Beiträge von McChris

    1 Vogel pro Woche pro Katze ist m.E. aus der Luft gegriffen und viel zu hoch geschätzt.

    Nein, viel zu niedrig.

    Aus dem Artikel, den ich weiter oben verlinkt habe:

    Zitat

    Etwas genauer in Augenschein genommen hat die Jagdstrecken unter anderem eine Studie von Biologen um Christopher Lepczyk von der Michigan State University in East Lansing: Entlang dreier Routen, die jährlich wissenschaftlich zur Zählung und Beobachtung von Vögeln genutzt werden, ermittelten sie, wie viele Hausbesitzer Katzen ihr Eigen nannten. Einen Teil davon baten sie zu berichten, ob ihr Haustier tote Vögel mit nach Hause brachte und welcher Art diese angehörten. Allein auf diesen drei Transekten, die zusammen rund 120 Kilometer lang waren, erbeutete der 800 bis 3100 Tiere umfassende Katzenbestand bis zu 47 000 Vögel aus 23 Arten – darunter mit dem Rubinkehlkolibri und dem Rotkehl-Hüttensänger zwei in den USA bedrohte Arten. Im Minimum schlugen die Katzen mindestens einen Vogel pro Tag und Kilometer der Untersuchungslinie, was die Autoren der Studie allerdings als absolut konservative Schätzung einstufen.

    Und die erlegten Tiere, die Katzen mit nach Hause bringen, sind nur ein Bruchteil dessen, was sie tatsächlich erlegen.

    Selbst mein viel zu niedrig angesetztes Rechenbeispiel bringt erschreckende Zahlen. Die Realität ist noch viel schlimmer.

    Zitat

    Im Minimum schlugen die Katzen mindestens einen Vogel pro Tag und Kilometer der Untersuchungslinie, was die Autoren der Studie allerdings als absolut konservative Schätzung einstufen

    Zitat

    In den Vereinigten Staaten schätzen Ornithologen die Zahl der getöteten Vögel, die den mindestens 77 Millionen Hauskatzen des Landes zum Opfer fallen, auf jährlich mehrere hundert Millionen Exemplare – nicht berücksichtigt sind darin allerdings die Jagdstrecken von verwilderten Hauskatzen, deren Bestand nochmals 80 bis 100 Millionen Individuen umfassen könnte. Neue Analysen kommen daher auf eine Gesamtzahl von 3,7 Milliarden Vögeln pro Jahr.

    Die Zitate stammen aus diesem - lesenswerten - Artikel hier, in dem noch diverse Studien verlinkt sind.

    https://www.spektrum.de/wissen/schaden…gelwelt/1356773

    Ein erster Schritt wäre es, dass Katzenhalter dieses riesengroße Problem anerkennen und sich nicht zwölfendrölfzig Ausreden einfallen lassen, warum ausgerechnet sie selbst da aussen vor sein sollten.

    Zitat

    Ja, Katzen töten Jungvögel. Auch Remus erwischt mal einen. Aber ursächlich für die Abnehme der Vogelpopulation ist das m.E. nicht. Intensive Landwirtschaft, Abnehme der Insekten und der Lebensräume sind die viel ausschlaggebenderen Faktoren.

    (Ich hab extra den Autor entfernt, ich mein nicht Dich persönlich mit meiner Antwort, sondern dieses allgemeine, sehr häufig kommende Argument)


    Das gravierende Artensterben, inklusive der Vögel ist ein multifaktorelles Problem, ja.

    Allerdings müssten Katzen grad DANN aus den letzten verbleibenden Lebensräumen von zunehmend vom Aussterben bedrohten Vogelarten ferngehalten werden. Und mittlerweile sind selbst "Alltags-Arten" bedroht, die Zahlen sinken mit dramatischer Geschwindigkeit.

    Offiziell gibts um die 8.000.000 Katzen in D.

    Lass die Hälfte davon Freigang haben.

    Lass davon jede pro Woche nur einen Vogel fangen. Was eine extrem geschönte Annahme wäre.... 4.000.000 x 52 Vögel im Jahr =

    208.000.000 von Katzen getötete Vögel im Jahr.....allein bei einer Rechnung mit sehr sparsamer Vogel-Riss-Annahme.

    Das ist eine Zahl, die ich mir nichtmal ansatzweise vorstellen kann.

    Und jetzt erzähl mir nochmal jemand, dass Katzen kein Problem für die Vogel (übrigens auch Bilche, Eidechsen und Co-)-Populationen wären.

    Wie interpretierst du das, dass sich die verletzte Hündin abgesondert hatte?

    Ich weiß gar nicht, ob ich das als absondern bezeichnen würde.

    Von den angegebenen Himmelsrichtungen her, war sie - die Windrichtung wäre noch interessant dabei - an einer Stelle, wo sie den Zaunabschnitt unter Kontrolle hatte, über den der wohl Wolf nach aussen entkommen ist.

    Die junge Hündin war ja unmittelbar an der Herde.

    Das kann also einfach Taktik gewesen sein.

    Der Ausstiegszaunabschnitt (der lt. Luftbild zu offenem Gelände führt) war quasi genau zwischen den Hunden. Das macht schon Sinn.


    Die Verletzung war nicht wirklich schwerwiegend, ich hab gestern noch über den WA-Status ein Video von der Hündin gesehen, die war putzmunter und eher ein wenig entnervt, weil "gelber Schein".

    Die Verletzung war jedenfalls mit Sicherheit nicht der Grund für den Aufenthaltsort - die stecken (viel zu viel!) weg, ohne sich davon in Sachen Herdenschutz beirren zu lassen.