Die Belastungen werden immer mehr.
Ja. Ist so.
Die Belastungen werden immer mehr.
Ja. Ist so.
Wenn man der Meinung ist, keinen Herdenschutz betreiben zu wollen - ja, dann ists für die Tiere besser, sie kommen woanders hin.
Meiner Meinung nach wird durch solche Filme eine falsche Erwartungshaltung geweckt und mit dieser Erwartung muss sich dann der normale Weidetierhalter mit HSH herumärgern.
Ja, das sehe ich ganz genauso - trotz der zwölfendrölfzig Hinweise im Video.
Zwischen Freiweide und der Arbeit hinterm Zaun liegen Welten.
Ich weiß gar nicht, wie man jetzt darauf kommen kann, den Besitzern noch einen Vorwurf zu machen - das finde ich wirklich zynisch. Sorry.
Ich mache den Tierhaltern keinen Vorwurf. Hab ich noch nie - und es wird wohl mal wieder Zeit, daran zu erinnern, dass ich selbst einer bin.
Ich habe dieselben Probleme, wie jeder andere auch, mit dem Herdenschutz. Wieso vergessen das hier im Thread immer so viele?
Aber dennoch kann ich mich doch als jemand, der sich seit Jahren intensiv mit dem Thema Herdenschutz auseinandersetzt, am Kopf kratzen, wenn ich lese, dass es immer noch Tierhalter gibt, die aus welchem Grund auch immer - es hat jeder dieselben Info-Möglichkeiten wie ich - im Glauben sind, dass stromlose Zäune Wölfe aufhalten könnten. Das Einzige, was ich mich da frage, ist: wo ist der Unterschied zwischen diesen Tierhaltern und mir.
Und vor Kurzem hab ich es hier schon geschrieben: ich vermute, dass ich dahingehend einfach deutlich anpassungswilliger bin. Ich scheine weit mehr bereit zu sein, mich an die Herausforderung Herdenschutz zu machen, als viele andere. Bei mir kommen da 2 Dinge zusammen. Nämlich die Art und Weise wie ich lebe, die grundsätzliche Akzeptanz, dass nicht wir Menschen es sind, die die Bedingungen stellen und offensichtlich vorhandene Hirtengene.
Wenn also 1,80 Maschendrahtzaun mit Stacheldraht oben drauf nix hilf (zum drüberkrabbeln) - was soll denn da bitte NOCH helfen?
Eine Aufrüstung mit E-Zaun. Gegen Untergrabung und gegen Überklettern.
Wie es seit Jahr und Tag in allen möglichen Herdenschutzempfehlungen steht. Das ist doch alles nun wirklich nichts Neues.
Es sollte doch bitte allmählich mal klar sein, dass Maschendraht und Stabmatten von Caniden aller Art problemlos überklettert werden können. Und ein paar Stacheldraht-Ratscher machen einem dicken Wolfspelz nun mal nix aus. Auch braucht man sich doch im dortigen Wolfsgebiet nur anschauen, was bisher an Zäunen dort überwunden ist.
Kann man doof finden, wie man will - aber man muss sich als Tierhalter auch irgendwann mal der Realität stellen.
Und solange für den Wolf zuständige Behörden die Entscheidungs-Geschwindigkeit eines unter Schlafmitteln stehenden Faultieres haben, ist der einzige Schutz, auf den Weidetiere hoffen können, der, den ihr Tierhalter ihnen ermöglicht. Da ist nunmal jeder selbst in der Vor-Verantwortung für seine Tiere.
Was da für eine Arbeit hintersteckt, weiß man wohl nur, wenn man mit diesem Hundetyp tatsächlich arbeitet.
Und die waren offensichtlich mehrfach hoch eingezäunt.
Mit Maschendraht und Stabmattenzaun.
Wenn man sich seit Jahren mit dem Thema Herdenschutz beschäftigt, kratzt man sich bei sowas wirklich nur noch am Kopf.
Das ist ein wenig anstrengend für die Wölfe, aber nun wahrlich kein Hindernis.
Aber wie vorbereiten?
Beratungsangebote nutzen, sich mit dem Thema Herdenschutz beschäftigen, den IST-Zustand der Zäune, Ausläufe und Co in Bezug auf Herdenschutz anschauen (lassen) und nach individuellen Lösungen suchen. Z. B. den Zaun aufrüsten, indem man bei vorhandenen E-Zäunen Reihen ergänzt oder z. B. bei Festzäunen mit E-Zaun ergänzt, Lösungen für Ponys und Kleinpferde sucht, all sowas.
Dass gar nichts an Herdenschutz ginge, habe ich noch nie erlebt.
Wichtig ist, dass man die eigenen Tiere gut lesen kann - der Wolfsübergriff auf mit Grundschutz versehene Herden kommt fast nie aus dem Nichts - da lungern die Wölfe im Normalfall schon kurz (im Sinne von Tage) vorher rum und checken die Lage. Wenn eine Herde auffallend unruhig ist - oder auch nur Einzeltiere aus der Herde (Leittiere, erfahrene, ältere Tiere), sollte man solche Warnsignale absolut ernst nehmen.
Hier im Dorf gibts noch 2 weitere Pferdehalter - die einen züchten Connemaras und haben in den vergangenen Jahren ihren Offenstall um großzügige Laufställe ergänzt, wo Mutterstuten mitsamt Fohlen reinkommen, wenn mit Wolfspräsenz zu rechnen ist. Der Zaun ist nach und nach aufgerüstet worden - dort gab es einen Festzaun mit Gummibändern, der um E-Zaun-Reihen ergänzt worden ist. Die Tierhalter im Dorf und umzu sind schon gut vernetzt und ich gebe z. B. sofort Bescheid, wenn die Mc`s Wolfspräsenz anzeigen. So, wie andere Bescheid geben, wenn sie beim Holzmachen im Wald einen Wolf sehen.
Dann kann man sich b. Bd. noch um adhoc-Maßnahmen kümmern. Die Tiere z. B. in besser schützbare Bereiche holen, die Mutterstuten mit Fohlen nachts in den Laufstall, all sowas.
Die anderen Ponyhalter hier im Ort, die auch noch Minishettys haben, haben dagen nur einen stromlosen E-Zaun. Noch dazu einen, den man nicht asap mit Gerät anschliessen unter Strom setzen könnte, weil da lustige Konstruktionen eingebaut sind, wie E-Zaun-Schlaufen zum Einhängen von Torgriffen, die um Metallstäbe gewickelt sind. Da fasst man sich an den Kopp, wenn man das sieht. Das ist nichtmal für ohne Wolf ein sicherer Zaun.
Hm, naja, so richtig ruhig ist das jetzt auch nicht:
Genau das hab ich doch geschrieben?
Sinngemäß "es war längere Zeit ruhiger, aber jetzt gehts auch da wieder los".
Ich verstehe Deinen Einwand deshalb nicht. ![]()
Ich kann mir nicht vorstellen, dass in dem Fall noch viel von der Gefährdungshaftung übrig bleibt.
In besagtem Fall sind "nur" 100% übrig geblieben - die Versicherung des Pferdehalters musste die Behandlungskosten komplett übernehmen. Es wurde sogar noch ein Schmerzensgeld eingeklagt. Das ist kein Hören-Sagen-stille-Post-Ding, sondern mein Nachbar gegenüber.
Deshalb hab ich ja "skurrile Ausmaße" dazu geschrieben.
Ich hab tatsächlich gar kein Problem damit, meine Hunde auch per MK zu "sichern" - ein Problem habe ich eher mit den Hintergründen dafür, eben dieses "immer depperter werden" von Einigen, die auf jegliche Selbstverantwortung pfeifen.
Ich habe auch ein Problem damit, welch skurrile Ausmaße die s. g. Gefährdungshaftung annehmen kann - ein Beispiel hier aus dem Ort ist ein Jugendlicher, der in eine Pferdekoppel eingedrungen ist, sich auf das - gar nicht eingerittene - Pferd gesetzt hat, abgebuckelt wurde, sich einen Arm gebrochen hat und dann kommt die Gefährdungshaftung ins Spiel, weil Pferd. Einen Satz heisser Ohren hätte so jemand verdient, aber nicht die Haftungsübernahme für Idiotie. Das Prinzip "ich trage die Verantwortung für Mist, den ich baue, selbst" ist verloren gegangen. Wir können die Welt nicht auf Idioten ausrichten.
Bei der unteren Jagdbehörde.