Beiträge von Jeanie

    Genau das ist es. Informieren ist das eine. Sich das alles so hinzureden, dass es doch absolut problemlos klappt ist das andere. Hier schreiben einige die schon viele Jahre Erfahrung in der Pferdehaltung haben und es wird absolut nicht drauf eingegangen.

    Fakt ist einfach, dass erst ein Pferd kaufen und dann Reiten lernen in den seltesten Fällen gut geht. In den Fällen in denen es gut geht steckt wahnsinnig viel Geld dahinter.

    Ich frag mich auch immer wie das im Studium klappt. Ich kann mir mit meinem Vollzeitjob gerade einmal den Hund leisten und in anbetracht dessen was er mich im letzten Jahr gekostet hat denke ich nicht einmal an einen Zweithund |) Vor einigen Jahren hatte ich angepeilt ein Pferd zu kaufen, bei dem ich allerdings nicht einmal hätte eine AKU machen können. Wenn ich jetzt überlege bin ich gottfroh dass ich kein Pferd gekauft habe und auch heute noch "nur" Reitbeteiligung bin.

    Alleine mit Stallmiete und Schmied wäre ich ja schon bei gut 350 € im Monat. Rücklagen müssen auch zwingend aufgefüllt werden. Also kann ich schon gut 450 € einplanen. Ach die Reitstunden... Ich zahle für sehr guten Unterricht zwischen 45 und 60 € die dreiviertel Stunde. Theoretisch würden zwei Stunden im Monat reichen um Vernünftigt weiter arbeiten zu können. Damit wären wir aber auch schon bei 550 €. Lass es mal ne Stunde mehr sein oder auch mal Beritt... Legen wir gut und gerne nochmal 100 € drauf. Bei günstigerem Unterricht nimmt man tendenziell ja auch mehr Stunden im Monat und somit kommts fast wieder aufs gleiche raus. Und dabei haben wir noch gar nicht dran gedacht, dass man noch Impfen lassen muss. Oder ggf. mal ne Wurmkur/Kotprobe gemacht wird. Sattler? Ostheo? Zahnarzt? Vielleicht besser nochmal 100 € zurücklegen.

    Klar muss das nicht so ausufern. Man kan auch mit 350 € hinkommen wenn man einen günstigen Stall nimmt, selbst mistet (machen wir zum Beispiel auch) usw. usf. Aber außernplanmäßig darf da eben auch nichts mehr anfallen. Pferd ist krank, muss eingedeckt werden. Huch... Decke kaputt gegangen. Ich glaube gerade als Anfänger hat man viele Kosten einfach gar nicht auf dem Schirm.

    Und da ist noch nichtmal ein Huster mit dabei. Als mein Pferd krank wurde haben wir in 3 Jahren knapp 4.000 € in ihn reingesteckt. Teilweise 120 € alle 14 Tage für Tabletten dauerhaft.

    Wir haben das auch gerade... Oh Cushing... Täglich eine Tablette á 2,00 €. Sind halt doch auf einmal monatlich 60 € mehr. Da kann man - und will man wohl auch gar nicht wenn man sieht wie die Tiere da stehen - nein sagen und kauft eben die nötigen Tabletten. Und mit 60 € ist die Besitzerin meiner Reitbeteiligung noch "günstig" dran.

    Man sollte wohl auch noch dazu sagen, dass die Basics in der Ausbildung der Pferde eigentlich grundsätzlich gleich sind. Ich fange weder mit der Piaffe, noch mit nem Sliding Stop an. Am Anfang ist es also prinzipiell erstmal egal, ob ich Klassisch/Englisch oder Western reiten lerne. Zügelunabhängiges, ausbalanciertes Reiten sollte man in beiden Sparten lernen. Auch puffe ich im englischen Reiten nicht permanent gegen den Pferdebauch - genau so wenig wie ich die Beine im Western wegstrecke um bloß das Pferd nicht zu berühren. Sowohl in beiden Reitweisen gibt es Situationen, in denen ich die Zügel lang lasse oder auch mal länger. Die Dinge die einen direkt in den Kopf kommen wenn man "Western" oder "Englisch" hört, kommen sowieso erst weitaus später. Selbiges trifft auf andere Reitweisen zu.

    Mir widerstrebt das auch irgendwie auf einem fremden Pferd reiten zu lernen. Ich meine als Hundehalter suche ich mir ja auch nicht einen Hund und absolviere mit diesem die BH Prüfung um mir hinterher einen anderen Hund zu holen. Da mache ich das ja auch mit meinem Hund zusammen. Genauso möchte ich mit meinem Pferd zusammen was machen/lernen und nicht mit einem fremden Pferd.

    Hunde und Pferde kann man leider nur sehr schwer vergleichen. Zudem: Reiten lernt man übrigens nur richtig auf vielen verschiedenen Pferden.

    Vielleicht solltest du dich auch mit den Reitweisen nochmal genauer auseinandersetzen.

    Allein bis man ein Pferd richtig longieren kann (und nicht nur dümmlich im Kreis hetzt- wobei nebenbei bemerkt- verdammt viel schief gehen kann bis hin zu totem Pferd!) dauert es JAHRE. Dann gibt es auch noch Pferde die da höchst unwillig sind und nicht mitarbeiten wollen.

    Beim richtigen Longieren hat man auch so irrsinnig viele Möglichkeiten das Pferd gnadenlos zu überfordern. Sitzt doch keiner drauf... Ich nutze das Longieren oft dafür, dem Pferd etwas näher zu bringen, wofür es unter dem Reiter noch nicht stark genug ist. Heißt aber auch, dass ich da maximal 20 Minuten mit dem Pferd arbeite. Da muss man wirklich erst ein Gefühl dafür bekommen wann ich mein Pferd fordere und wann ich es überfordere. Longieren ist halt "leichter" als Reiten... Da muss man sich selten so viel bewegen...

    Aber... wenn man jetzt z.B. so 60 Kilo wiegt - wirklich ohne 'dick' zu sein... ist das dann auch schon zuviel?! O_o

    60 Kg sind absolut okay. Ich halte auch 75 kg noch für absolut okay - sofern man kein kleines, schmales DRP unter sich hat. Nur irgendwo muss man die Grenze ziehen. Für viele Menschen gibt es entsprechend passende Pferde - ist eine bestimmte Grenze überschritten gibt es aber kein passendes Pferd mehr.

    Das lernt man aber nicht mal eben in einem halben Jahr wenn man (wie die TE scheinbar) blutiger Anfänger ist.

    Dazu kommt, dass langsames Reiten - da gehe ich jetzt mal vom Schritt aus - die schwerste Gangart ist. Der Schritt ist sehr viel schneller kaputt als Trab und Galopp. Einmal kaputt ist es für einen Anfänger gerade zu unmöglich da irgendetwas zu korrigieren.

    Es gibt übrigens auch gute Reitschulen mit gut ausgebildeten Pferden, die regelmäßig im Beritt gehen. Dass diese Reitschulen auf das Gewicht der Reitschüler achten halte ich für absolut richtig und zeugt von Kompetenz. Diese Pferde leisten sehr viel. Da wird auf die Pferde geachtet. Von unseriösen Hinterhofreitschulen mal ganz abgesehen... Ich kenne übrigens keine gestörten Schulpferde. Mit der Einstellung lass es besser einfach bleiben...

    Ich bin momentan auch auf der Suche. Aktuell stellt sich die Frage ob ich zu meinem Freund ziehe, wir zusammen bei mir in die Gegend oder ich erstmal alleine bei mir in die Gegend. Ich wohne ja noch zu Hause. Ich bin noch am Anfang der Suche und schon leicht am verzweifeln :tropf:

    Alleine kann ich natürlich keine 600 € warm zahlen, dazu der Hund. Er ist zwar kaum alleine zu Hause da er mit in die Arbeit geht, aber ganz verhindern kann mans ja auch nicht. Am 02.05. bin ich bei einer Besichtigung, allerdings sind da noch mehrere Interessenten. Da stehen meine Chancen wieder nicht so grandios gut. Sobald da jemand ohne Hund kommt oder eventuell ein Päärchen... Naja, wir werdens sehen. Die Wohnung wäre so schön und da nur ein Dorf weiter halt genau die Lage die ich mir Wünsche. Pampa pur. |)