkeit zu bieten, indem man sich mit dem beschäftigt was artgerecht ist und was die Bedürfnisse sind und diese im besten Wissen und gewissen umsetzt.

    Verständlicher was ich meinte?