Beiträge von McChris

    Eine funktionelle Forstwirtschaft hält ja auch die Waage zwischen nachwachsenden Bäumen und der Entnahme. Wenn nicht grad der Borkenkäfer extrem zugeschlagen hat, ists ja nicht so, dass man alle 80-jährigen Fichten zugleich fällt und dann wieder 80 Jahre warten müsste.

    Ich finds aber auch richtig und wichtig, umzudenken und nach guten Lösungen zu suchen. Würde mir aber wünschen, dass das Heizen mit Holz grundsätzlich als Möglichkeit bleibt, halt in verbesserter Weise, z. B. mit Filteranlagen, schnellwachsenden Energiehölzern, der Kombination mit Agroforstsystemen, Kurzumtriebssystemen, Ernährungswäldern, Mischwäldern und all sowas. Auch ein "ich heize mit Holz-Sachkundenachweis" wäre wünschenswert, beim Heizen mit Holz kann man viele umweltschädliche Fehler machen und viele machen sie, da besteht mit Sicherheit noch Aufklärungsbedarf.

    Auf meine Zicke, einen Wamsler-Küchenofen würde ich tatsächlich weit mehr als "ungern" verzichten wollen. Schafft dieser Ofen uns doch die Möglichkeit, bei Stromausfällen Heizen und Kochen zu können.

    Nun verrate mir doch mal, woher Du Deine Erfahrung hast?

    Hast Du einen HSH oder kann ich Deine Meinung ignorieren?

    Ich sags mal so - sie ist die Hundetrainerin, die ICH anrufe, wenn ich bzgl. meiner Hunde Fragen habe.....oder die Einschätzung eines Verhaltens brauche oder oder oder und die eine TS-Hündin für mich angesehen hat, ob die hierher passen könnte. Jemand, dessen Beiträge Gold wert sind.

    Versuch bitte, die Beiträge hier nicht als "Du machst alles falsch und hast keine Ahnung" zu interpretieren. Erstens stimmt das nicht und zweitens gehts darum überhaupt nicht.

    Es geht um ganz typische Probleme, die mit jungen HSH entstehen können (die gibts übrigens auch im Herdenschutz, nur sinds da andere), es geht darum, dass man nicht jeden Fehler (den man in 10 Jahren dann Erfahrung nennen kann) selbst machen muss und es geht auch darum, Schaden von anderen abzuwenden.

    Bezüglich dem Melder Dasein ist es so, dass Balu ein fremdes Objekt sieht und heftig bellend am Fenster steht.

    Wenn ich dann zur Kontrolle komme, bin ich am Fenster und Balu steht hinter mir und wartet auf meine Reaktion.

    Ist es Fehlalarm, beruhigt sich Balu meist innerhalb kurzer Zeit, weil ich ihm mit ruhiger Stimme sage, wer dort ist und dass es ok ist, wenn die Person dort steht.

    Das ist z. B. schon mal super. Und ja - diese Strategie, den Hund seinen Part vom gemeinsamen Job zu machen, aber die "Bewertung" Haltersache sein zu lassen, ist genau richtig, die gehört auch draussen so umgesetzt.

    Wenn ich wie jetzt im Büro bin und meine Hunde schlagen an, kann ich je nachdem wer wie bellt, zutreffend sagen, warum sie bellen.

    Kannst Du da auch schon Unterschiede im Bellen feststellen?

    Anschlagen, damit meine ich 2 - 3 eher unaufgeregte Wuffs.

    Wenn sie agieren, weil ein Fuchs ums Gelände schleicht, hört sich das schon ganz anders an.

    Und wenns wirklich was Ernstes ist - Wolf im Umfeld - dann grollen sie nur noch. Den wollen sie ja nicht vertreiben, den wollen sie atomarisieren.

    ich sehe ein tolles Familienmitglied was in meiner Abwesenheit den Schutz meiner Familie übernimmt und das ist ausdrücklich von mir gewünscht.

    Solche Sätze sinds, die zeigen, dass da i-wo noch ein Verständnis-Problem ist, wie diese Hunde funktionieren.

    Mehr als das, was Du von Dir gibst, hab ich ja nicht. Richte ich mich danach, klingts für mich nach einem Hund, der bei Dir so lala funktioniert - Du schreibst auch hauptsächlich von Dir, was ist mit Deiner Familie? Können die den Hund vom Schornsteinfeger weghalten? Wenn DU nicht daheim bist, muss irgendwer daheim sein, der den Hund kontrollieren kann.

    Der Schlüssel zum Umgang mit dem HSH in allen Belangen liegt in dem Verständnis dafür, wofür er genetisch gemacht ist.

    Wenn das Verständnis für das hsh-typische - extrem differenzierte! - Schutzverhalten fehlt, hat man eine Gross-Baustelle, die sich auf alle Lebensbereiche mit dem Hund auswirkt.

    Ich tu mich schwer, diese beiden Zitate miteinander in Einklang zu bringen, kannst Du da vllt. nochmal etwas detaillierter zu schreiben?

    Grundsätzlich hat Balu sehr gut reagiert, aber da er ständig nach Gefahren Ausschau hält, muss ich genau so ständig nach Gefahren Ausschau halten und die Leine im Griff haben, bevor Balu den agressiven Bodyguard raushängen lässt.

    Mittlerweile läuft er gut an der Leine ohne ständig zu ziehen,

    Wenn ich mit einem meiner Hunde z. B. auf einer Info-Veranstaltung oder beim TA bin, sucht der da nicht ständig nach potentiellen Gefahren, weil ich ja nicht sein Schützling bin. Wenn irgendein schwerwiegender Aussenreiz ist - z. B. jemand schreit wen anders an - wird gewufft und dann beobachtet. Aber es wird auch sehr schnell festgestellt, dass uns das überhaupt nicht betrifft.

    Meinst Du das "ohne ständig zu ziehen", wenn grad keine höherwertigen Aussenreize (z. B. anderer Hund) da sind, oder gilt das auch in solchen Momenten?

    Das heisst, Deine Herdenschutzhunde würden Dich nicht beschützen sondern nur Deine Tiere?

    Das Schutzverhalten von HSH ist etwas sehr Differenziertes.

    Die sind dafür da, im Team aus mehreren Hunden, mit der Herde und dem "Hirten" zu agieren.

    Würde ein Braunbär meine Rinder angreifen und sich dabei einen der Hunde packen, würden sie sich gegenseitig unterstützen.

    Würde der Braunbär mir seine Rachenmandeln zeigen, würden sie mich unterstützen.

    Das ist aber etwas anderes als das typische Schutzverhalten den Rindern gegenüber.

    Bei uns lebt Balu mit in der Familie und ich denke, er wird und soll auch immer aufpassen. Das das für Fremde nicht ungefährlich ist, das weiss ich.

    Meine HSH sind übrigens auch eng am Menschen.

    Durch die unmittelbare Zusammenarbeit im Herdenschutz weit mehr als das als reiner Familienhund der Fall ist.

    Er hört, allerdings nicht aufs Wort und er lässt sich meistens abrufen, wobei er oft noch eine Ehrenrunde um mich dreht.

    Aufs erste Komando funktionieren nur Sachen die ihm Spass machen.

    Das sehe ich sehr, sehr kritisch.

    Warum?

    Weil Balu jetzt grad noch in einem Alter ist, in dem das alles noch recht problemlos fluppen sollte.

    Ein ganz häufiger Werdegang bei HSH in Privathand ist der, dass die Halter sich lange Zeit fragen, was andere HH nur immer mit dem HSH-Getue haben, der Hund ist doch lieb und hört ganz gut und dass er ein wenig wacht und aufpasst, ist doch was Feines.

    Bis der Kerle dann von einem Moment zum nächsten erwachsen wird und das Schutzverhalten sich explosionsartig von Level 1 wie bisher beim Junghund auf Level 3500 wiederfindet. Dann einen Hund zu haben, der bis dato nur larifari "gehört" hat, ist eine Katastrophe.

    Das typische Abgabealter von HSH ins Tierheim wegen nicht mehr handlebarer Probleme, liegt bei 2 Jahren. Und dann sind sie noch lange nicht ganz erwachsen.

    Diese Abschirmungs-Ehrenrunde um Dich rum ist ein ganz drastisches Warn-Signal, dass Ihr grad in eine falsche Richtung abbiegt.

    Nimm das bitte unbedingt ernst!

    Aber diese Sturheit, damit kann ich leben. Dominanzverhalten zeigt er mir gegenüber keines.

    Meine Hunde sind z. B. überhaupt nicht stur.

    Aber sie sind absolute Fremdsprachen-Künstler - sonst könnten sie nicht mit so vollkommen anders gestrickten Tierarten wie Schafen oder Rindern als soziale Gruppe zusammenleben.

    Jedes nicht sofortige Befolgen eines eigentlich sitzenden Abrufs, ist die klare Aussage des Hundes, dass er Dich nicht für voll nimmt.

    Das geht auch ganz subtil - z. B. indem der Hund zwar kommt, wenn man ihn ruft, aber dabei trödelt er extrem, kommt nur schlurfenden, schleppenden Schrittes, muss unterwegs noch hier und da schnuppern und markiert noch 3 Meter von Dir entfernt an einem Grasbüschel.

    Ich will nicht abstreiten, dass Balu noch viel bessere Lebensbedingungen bräuchte. Aber er hat eine Aufgabe, Auslauf, Freigang und ist nicht alleine.

    Ich glaub nicht, dass hier irgendjemand das in Frage stellt.

    Was noch fehlt, ist das grundlegende Verständnis, wie diese Hunde ticken. Dann kann man sie besser lesen und lenken.

    Ich glaube, Balu würde nur innerhalb unserer 4 Wände jemanden ernsthaft angreifen, wenn derjenige Fremd ist und nicht zurück weicht oder uns tatsächlich jemand bedrohlich gegenüber tritt.

    Als Schützling des Hundes stünde man dann ohnmächtig und hilflos daneben und müsste dabei zusehen, wie 60 kg Hund völlig ausser Kontrolle sind und ernsthaften Schaden anrichten. Das kann niemand wollen. Wirklich nicht.

    Hier ist vor 2 Jahren mal ein Feriengast-Kind an den Zaun gerannt gekommen, gestolpert und durch den E-Zaun in den Rinderauslauf gefallen. Die Hunde haben die neugierigen Rinder vom Kind weggedrückt (nicht lassie-mäßig, sondern schlicht, um die Rinder aus einer seltsamen Situation rauszuhalten) und das Kind in Ruhe gelassen.

    Ähnlich haben sie sich einem völlig vertüddelten alten Hund gegenüber verhalten, der aus Versehen unterm E-Zaun durchgeschlüpft ist. Dem haben sie sich nur in den Weg gestellt und ihn wieder ziehen lassen. Der hatte nichtmal Kangalspucke am Fell.

    So hochdifferenziert können HSH agieren, Situationen bewerten und adäquat damit umgehen, wenn sie während der Junghund-Entwicklung immer wieder feedback vom Halter bekommen haben, was "gefährlich" ist und was nicht.

    Die müssen nicht, nur weil einem nachts beim letzten Spaziergang wer begegnet gleich in den Verteidigungsmodus fallen. Andere Leuts DÜRFEN da draussen genauso rumlaufen, wie wir auch.

    Da waren wir bei einem befreundeten Schäfer zu Besuch - HSH sollten vom Halter abgenickten Fremden gegenüber neutral bis freundlich sein:

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.


    Das ist einer meiner Rüden, als ein BR-Team bei uns gefilmt hat:

    Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da du keine Berechtigung hast, diesen Inhalt zu sehen.


    Meine Hunde müssten sich nicht von Fremden streicheln lassen - sie haben jederzeit die gelernte Option auf Abstand zu bleiben. Aber Besucher, die ich abnicke, werden absolut neutral behandelt. Auch völlig Fremde, wie z. B. Wanderer, die auf ein Gespräch an den Zaun kommen.

    Mal fabuliert: hätte dieser Kamera-Mann plötzlich ein Messer gezückt und wäre schreiend auf die Rinder losgelaufen, hätten die Hunde darauf selbstverständlich reagiert. Aber nicht mit einem Angriff. Sie wären ihm ständig vor die Füße gerannt, um ihn zu stoppen, sie hätten ihn als nächstes vermutlich angesprungen und umgeworfen, wäre er dann auf allen Vieren weiter Richtung Rinder, hätten sie ihn z. B. am Handgelenk oder an der Hose gepackt und festgehalten. Sie hätten zwölfendrölfzig unblutige Wege gefunden, den Mann von einem Angriff auf die Rinder abzuhalten. Um von reinen VERTEIDIGERN angegriffen zu werden, muss man sich schon richtig ins Zeugs legen.

    So funktionieren saubere HSH - ein HSH, der irgendwo in der Schwebe ist, weil ihm nicht klar ist, wen oder was er eigentlich schützen soll, dem seine Genetik aber vorgibt, genau das tun zu müssen, ist ein höchstgradig verwirrter Hund, der nicht so recht weiß, wohin mit seinen Anlagen. Ihm das zu zeigen, ihm zu zeigen, wie weit seine Handlungskompetenzen gesteckt sind, dafür bist Du als Halter da.

    Oder sei so nett und hilf mir bitte auf die Sprünge, falls ich daneben liege.

    Du liegst dahingehend daneben, dass Du denkst, es wäre ok, wenn ein HSH ohne Herde dann halt seine Menschen beschützt.

    Nochmal: der Schützling selbst ist nie derjenige, der dem HSH irgendwelche "Anweisungen" geben kann. Oder den der HSH "fragen" würde, wenn ihm eine Situation nicht geheuer ist. Der entscheidet dann selbst, ob das was Gefährliches ist oder ob das "weg kann". Auch beim Schornsteinfeger oder auch bei Tante Hannelore, wenn die von der Toilette zurück kommt und auch irgendwann auf der Hundewiese.

    Dem ist das egal, ob sein Schützling "Aus" oder "Nein" ruft.

    Das wäre eine sehr gefährliche Kiste.

    Du hast noch ein falsches Bild vom HSH im Kopf, wie sie sind, wofür sie eigentlich da wären und wie man sie führen muss, wenn nun mal keine Herde vorhanden ist. Und, ich sags mal so: die Zeit wird allmählich knapp. Der Kerle wird zunehmend erwachsen.

    Hast Du einen hsh-erfahrenen Trainer?

    Dass er bei uns Zuhause so giftig auf Fremde reagiert, mag ja noch für die Zukunft passen, aber an neuen Orten wo viel Trubel herrscht, ist doch alles fremdes Revier.

    Nee. Da liegst Du vollkommen daneben.

    Home is where the herd is.

    So, wie Du das da oben beschreibst, sieht Balu Dich als seinen Schützling.

    Von seinem Schützling lässt ein HSH sich enorm viel gefallen, es gibt entzückende Videos von Zicklein, die den HSH als Trampolin benutzen, aber er lässt sich von seinem Schützling nichts "sagen".

    Du schreibst, er "klebt" an Dir.

    Du schreibst, Du kannst ihn kaum halten, wenn er der Meinung ist, loslegen zu müssen.

    Das sind typische Zeichen dafür, dass bei Euch grad was in die falsche Richtung abbiegt.

    Hier hab ich das in einem früheren Beitrag mal ausführlicher erklärt:

    McChris
    2. Oktober 2021 um 09:38

    Viel wichtiger, als Balu (und Dich) jetzt in schwierige, anstrengende und stressige Situationen zu bringen, wäre, dass Balu lernt, dass DU nicht sein Schützling bist, den er beschützen muss.

    Meine HSH sind an der Herde. Da gibts verschiedene Positionen, die sie einnehmen, verschiedene Verantwortlichkeiten.

    Ich nenne das "Melder", "Steller" und "Herdenhund".

    Die Melder - sind in funktionierenden HSH-Gruppen meist die Jungspunde - sind dazu da, die Umgebung im Blick zu behalten und potentielle Gefahren zu melden. Um eine tatsächliche Gefahr kümmern sich dann die Steller. Der Herdenhund ist der, der bis zum Schluss dicht bei der Herde bleibt und diese durch seine Anwesenheit beruhigt.

    Dein Balu dürfte bei mir "melden" - die Sinne eines Hundes sind nun mal weit besser als die eines Menschen. Aber die Entscheidung, wie wir damit umgingen, läge bei mir. Da musst - solltest - Du hinkommen, sonst wirds kein Spaß mit einem HSH, der nochnichtmal ganz erwachsen ist und das was Du beschreibst jetzt schon sehr ausgeprägt zeigt.

    Wenn die Grundlage zwischen Euch stimmt, kannst Du mit Balu erarbeiten, dass er für Menschen schlicht nicht zuständig ist. Allerdings muss Dir klar sein, dass dieser Hundetyp jetzt nicht so der Richtige für Stadtausflüge ist. Die haben immer alle Sinne auf "on" - die können auf 300 Meter einen Igel pupsen hören, da ist die Stadt mit all ihrem Lärm, ihren Gerüchen, ihren schnellen Bewegungen der totale Sinneseindrücke-Overload.