Beiträge von McChris

    In D muss man um die Sorgfaltspflicht als gewerblicher Tierhalter nachzuweisen, als Minimum einen Weidezaun haben, der im AID-Heft "sichere Weidezäune" aufgelistet ist, da gibts Risiko-Einteilungen nach gehaltener Tierart, Umfeld, Jungvieh, Bullen, etc. und man muss dazu ein Zaun-Tagebuch führen, in dem täglich alles Mögliche drin stehen sollte, z. B. Kontrolle der Wasserversorgung, Kontrolle des Zaunes, Kontrolle, ob noch genügend Futter auf der Fläche.

    https://llh.hessen.de/tier/herdensch…re-weidezaeune/

    Diese AID-Broschüre dient Betriebshaftpflichtversicherungen als Grundlage.

    Da sind auch ein paar Gerichtsurteile nachzulesen.

    Du meinst sicher "Herdenschutz" statt Wolfsmanagement?

    1,22 ist schon weit mehr als die eigentlich übliche Schafsnetzhöhe von 90 cm, die in den meisten Bundesländern noch als Mindestanforderung für den Herdenschutz gilt. Viele Schäfer nutzen schon mehr als 90 cm, aber man muss bitte auch bedenken, dass man diese Netze auch noch durch die Gegend tragen können muss. Die sind verdammt schwer und man macht da einige Meter, meist zu Fuss, weil man kein Futter plattfahren will. Wenn man da 10, 15 Netze geschleppt hat, braucht man nicht mehr ins Fitness-Studio.

    Ob das für die individuelle Situation genügt, hängt von zahlreichen Umständen ab, u. a. auch davon, ob man es mit Zaunspringern zu tun hat, oder nicht.

    DIE Herdenschutzlösung, die gleichermaßen für alle Regionen und Rudel gelten kann, gibt es nicht. Das bleibt individuell. Die Bundesländer sprechen deshalb nur Empfehlungen für Mindeststandards aus.

    Na lass dir mal vom Wolfspädagogen erklären wie das geht.

    Bis Sekunde 57 hab ich es durchgestanden - das war schon völliger Blödsinn, was er da faselt.

    Litzen, die von Schnee bedeckt sind, führen weiterhin problemlos den Weidezaun-Strom. Voraussetzung ist, dass sie nicht von schwerem Pappschnee bis zum Bodenkontakt runtergedrückt werden. Und selbst da "überbrückt" das Prinzip der Litzenbündel an den Stäben bei den Schafsnetzen so manche Schwachstelle.

    Das Problem bei Schnee ist die Erdung, sonst nix.

    Steht der Wolf auf einer dicken Schneedecke, ist er nach unten gut isoliert, das killert noch ein wenig am Näschen, wenn man Glück hat, aber es bruzzelt nicht mehr. Das ist ein ähnlicher Effekt, wie wenn man als Mensch Gummistiefel trägt und den E-Zaun anfasst, da passiert nix, weil die Erdung aufgehoben ist. Der Zaun an sich funktioniert da dennoch einwandfrei.

    Die beste Lösung rein aus Herdenschutz-Sicht ist der Plus-Minus-Zaun.

    Kennt hier jemand ein Tierheim, an das man Sachspenden per Post schicken kann? Oder geht das generell bei allen? Hier in der Nähe nur bei einem, aber Futter nehmen die nicht. Kann man das einfach so an irgendein TH schicken oder muss man das in Person abgeben?

    Wenn ich hier was übrig habe, schreibe ich meinem hiesigen TH eine Mail, ob und was sie davon gebrauchen können. Die antworten meist recht flugs.

    Hier gehts auch per Paket.

    Was wollen sie herausfinden?

    So Sachen wie aktive Annäherung an Mensch mit Hund z. B. "Offiziell" aufgehängte WKs können an ganz anderen Standorten aufgehängt werden, als private. Da ist eine offizielle WK-Beobachtung auf jeden Fall ein Vorteil beim Beobachten, ob da jetzt eine kritische Lage ist oder nicht.

    Dabei ignorieren wir, neben den Erfahrungen aller Wolfsländer (ich nehm da mal Finnland als Beispiel) nur leider zwei grundlegende Dinge: die Lernfähigkeit der Wölfe und die Tatsache, dass sie mit der extensiven Weidehaltung genau die Inseln zerstören werden, die in einer zersiedelten Landschaft so bitter nötig wären. Kurz: dass zu viele Wölfe in einer Landschaft, wie wir sie nun mal haben und auch weiter haben werden (hungern möchte dann nämlich doch keiner für den Wolf) , sehr viel mehr bitter notwendiges wildes Leben zerstören als in irgend einer Weise fördern.

    Wenn das alles so wäre, also die unweigerlich kommende Entwicklung dorthin, warum lassen sich die Wölfe bisher so viel Zeit damit? Da müsste doch in grossen Teilen D s schon seit Jahren alles in Schutt und Asche liegen.

    Kann das bisherige Ausbleiben des zitierten Szenarios nicht vielleicht daran liegen, dass:

    - der weitaus größte Teil der Wölfe sich dahingehend doch unauffällig verhält?

    - der weitaus größte Teil der Wölfe sich von Herdenschutzmaßnahmen beeinflussen lässt?

    - manche Verhaltensweisen, die für ein Wildtier vollkommen normal sind, überaufgeregt interpretiert werden?

    Es sind nicht die Wölfe, die too much 7 vs wild geschaut haben und nun in eigentlich geschützten Fledermaushöhlen Feuerchen machen.

    Es sind nicht die Wölfe, die unbedingt durch deutlich erkennbare Brachen mit dem Bob durchfahren müssen.

    Es sind nicht die Wölfe, die den Rappenalpbach ausgebaggert haben.

    Es sind nicht die Wölfe, die in ein paar Tagen die heimische Fauna in Angst und Schrecken versetzen und alles mit Müll übersäen werden.

    Es sind nicht die Wölfe, die geschützte Orchideen in einem Wald mit Glyphosat abgetötet haben.

    Das sind allesamt Menschen, die Natur und Lebensräume zerstören.

    Die wichtigste Spezies, die sich da draussen in Natur- und Kulturlandschaft mal ganz dringend, ganz deutlich zurücknehmen müsste, ist der Mensch.

    Sonst niemand.


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    Ich hab noch nicht geschaut, obs dazu eine PM vom niedersächsischen UM gibt, lt. Artikel wird nun mittels Wildkameras verstärkt beobachtet:

    https://www.pirsch.de/news/wolf-grei…hussgrund-36455

    Also nichts mit Abschuss, was ich persönlich auch richtig finde, aber es wird auch nicht "nichts" gemacht, sondern es wird versucht, weitere Daten zu sammeln und verstärkt zu beobachten. Letztlich ist auch Beobachten Wolfsmanagement.

    und es wird dringend empfohlen, die Tiere einzustallen.

    Das ist als Dauerlösung natürlich nichts - aber als Akut-Herdenschutz-Maßnahme, um die Riss-Serie zu unterbrechen, die Herden zur Ruhe kommen zu lassen und den Wölfen jegliche Möglichkeit zu nehmen, weitere Erfahrungen zu sammeln, macht das absolut Sinn.

    "Unser" Wolf scheint noch da zu sein - die Mc` s zeigen das ja sehr zuverlässig an.

    Als neulich Schnee lag, hätte ich nicht drauf gewettet, dass der E-Zaun ausreicht, um Schutz zu bieten.

    Die Schneedecke isoliert leider auch sehr gut, so dass die perfekte Erdung nicht immer gegeben ist, obwohl die Messungen gute Werde um die 6000 anzeigen, ich habe nur einen klassischen E-Zaun, keinen Plus-Minus-Zaun. Letzteren mag ich nicht einsetzen, weil immer wieder Vögel auf den Litzen sitzen, sobald da mal was ein wenig durchhängt, laufen größere Vögel wie der hier überwinternde Raubwürger Gefahr, an Plus und Minus gleichzeitig zu kommen.