Da fehlt meiner Meinung nach noch viel Toleranz und Verständnis seitens der Bevölkerung + passende Gesetzgebung.
Absolut - Herdenschutz mit Hunden ist in D auch über 20 Jahre nach der Wolfsrückkehr immer noch Pionier-Arbeit.
Da fehlt meiner Meinung nach noch viel Toleranz und Verständnis seitens der Bevölkerung + passende Gesetzgebung.
Absolut - Herdenschutz mit Hunden ist in D auch über 20 Jahre nach der Wolfsrückkehr immer noch Pionier-Arbeit.
Auch nur zu erwägen, alle diese kleinen Ökosysteme mit dem Argument "das ist dann eben Natur" einem völlig unbedrohten, in der Zahl explodierenden Großprädator buchstäblich zum Fraß vorzuwerfen, ist in diesem Fall ziemlich absurd, ein Widerspruch in sich - und meiner unmaßgeblichen Meinung nach das genaue Gegenteil von Naturschutz.
Das wird nicht dem Wolf zum Frass vorgeworfen, sondern dem Tourismus, wenn Herdenschutz mit Hinweis auf den Tourismus als nicht machbar deklariert wird.
Das ist ein ziemlich wichtiger Unterschied.
Auch, wenn ich, weil ich selbst in einem Tourismus-Gebiet lebe, diese ganzen Tourismus-Auswüchse nicht sonderlich gutheisse, weiss ich doch, dass da viele Existenzen dran hängen und dass es deshalb wichtig ist, da machbare Kompromisse zu finden. Und ich bin sicher, dass das auch dort machbar wäre. Das ist nur nix von jetzt auf gleich, sondern vermutlich eher etwas, was Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird.
Das ist eine hochinteressante Frage: Wenn ständig "die Natur" beschworen wird, welche soll das hier eigentlich sein? Die Kulturlandschaft von 1900, 1500 oder vor 8000 Jahren, als die Landwirtschaft begann? Und woher weiß man, wie die ursprünglich aussah und funktionierte?
Zwischen Natur und Kulturlandschaft gibt es keine starren Grenzen, die Übergänge können sehr fliessend sein.
Mein Grünland ist auch "Kulturlandschaft", dennoch bietet es durch die extensive Beweidung und reine Festmistdüngung und ein wenig Rücksicht und vor allem dem Zaun, Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die woanders keine Chance mehr hätten.
"Die Natur" ist ein hochkomplexes System, ja, das sich in sehr unterschiedliche, an die vorherrschenden Bedingungen angepaßte Lebensraum-Varianten aufteilt.
Natur ist immer einem gewissen Wandel unterworfen, das stimmt absolut. Genauso stimmt es, dass auch der Mensch Teil der Natur ist. Und dazu eine der wenigen Spezies, die über die Folgen ihres Handelns nachdenken können.
An welchen Ausgangspunkt?
Den braucht es nicht. ![]()
Wir brauchen, um etwas in unserem Verhalten zu ändern und damit der Natur in Form von zurückkehrender Bioversität zu helfen, kein Bild im Kopf, wie was auszusehen hat, damit "alles wieder gut wird". Wir brauchen tatsächlich einfach nur ein "Weniger" von fast allen unserer bisherigen Verhaltensweisen.
Das, was bei Zurücknahme - das bedeutet nicht den totalen Wegfall menschlicher Einflussnahme - des Menschen wieder an Möglichkeiten frei wird, wird sich "die Natur" so einrichten, wie es dort hinpasst.
Und, das ist doch der Hauptpunkt, "die Natur" gibt es hier nicht mehr.
Deshalb sollte eins unserer hochrangisten Ziele sein, das ganz schnell wieder zu ändern.
Beim Klimawandel ist die Frage die, WIE wir als Menschheit weiterleben können.
Beim derzeit hochdramatischem Artensterben ist die Frage, OB wir als Menschheit weiterleben können.
Wenn Tourismus als Hauptgrund genannt wird, keine HSH zum Herdenschutz einsetzen zu können, ists nicht der Wolf, der die Naturschutzarbeit der Schäfer zerstört. Dann sind es falsche Prioritäten und der mangelnde Wille etwas zu ändern. Damit meine ich nicht die Schäfer.
Damit meine ich Tourismusverbände, lokale und überregionale Behörden und all sowas.
Das hat mit Romantik nichts zu tun - sondern mit dem dringend gebotenem Umdenken.
So, wie wir als Menschheit im Gesamten und als Deutsche im Speziellen zur Zeit noch leben, kann es nicht weitergeben. Wir leben auf "Kredit", was Ressourcen angeht, wir haben, Du schreibst es selbst, die Natur so weitgehend zerstört, dass wir bereits massive Probleme deshalb bekommen, da ist die Option "alles so lassen wie bisher und alles töten, was uns nicht in den Kram passt" einfach die schlechteste aller schlechten Optionen.
Die Natur kann ohne uns - andersrum nicht.
sind in den Tourismusgebieten, soweit ich weiß, verboten.
Da weiss ich gar nichts von.
Ich hätte eher gedacht, dass sich das kein Schäfer freiwillig antun wird - es ist ja schon mit HSH hinter Zaun schwierig genug mit dieser, unserer Bevölkerung.
Freilaufende HSH und Tourismus schliessen sich ja nicht grundsätzlich aus - es gibt genug vielbegangene Almen, wo das läuft. Aber die Hunde sind extrem sorgfältig ausgesucht und ausgebildet.
Hier kann man sich mal so ein Touri-Getümmel ansehen:
Was man da allerdings auch sieht: keiner der Touris, die da rumrennen, verhält sich in irgendeiner Art und Weise deeskalierend den HSH gegenüber, sprich, die Hunde müssen so extrem entspannt sein und alles an Arbeit/Mühe liegt bei Schäfer und Hunden. Niemals bei den Touris.
Ich kenne niemanden im Herdenschutz, der hundemäßig was anderes, als HSH einsetzt. Und kann mir nur schwer vorstellen, dass das nur an "verloren gegangener Tradition" liegt.
Ich stelle mir das so vor, dass natürlich jeder bei der Herde vorhandene Hund in gewissem Maß eine wolfsabhaltende Funktion haben kann - aber ob man das als Herdenschutz bezeichnen kann, grad, wenn man den Herdenschutz eben mit HSH kennt, wage ich zu bezweifeln.
Egal in welcher Branche - eierlegende Wollmichsäue sind immer ein Kompromiß. Da geht alles ein wenig, aber nie so, wie es ein Spezi kann.
Ich gehöre auch zu der Sorte "Survival-Prepper-Hausfrau-Omi-Selbstversorger-Landkomunenhippy".
Das trifft’s ganz gut
Ich mag es einfach, für mich selbst verantwortlich zu sein und für mich selbst sorgen zu können, auch, wenns mal komplizierter wird. Da kommt dann wie da oben im Zitat einfach eins zum anderen.
Was mich auch interessieren würde, wären zb Bücher über essbare/ heilende heimische Pflanzen, Kräuter, Wurzeln, etc. Vielleicht hat da jemand einen Tipp?
Ich habe vom Kosmos-Verlag "Welche essbare Wildpflanze ist das?" - das ist soweit ok, die Abbildungen/Fotos sind wiederzuerkennen (für mich aber nur noch mit Lesebrille
, auch wichtig!), die Verwendungsmöglichkeiten sind kurz aufgelistet, als Beispiel "kann auch als Sauerkraut eingelegt werden", allerdings wird nicht beschrieben, wie das geht. Ob roh oder nur gekocht, steht auch dabei, das ist ja manchmal ein grosser Unterschied. Auf gefährliche Doppelgänger wird hingewiesen. Es ist eher kurz und knapp - für jemanden wie mich, der eh gern draussen rumrennt und Pflanzen bestimmt, ists völlig ausreichend. Es gibt aber bestimmt auch ausführlichere Werke.
Und die HSH sind schick damit, dass die Hütehunde "ihre" Herde zwicken und Jagdverhalten ausüben?
Wenn sie das kennen, ja.
Dass die Hütehunde im Falle eines Angriffes die Herde zusammenhalten (denke ich mal)?
Ich hab weder Hütis, noch Schafe.
Meine Rinder formieren sich bei Wolfspräsenz ganz von allein zur kompakten Herde. Der Herdenhund McGyver bleibt dann bei ihnen, während die anderen beiden am Zaun agieren.
Aus Videos von Wolfsangriffen auf Schafherden schliesse ich, dass auch Schafe sich bei Gefahr von sich aus als Herde zusammenschliessen. Das ist ja Sinn der Herde. Ich weiss aber auch, dass es Schafrassen mit etwas unterschiedlichem Herdenverhalten gibt - also welche, die grundsätzlich näher beisammen bleiben und welche, die beim Weiden auch SEHR weit auseinanderfallen.
Wenn einzelne Tier vom Wolf von der Herde abgesprengt werden, ist so ziemlich das Letzte, was ich dann da haben wollte, ein Hüti, der da auch noch rummischt. Wolf treibt nach A, Hüti nach B - ein Beutetier in Panik dürfte damit hoffnungslos überfordert sein.
Ich bin aber kein Wanderschäfer und auch kein Hüter. Vielleicht machts Sinn, mit solchen Fragen eher mal ins Ausland zu schauen, wo Behirtung, Hüten und Herdenschutz normaler sind.