ich habe letzte Woche mit dem jahreskurs für den jagdschein begonnen und würde mich gern etwas austauschen. Passt das hier rein, oder lieber woanders?
Beiträge von AnjaNeleTeam
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Kannst du nicht einfach zwei Boxen aufstellen, Hunde rein, evtl noch zuhängen und gut?
Ich könnte mir vorstellen, dass sie anfangs evtl. trotzdem bellen, aber wenn sie dann wirklich konsequent ignoriert werden (es wird ja wohl kaum jemand die Box aufmachen und die Hunde streicheln wenn du daneben hockst), wird es wahrscheinlich besser. Dazu noch was leckeres zum Futtern geben.
Anfangs würde ich empfehlen früher ins Büro zu gehen, länger Pause zu machen und/oder später zu gehen, damit du ohne telefonieren zu müssen, einschreiten kannst, bis sie sich umgewöhnt haben.Erfahrungsgemäß sind die Hunde meist sehr erleichtert sich nicht kümmern zu müssen. Außerdem geht sowas wie durch bedrohlich schauen die Hunde aufzuregen so nicht.
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Wir haben auch mal die Würstchen getestet

Er kennt das schon, konnte auch mal Würstchen apportieren, aber nach der letzten Weihnachtsfeier, bei der er auch ein paar gefressen hat und das einfach lustig war, war ich nicht mehr sicher, ob er immer noch so brav hält. Aber das tägliche Haltefoto bringt halt schon was
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Das klingt nach zwei schönen Trainingstagen. Möchtest du den Namen des Trainers verraten?
Bei den Blinds bin ich auch etwas überfragt. Vielleicht würde es Sinn machen in der Zwischenzeit weniger Blinds zu trainieren, bis er mehr Sicherheit und Vertrauen hat?

Ja war wirklich schön :) Der Trainer heißt Thomas Leybold. Ich mag ihn wirklich gern als Trainer. Er ist unaufgeregt, ehrlich, macht pro Hund aufgaben und hat Tipps parat. Und bringt einfach nochmal andere Tipps mit ein.
Blinds übe ich eh nicht so oft, obwohl das natürlich langsam immer mehr wird. In der O hat man ja dann fast nur noch Blinds und auch in der F muss er das ja schon können. Zumindest bei kürzeren Distanzen.
Ich denke ich werde nur noch Blinds üben, wenn ich mir recht sicher bin, dass er es schafft. Also nicht zu lange Distanzen und/oder mit Geländehilfe und dann wieder langsam steigern.Zu den Blinds kann ich leider nichts beitragen, soweit sind wir ja nie gekommen und werden das wohl auch nie. Alleine für so Distanzen haben wir hier gar nicht den Platz :|
Zum Kommando: ich habe damals vor unserer Dummy A ein Seminar bei Betty Schwieren gemacht. Darauf hin habe ich komplett umgestellt und schicke seit dem nur noch mit einem Kommando (außer natürlich in die Suche). Für mich war das eine mega Erleichterung. Im Obedience merke ich aktuell auch, dass es Mozart leichter fällt, wenn ich ein Kommando für mehrere Sachen (die sich ähneln) nutze. Beim nächsten Hund würde ich auch bei einem Kommando zum schicken bleiben (auch wenn man bei dem einen oder anderen Richter einen Punktverlust in Kauf nehmen muss) und auch beim "Voran" bleiben. Dafür lieber ein anderes Suchen-Kommando.
Gibt ja einige, die nur mit einem Kommando schicken. Ist glaub ich vor allem in England verbreitet und hör ich hier auch immer öfter. Ich seh da auf jeden Fall die Vorteile, aber ich mag es auch wie es jetzt ist bei Leo und mir. Ich kann ihm z.B. sagen, wenn eine Markierung gefallen ist und ich ihn Voran und nicht Apport schicke, dass er dann definitiv was anderes holen muss.
Einen Punkteverlust sollte man da eigentlich nicht erwarten müssen. Ich kenne zumindest keinen Richter der für das "falsche" Kommando Punkte zieht. Eher, wenn du bei einer Einzelmarkierung die Richtung zeigst, aber ob du da jetzt apport oder voran schickst

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Zitrone werd ich auch mal ausprobieren :)
Aber erstmal wünschen wir euch einen fröhlichen Fasching!
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Ich will mal ein bisschen von den Trainings am Wochenende erzählen. Samstag waren wir in unserer Stammgruppe.
Leo hat wirklich sehr brav mitgearbeitet und wieder gezeigt, dass er toll markieren kann. Er hat aber auch gezeigt, dass er bei kompletten Blinds ohne irgendeinen Anhaltspunkt noch ziemlich unsicher ist. Bei Memorys, läuft er auch über 200m problemlos, aber bei Blinds fängt er meistens nach ca. 50-70m an unsicher zu werden. Entweder er fragt dann, oder er läuft irgendwohin wo er denkt da könnte was sein. Z.B. Richtung einer Verleitung. Er lässt sich dann von mir schon einweisen, aber schön ist halt anders. Auch meine Hand nimmt er nicht immer gut an, wieder dann wenn er unsicher ist und keinen Plan hat wo ich ihn hin haben möchte. Hat er eine Idee ist es gar kein Problem, aber wenn er keine hat, fängt er zu denken an und dann gehts meist schief
Sehr witzig war am Samstag, eine Situation am Zaun. Eine Markierung flog recht nah hinter den Zaun, der Helfer stand davor und wir standen ziemlich weit weg, ca. 100m. Wir sollten uns vorher überlegen ob wir den Hund unbedingt drüber haben wollen, oder ob wir ihn außen rum laufen lassen. Ich weiß, dass Leo kein Problem mit Zäunen hat und ich wollte ihn da hinten nicht rumhändeln, also entschied ich ihn einfach machen zu lassen. Er lief direkt hin, aber dann um den Zaun rum. Dahinter war er etwas verwirrt, guckte und lief dann wieder vor den Zaun und hüpfte rüber
Ich musste so lachen! Echt so eine Leo-Aktion
Wahrscheinlich hat ihn irritiert, dass ich nix sage obwohl die Aufgabe ja offensichtlich war über den Zaun zu hüpfen. Sehr niedlich 
Gestern hatten wir dann ein Training bei einem anderen Trainer, der nur ab und zu in der Gegend ist. Eine Züchterin von AL-Labbis organisiert das für ihre Welpenkäufer und ich darf mitmachen. Sehr coole Aufgaben hat er gestellt. Zum Schluss gabs auch einen WalkUp in zwei Reihen mit Rotation. Da ich überlege bei einem Mocktrail mitzumachen, fand ich das eine sehr gute Übung für uns. Leo war aufmerksam und lief brav Fuß.
Zum Schluss fragte ich ihn noch ob er Tipps hat für unser Problem mit den langen Blinds. Er meinte er würde die Distanz bei den Memorys vergrößern, damit Leo einfach mehr Strecke gewohnt ist und dann quasi erst später fragt oder unsicher wird.
Beim Annehmen der Hand, würde er mehrere Memory Punkte aufbauen (selbst die Strecke gehen, 2 Dummies auslegen, Hund einmal schicken, nächsten Punkt aufbauen) und zum Schluss bei ca. 4 Punkten durcheinander abarbeiten.
Ich werde beides mal ausprobieren.Habt ihr da noch Ideen was man machen könnte? Gerade bei den Blinds?
Achja und sehr spannend war dann noch dem Trainer zuzuschauen wie er mit seinem Hund zum Schluss noch 4 Blinds abgearbeitet hat. Wo die Schwierigkeiten sind und wie er darauf reagiert. Witzig war sein Voran-Befehl "Gangdano"

Ich hab dann echt überlegt ob mir auch so ein spezielles Wort einfallen würde. "Gehweida" war das einzige was halbwegs passen könnte, aber da müsste ich dann im Alltag aufpassen
Ich denke die meisten Hunde können ja ganz gut unterscheiden wer was sagt, Leo zum Beispiel reagiert gar nicht auf andere "Vorans" oder "Apport".
Wie ist das bei euch? Haltet ihr spezielle Kommandos für sinnvoll, wie würdet ihr euch evtl. beim nächsten Hund entscheiden? -
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Am Dienstag waren wir bei der Augenuntersuchung für eine gültige Zuchtzulassung

Die Bewohner waren ausgeflogen
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Externer Inhalt abload.deInhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.Spontan: mein Marmeladenbrot vom Frühstück. Er wollte es unbedingt haben und nachdem er eigentlich nie bettelt und insgesamt eher mäkelig ist, aber so süß geguckt hat, hat er es dann bekommen. Aber natürlich nicht ohne es vorher zu halten
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Ich schwimm jetzt mal gegen den Strom und behaupte, dass es nicht normal ist für einen Hund in dem Alter und in der Häufung.
Es ist allerdings typisch für Hunde mit traumatischer Vergangenheit. Man kann von denen nicht erwarten, dass sie nach einer kleinen Eingewöhnungszeit oder überhaupt ihre Vergangenheit vergessen und wie ein "normaler" Hund benehmen. Auch bei Welpen prägen solche Erfahrungen schon so sehr, dass sie den Rest des Hundelebens beeinflussen.Du hast da einen Hund, der von euch anscheinend wenig Grenzen bekommt und nun irgendwie klar kommen muss. Das überfordert und stresst.
Wichtig wäre, ein geregelter Tagesablauf und Struktur. D.h. immer ungefähr zur gleichen Zeit Futter, die gleichen Gassirunden und Rituale. Für einen eventuell deprivierten Hund kann das schon mal ein Zugewinn an Sicherheit und Entspannung bedeuten.Dann bin ich auch der Meinung, dass "nur positiv" für viele Hunde mit so einer Vorgeschichte schwierig ist. Auch diese Hunde brauchen einen Rahmen in dem sie sich bewegen können. Beim "nur positiv" kostet es allerdings einige Anstrengung für den Hund herauszufinden was erlaubt ist und was nicht.
Man kann mit Strafe solche Verhaltensweisen wie das Zerstören von Dingen sehr schnell abstellen. Dann hat man zwar noch immer nicht die Ursache behoben (ich vermute mal Stress aufgrund viel zu vieler Umwelteindrücke), aber kann mal durchatmen und hat eher einen Kopf dafür die wirklich guten Verhaltensweisen zu belohnen.
Man muss die "nur positive" Schiene schon sehr gut drauf haben um auch da Grenzen zu setzen und angemessen (!) zu belohnen, so dass es auch nachhaltig wirkt.
Ich würde dir empfehlen auch mal auf dein Bauchgefühl zu hören, dann entsteht auch nicht so viel Frust. Also wenn sie wieder etwas von deinen Sachen zerstört und du bekommst das mit, dann darf meiner Meinung nach auch mal ein lautes "Nein" sein und ein energisches Wegnehmen. Man kann dann ja ein Ersatzspieli anbieten.
Das heißt jetzt nicht, dass du nur noch strafen sollst, aber im richtigen Moment und in der richtigen Stärke kann es einem Hund helfen zu wissen, ok, das soll ich nicht.
Ich weiß ja nicht wie du das handhabst, aber wenn du jetzt beispielsweise hin gehst, wenn sie gerade etwas geklaut hat und ihr stattdessen ein Leckerli und ein Spieli im Tausch anbietest, hat sie dann gelernt, dass sie das was sie gerade hatte nicht nehmen darf? Nein und deswegen wird sie das wieder tun.Zum Abschluss noch: finde dich damit ab, dass dieser Hund mit größter Wahrscheinlichkeit nie ein problemloser Alltagsbegleiter sein wird. Schraube also deutlich deine Erwartungen runter und überlege gleichzeitig, was dir wirklich wichtig ist und was der HUnd können MUSS damit du mit diesem Hund glücklich werden kannst. Dabei geht es nicht um Kommandos wie Sitz und Platz, sondern um grundsätzliches wie Stubenreinheit oder Alleinebleiben. Wenn keine oder schlechte Aussichten darauf bestehen, dass dein Hund das mal erfüllen kann, dann würde ich ernsthaft überlegen, ob du die nächsten vielleicht 15 Jahre damit Leben kannst.
Ich packe mal meine Erfahrung mit Auslandshunden in einen Spoiler, sonst wirds etwas viel:
Spoiler anzeigen
Wir haben in der Familie aktuell 3 Auslandshunde. Ich habe einen ehemaligen Kettenhund aus Ungarn und meine Mutter zwei Hunde aus Griechenland. Beide waren noch Welpen als sie nach Deutschland gekommen sind.
Deine Erzählungen erinnern mich etwas an die Hündin meiner Mutter, deswegen möchte ich etwas von ihr schreiben. Die Hündin kam wiegesagt als Welpe direkt aus dem Ausland. Am Flughafen wurde sie abgeholt und zeigte sich schon ein paar Tage nach Ankunft auffällig. Dem wurde noch nicht so viel beigemessen, aber die Verhaltensweisen sind geblieben, trotz viel Training, vor allem positiv. So ist sie größtenteils unverträglich mit anderen Hunden. Hunde die sie kennt, kann sie akzeptieren und ignorieren, aber mehr passiert da selten. Sie kommt gut ohne andere Hunde zurecht. Desweiteren ist sie unsicher bei Menschen, was sich dann in ankläffen äußert, auch in angehen, aber ohne schnappen oder beißen. Im Grunde ist sie da eher ängstlich. Sie hat als Welpe alles gefressen, was ihr in den Weg kam. Einmal ist meiner Oma ein Milchdeckel (Tetrapack) runter gefallen, sie hat ihn sofort verschluckt und kam nur gerade so einer Notoperation davon. Die folgte aber später, als sie einen Textmarker fraß und weil der so unangenehm im Magen war, noch so eine Menge an Gras, dass sie einen Darmverschluss hatte. Sie ist auch nie wirklich stubenrein geworden. Sie ist nun 9 Jahre und muss nach wie vor 5-6x am Tag raus. Trotzdem geht bei Stress oder irgendwelchen anderen Gründen noch was ins Haus. Im Hundezimmer ist alles ausgelegt mit Inkontinenzunterlagen. Meine Mutter hat mit ihr viel trainiert in den ersten Jahren, alltagstauglich ist sie nicht wirklich geworden, trotz bestandenem Hundeführerschein. Man kann sie zwar managen, aber mehr auch nicht. Bei entgegen kommenden Fahrradfahrern muss nach wie vor ein großer Bogen gelaufen werden.
Inzwischen wurde sich mit den vielen Macken abgefunden und quasi der Alltag nach diesem Hund ausgerichtet. Alleinebleiben ist nur für 2,5h vormittags oder nachmittags möglich. Familienfeiern werden so ausgerichtet, dass es sich nicht mit den Gassizeiten überschneidet, oder man geht dann zwischendrin usw. Das hört sich alles schon extrem an und ich denke schon, dass man das in gewissem Maße auch anders händeln könnte, aber dafür wäre ein Aufwand nötig, der ebenfalls Stress bedeutet. Z.B. min. einmal wöchentlich in eine Stadt fahren, damit der Hund regelmäßig bestimmte Umweltreize hat und man so trainieren kann, aber ob das dann auch was für die heimischen Strecken bringt, ist ja nicht gesagt.
So wie es jetzt ist, ist es am wenigsten Stress für alle. Bloß keine Abweichungen im Alltag, dann geht alles gut und ansonsten muss man halt managen.Auch mein Mix aus Ungarn hat seine früheren Verhaltensweisen nicht abgelegt in den letzten 8 Jahren. Er kann nach wie vor keine unkastrierten Rüden leiden. Er kommt auch mit Veränderungen und Stress nicht gut klar. Trotzdem kann ich ihn inzwischen fast überallhin mitnehmen. Das liegt aber auch an unserem Alltag. Ich hab nicht die Wahl und muss ihn mitnehmen. So muss er notgedrungen bestimmte Reize aushalten. Er hat so viel gelernt, aber am liebsten ist ihm trotzdem wenn er seinen geregelten Alltag hat und keine großen Veränderungen sind.
Mit ihm habe ich einige Hundetrainer durch. Von den Wattebäuschen Werfern zu den Hardcore Trainern, aber keiner hat wirklich zu 100% geholfen. Von jedem konnte man was mitnehmen und lernen, aber schlussendlich war der Schlüssel: Erwartungen runter schrauben, den Hund so nehmen wie er ist, managen ohne viel Aufhebens und weiter.
Noch ein kurzes Beispiel, bevors endgültig zu lang wird: Er ist sehr leinenaggressiv. Als er ein halbes Jahr bei mir war hat er mich beim Pöbeln ins Bein gebissen. Er ist zwar klein, aber trotz Jeans blieb eine Narbe. Ich war damals total verzweifelt, enttäuscht und traurig und wollte unbedingt üben und trainieren, damit er das sein lässt. Die oben genannten Hundetrainer später, war das Problem nach wie vor da. Egal ob man Leckerli geworfen hat oder den Hund auf den Boden drückte, kam ein Feind, dann ging er ab, aber wie!
Irgendwann wars mir dann egal. Ich hatte für mich eine Strategie gefunden. Bein nicht in den Weg stellen und Hund weiter ziehen. Ist es zu eng, geht auch hochheben ganz gut.
Letztens war es dann wieder soweit, ich passte nicht auf, Janosch pöbelte und zwickte mich dabei ins Bein. Ich zog ihn weiter, ignorierte das und machte weiter wie vorher. Keine Aufregung, kein Schämen, weil er sich so aufführt, kein Stress. Ist auch keine Lösung und kein Trainingsweg, aber so geht es allen Beteiligten am Besten
Übrigens kommt Janosch auch viel besser mit einer klaren gerechtfertigten Ansage zurecht, als mit "nur positiv". -
Ich muss sagen ich finde die Anforderungen auch etwas komisch. Wenig greifbar und doch sehr subjektiv. Um zu verdeutlichen was ich meine. Ich hatte und habe bisher 3 Hunde. Eine Border Collie Mischlingshündin aus einem Ups-Wurf, einen Terriermischling aus dem Ausland mit schlechter Vergangenheit und einen Retriever (Curly Coated) aus guter Zucht.
Jeder Hund ist auf seine Art sehr sensibel und empathisch.
Die Hündin hat jede Gefühlsregung von mir beobachtet, hat Sachen wiederholt die ich lustig fand und hat unheimlich mitgelitten wenn es mir schlecht ging oder ich Stress hatte. Das ist nämlich die Kehrseite bei sehr sensiblen Hunden. Natürlich war es toll einen Hund zu haben, der auf leiseste Worte oder kleinste Fingerzeige reagiert hat, aber es war auch anstrengend, weil man sich dann selber immer 100% im Griff haben muss bzw. sollte. Ist aber nicht realistisch.
Der Terrier aus dem Tierschutz war anfangs ein harter Brocken. Ich dachte ja mit meinen tollen erzieherischen Kompetenzen (bin auch Sozialpädagogin und meine erste Hündin war ja genial), bekomm ich den auf jeden Fall hin. Tja, das war aber nix. Stattdessen hat er mir beigebracht auf was es ankommt. Er ist jetzt 8 Jahre bei mir, immer noch nicht leinenführig, kläfft nach wie vor andere Hunde an und wenn ich mein Bein blöd stelle wenn er pöbelt, dann kann es immer noch passieren, dass er mich beißt. Trotzdem ist er unglaublich sensibel, aber im Unterschied zu meiner früheren Hündin zeigt er mir die Mittelkralle wenn ich nicht aus seiner Sicht angemessen mit ihm umgehe. Er ist absolut ein Hund mit harter Schale und weichem Kern, was von vielen nicht verstanden wird. Mit den romantischen Vorstellungen die du so hast, würde er dich gnadenlos ausnutzen und damit wird keiner glücklich.
Der Retriever begleitet mich ins Jugendzentrum. Er bringt die nötige Wesensfestigkeit mit die es dafür braucht. Trotzdem ist er sensibel, auf eine andere Art als die anderen. Er merkt sich alles von dem wie eine Person mit ihm umgegangen ist und reagiert dementsprechend. Vom Körperlichen her ist er eher grobmotorisch und durch seine Größe kann das unangenehm sein. Hier ist man als Halter gefragt zu erziehen und es rechtzeitig in die richtigen Bahnen zu lenken. Er ist sehr aktiv, lustig und zu allem bereit und damit ein toller unkomplizierter Begleiter.Jeder dieser Hunde hat also seine sensiblen und intelligenten Seiten, wie wohl die meisten Hunde überhaupt.
Du solltest dir vielleicht eher überlegen was ihr bieten könnt und welcher Hund bei euch glücklich werden könnte.
Mein Terriermix kommt zum Beispiel durch seine Vergangenheit nicht gut mit Unregelmäßigkeiten und Stress klar. Immer wieder einen anderen Tagesablauf und laute Jugendliche mag er nicht. Du tust einem Hund aus dem Tierschutz also evtl. keinen großen Gefallen, wenn du ihn "rettest" und eingliedern willst.
Außerdem möchte ich noch anmerken, dass es nicht "den Retriever" gibt. Die sechs Rassen sind teilweise sehr unterschiedlich und dann gibt es auch zwischen den Linien nochmal große Unterschiede. Da gibts Labradore die "Showbomber" sind und welche die sensible Raketen sind.Von dem was du schreibst, könnte ich mir gut einen Pudel vorstellen, auch wenn ich die Anforderungen nach wie vor etwas komisch finde. Aber Pudel sind sehr anpassungsfähig und aktiv. Bitte keine Doodelei unterstützen.
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Distanz ist laut Google Maps ca. 150Meter