Beiträge von McChris

    Ich hab jetzt nur kurz durchgeskippt.

    Leinenführigkeit ist mega-wichtig. Man hat auch im Alltagsbetrieb mal mehrere Hunde dieses Kalibers zugleich an der Leine, da muss das sitzen.

    Und eine gute Leinenführigkeit in allen Lebenslagen hilft auch durch ungewohnte Situationen.

    So einen Parcours muss man nicht unbedingt machen, aber es ist eine gute Handling-Übung und die Hunde müssen ja auch lernen lernen dürfen.

    Meine waren als Welpen auch ausserhalb der Herde unterwegs, am Wolfsgarten mit Besuchern, am Wanderparkplatz, im Wald, am Supermarktparkplatz, aussen am Kinderspielplatz.

    Komisch, bei uns sind die grossen Brennnesseln ganz leicht auszurotten, wir müssen wiklich immer genau gucken, dass ein guter teil stehen bleibt.

    Aber anfangs vor 20 jahren dachte ich auch, die bekommt man nicht loss. Meterlange dicke Wurzeln.

    Komisch, alles verändert sich.

    Das wird am Boden liegen.

    Brennnesseln sind nun mal Stickstoff-Zeiger und brauchen den auch.

    Hier wachsen sie auch bloss am Kompost und an der Böschung unterhalb von den Hochbeeten.

    Wenn ich meinen Festmist auf dem Grünland zwischenlagere, damit meine fleissigen Mitarbeiter daraus Wurmkompost machen, wachsen an der Stelle für 2 Jahre Brennnesseln (und Ampfer) und das wars dann.

    Wenn ich die Wahl habe, nehme ich lieber einen Sommerwelpen.

    Nicht aus hündischen Gründen, sondern ganz einfach deshalb, weil ich lieber mit einem Kaffeebecher im Gras sitze, als im Schnee.

    HSH haben aber keine Drückjagdsaison wo ein Ausfall von vielen Hunden über mehrere Wochen problematisch ist. Genauso wenig gibt es zu erfüllende Abschusspläne.

    Das ist aber jetzt ein unpassendes Argument.

    HSH haben IMMER Saison, jeder HSH, der verletzungsbedingt ausfällt, macht einen Wolfsübergriff wahrscheinlicher. In der Herdenschutzbranche sind solche Ausfälle nun auch kein Killefit.

    Ich habe die HSH als Beispiel angeführt, weil sie in ähnlichen landschaftlichen Bedingungen arbeiten, wie sie hier für Jagdhunde als Grund zum Ruten-Kupieren genannt werden.

    Und die Taubnesseln werden von den ersten Bienen und Humeln geliebt.

    Hier sinds auch in der Hauptsache Wildpflanzen, die früh blühen und den umherrschwirrenden Brummsummseln Nahrung liefern.

    Überall auf dem Grünland sind Gänseblümchen, die quasi immer blühen, Taubnesseln, Scharbockskraut, Huflattich.

    Dazu zahlreiche Haselnüsse, Kornelkirschen und Salweiden als Büsche und Bäume.

    Nun wird aber mit 3 Tagen kupiert und du kannst doch gar nicht wissen wo ein Hund im laufe seines Lebens überall arbeiten muss.


    Ich bin mir sicher, dass die jagdliche Ausnahme nicht so mir nichts dir nichts entschieden wurde.

    Aber auch die jagdliche Ausnahme gilt lt. Gesetzestext nur für den Einzelfall. Das beisst sich mit dem Kupieren ganzer Würfe und dem Kupieren quasi standardmäßig:


    (1) Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres. Das Verbot gilt nicht, wenn

    1.der Eingriff im Einzelfall

    a)nach tierärztlicher Indikation geboten ist oder

    b)bei jagdlich zu führenden Hunden für die vorgesehene Nutzung des Tieres unerläßlich ist und tierärztliche Bedenken nicht entgegenstehen,

    HSH arbeiten ja durchaus auch in schwierigem Gelände, also sowas wie Dickicht, Brombeergestrüpp und umgestürzte Bäume, wo sie kreuz und quer durchmüssen, ich wüßte nicht, dass es da eine besondere Häufung von Rutenverletzungen gibt. Auch nicht bei kurzhaarigen HSH-Rassen.


    Ich bin auf jeden Fall der Meinung, dass man das standardmäßige Kupieren der Ruten kritisch sehen und die Unerlässlichkeit des Kupierens in Frage stellen darf, vor allem, solange es überhaupt keine verlässlichen Daten darüber gibt, wieviele, noch dazu schwerwiegende, Rutenverletzungen beim jagdlichen Einsatz passieren.