Wie schon erwähnt, muss der Hund ein gutes Nervenkostüm haben um eure Reisen auch langfristig gut mitmachen zu können.
Das ist leider bei Hunden die eher schlecht aufgewachsen hat, nicht immer der Fall. Häufig wachsen sie ohne viele Reize auf, oder werden schon früh "falsch" geprägt.
Ich kann dir da zwei Beispiele aus unserer Familie nennen.
Meine Mutter hat eine Hündin aus Griechenland bei sich aufgenommen. Sie war ein Welpe von ca. 10 Wochen und trotzdem schon schwierig. Sie hatte Hunger gelitten, deswegen fraß sie alles was auch nur halbwegs was fressbares sein könnte. Nach einer Woche war bereits eine große Untersuchung notwendig, weil die kleine Maus einen Plastikdeckel verschluckt hatte.
Menschen und fremden Hund gegenüber war sie misstrauisch. Die Stubenreinheit klappt bis heute nicht zu 100% (sie ist jetzt 6 Jahre alt). Trotz viel Erziehung ist sie fernab davon ein Begleithund zu sein. Immer ist Management gefragt. Ändert sich etwas in ihrem Umfeld, reagiert sie sofort gestresst.
Also obwohl sie noch so klein war, war sie schon so geprägt, dass sie nie und nimmer zu euren Vorstellungen passen würde.
Dann habe ich noch einen Hund aus Ungarn. Der war allerdings kein Straßenhund, sondern ein Kettenhund. Bei ihm kristallisierte sich heraus, dass er depriviert war/ist. D.h. ohne ausreichend Reize aufgewachsen ist. Ebenso wie die Hündin meiner Mutter, kommt er nur schwer mit Veränderungen klar. Beim letzten Umzug war die Folge, dass er eine Bauchspeicheldrüsenentzündung bekam, weil er einfach furchtbar gestresst war durch die Veränderung.
Aber durch den Umzug habe ich erst gemerkt, wie untragbar eigentlich die vorherige Wohnsituation in der Stadt für ihn war. Hier treffen wir nun kaum Hunde und wenig andere Menschen und er ist super entspannt.
Er macht zwar Reisen gut mit, geht auch mit mir auf Ausstellungen, aber ich kann dann damit rechnen, dass er 1. furchtbar aufgeregt ist und die alten Baustellen (an der Leine pöbeln) eher auftreten, 2. Durchfall haben wir und evtl. morgens Erbrechen, 3. einige Tage nach dem Stress braucht um wieder runter zu kommen.
Auch er hätte ein gravierendes Problem mit eurem Lebensstil. Wahrscheinlich würde er es noch relativ gut mitmachen, aber Freude hätte er daran nicht und gesundheitlich würde man es irgendwann merken.
Ich würde an eurer Stelle sehr gut überlegen, ob ihr mit einer guten Tat wirklich dem Hund helft. Es gibt Straßenhunde die wirklich extrem anpassungsfähig und lieb sind, aber ich würde eher sagen, dass das die Ausnahme ist. Der Großteil hätte wahrscheinlich mit so einer großen Veränderung und dann einem unbeständigen Leben eher Probleme. Und auch Welpen sind da kein unbeschriebenes Blatt.
Ich würde auf Nummer sicher gehen wollen, dass der Hund eine gute Welpenstube hatte und eben die Nerven dazu mitbringt auch später häufige Ortswechsel mitzumachen.
Ihr seid eben auch Hundeanfänger und habt große Ansprüche an euren Hund. Das kann ziemlich nach hinten los gehen.