Beiträge von McChris

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    Also eine Unterzuckerung weil die Glucoseproduktion der leber an dem morgen versagt hat?
    Leber wäre nämlich jetzt eher mein Tip gewesen als Diabetes.

    Bei einem Leberproblem gibt es verschiedene Varianten:
    Die, dass der Abbau bestimmter Aminosäuren verzögert ist, diese Aminosäuren im Blut eine sehr hohe Konzentration aufweisen und durch ihre Anwesenheit zu einer verstärkten Insulin-Ausschüttung führen können - war vorher der Blutglucose-Spiegel im Normbereich, bedeutet das im Verlauf eine Unterzuckerung, war er zu hoch, wird der Zucker auf Normwerte gesenkt.
    Oder die, dass die Zucker-Bildung aus verschiedenen Aminosäuren durch die Leberstörung eingeschränkt ist und somit ein "relativer" Insulin-Überschuß vorliegt.
    In der Kombination von längerer Nahrungskarenz UND erhöhten Blutzucker-Verbrauch bei Infektionen/körperlicher Anstrengung kommt dann auch noch die schwindende Glykogen-Reserve zum Tragen, was bedeutet, dass bei Unterzuckerung keine Glucose mehr mobilisiert werden kann.

    Alles in allem ein sehr kompexes Geschehen - bei dem nur irgendwo ein Rädchen hakeln muss, um ein Durcheinander hervorzurufen.

    LG, Chris

    Hallo,
    der Arthritis/Arthrose-Komplex ist im Grunde ja genau dadurch gekennzeichnet - dass Schmerzen erst in der Ruhephase NACH Überlastung auftreten.

    Heißt, Du musst Deine Hündin davor schützen, sich zu viel zu belasten und die Dauer der Bewegung einschränken.

    Gleichzeitig aber durch ein "gesundes" Maß an Bewegung dafür sorgen, dass die Gelenke "geschmiert" werden und die Muskulatur eine gewisse Stabilisierungsfunktion aufrecht erhalten kann.

    Schwimmen ist dazu prima geeignet.

    Grundsätzlich würde ich klären, um was für Schädigungen in welchem Gelenk es sich handelt.
    Klar, so etwas gehört zu relativ normalen Alterserscheinungen, aber das soll ja nicht heißen, dass es unbehandelt bleibt.

    Teufelskralle ist zwar pflanzlich und hört sich dementsprechend harmlos an - ist aber ein sehr potentes Mittel, das aber als Dauer-Medikament gegeben werden muss, um Wirkung zu zeigen.

    Einfach so aus dem Supermarkt kann ich da nicht empfehlen. Es gibt auf die Bedürfnisse von Hunden abgestimmte Präparate.

    Hier mal ein allgemeiner Link zu Arthrose:
    http://www.tierphysiotherapie-homburg.de/news/arthrose-beim-hund/

    LG, Chris

    Zitat

    Weder Borreliose, noch die andere durch Zeckenbisse übertragbare Krankheit. Gut so.

    Hallo,
    na, das ist ja schon mal was. Bei etwas "ungewöhnlicheren" Erkrankungen dauert es manchmal leider, bis man auf dem richtigen Diagnose-Weg ist, aber alles, was man schon mal ausschließen kann, ist Gold wert.

    Hat die TÄ sich zur "Rückendiagnostik" mal geäußert?

    Die Daumen sind weiter gedrückt - halt uns mal auf dem Laufenden.

    LG, Chris

    Hier stellt sich wirklich die Frage, ob Huhn oder Ei zuerst da waren...

    Die Wahrscheinlichkeit, dass Dein Hund, der ja bereits beim Trinken Probleme hat, an einem vermehrten Reflux von Magensäure leidet (Sodbrennen) und DESHALB vermehrt an Urin-Stellen leckt, kommt mir momentan größer vor, als andersrum.

    Aber wir hier können nur Vermutungen anstellen, um einen TA-Besuch zur Abklärung (recht bald, denn Sodbrennen ist sehr schmerzhaft und auf Dauer auch nicht ohne Folgen) wirst Du nicht drum rumkommen.

    Berichte mal, wie es ausgegangen ist.

    LG und die gedrückten Daumen sind wohl eh klar,

    Chris

    sandra - nö, nix Arzt, hab was vernünftiges gelernt! :D Ich bin auf berufsdeutsch Fachpflegekraft für Anästhesie und Intensivmedizin.

    Mach Dich wegen der Leberwerte noch nicht verrückt - die reagieren sehr schnell auf z. b. Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt und zeigen immer nur eine Moment-Aufnahme an. Wenn eine Bauchspeicheldrüsen-Entzündung im Spiel ist, bei der der Hund so wie Joleen in einem guten Allgemeinzustand ist, ist die i. d. R. recht gut behandelbar (und wäre auch eine Erklärung für die Unterzuckerung) - alle Blutwerte in so einem Zusammenhang muss man auch zusammen betrachten, um rauszufinden, was los ist, das kann bei einem simplen Magen-Darm-Infekt anfangen.

    Also erstmal abwarten.

    Hat der TA irgendeine "Diät" empfohlen?

    LG, Chris

    @Sine

    Ich verstehe Deine Emotionen durchaus, aber dennoch kommt das dicke ABER:

    Mit der Frage, ob Du Dir darüber im Klaren bist, was für eine Gefahrenquelle eine gesperrte Autobahn ist?
    Da stehen nicht einfach nur die Autos und warten ein paar Stunden darauf, dass der Verkehr wieder rollt, sondern weil die Menschen so sind, wie sie sind, bietet jeder Stau ein enormes Gefahrenpotential in Sachen Auffahr-Unfall mit tödlichen Folgen für zahlreiche Menschen.

    Als ich früher noch im Rettungsdienst tätig war, war uns bei jedem Einsatz auf der Autobahn absolut mulmig - denn irgendwer pennt immer und selbst wenn man in voller Festbeleuchtung auf dem Standstreifen steht, heißt das überhaupt nichts - die Gefahr eines träumenden, die Spur verfehlenden Auto/LkW-Fahrers besteht dort IMMER.

    Im Fall des Hundes war ein Autobahn-Kreuz (!) EINE Stunde lang gesperrt - das ist mehr, als die meisten Autobahn-Polizeien je machen würden - um eben keine Menschenleben in Gefahr zu bringen.

    Die Polizisten werden sich bei zahlreichen Einfangversuchen selbst in Gefahr begeben haben - auch Polizisten sind nur Menschen, auch da gibt es Hundefreunde und Hunde-nichtmögende, weshalb vielleicht die Einsatzbereitschaft für "nur ein tier" unterschiedlich sein mag, aber die Polizisten, die ich kennen gelernt habe, haben immer ein hohes Maß´an Verantwortung gegenüber Mensch UND Tier in Not gezeigt und sich z. T. selbst erheblich in Gefahr gebracht, um diese zu schützen oder zu retten.

    Manchmal zwingt einen der gesunde Menschverstand dazu, Dinge zu tun, die man unter keinen Umständen tun möchte.

    Ich zolle dem Polizisten, der das tun musste - den Hund überfahren - unbekannterweise meinen Respekt und glaube nicht, dass er es gerne getan hat, sondern, dass er es aus der Verzweiflung heraus getan hat, um noch Schlimmeres zu verhindern. Schwerstverletzte und tote Menschen nämlich.

    LG, Chris

    Hallo Sandra,

    abklären sollte man das auf jeden Fall - wenn ein Hund nicht grad wochenlang gefastet hat und/oder eine schwere Infektion hat, ist es zumindest unüblich, gleich in eine Unterzuckerung zu fallen.

    Früher (1418 in den Abruzzen...) als ich noch Rettungsdienst gefahren bin, hatten wir die klare Ansage, bei bewußtlos aufgefundenen bekannten Diabetikern ohne die Möglichkeit zur Blutzuckerbestimmung auf Verdacht Glukose zu geben. Mit dem ganz einfachen Hintergrund, dass bei einer bestehenden Überzuckerung dadurch auch kein Schaden angerichtet wird, bei einer bestehenden Unterzuckerung das Hirn aber vor eklatanten Schäden bewahrt wird. (Als Erstmaßnahme, Klinik-Einlieferung natürlich vorausgesetzt.)

    Analog dazu würde ICH mir, wenn mein Hund da schon mal auffällig war, Traubenzucker oder Dextro-Energen-Plättchen in alle möglichen Taschen stopfen und im Fall X ein paar Brösel davon in die Wangentasche/Lefzentasche legen, so dass es über die Schleimhaut aufgenommen werden kann. Besser, weil leichter aufzunehmen, ist es, den Traubenzucker mit etwas Wasser aufzulösen und dann tropfenweise auf die Maulschleimhaut zu geben. Als überbrückende Erstmaßnahme, um den Weg zum TA zu überstehen.

    LG und ich drück weiter die Daumen, dass alles gar nicht so wild ist bei Euch!

    Chris

    Zitat


    Aber Chris wird es sicher noch erklären :-)

    *heul*
    Wenn ich irgendetwas hasse, dann sind das hormonelle Regelkreisläufe...
    Deshalb wollte ich mich eigentlich drücken..... :ops:

    Ich versuch´s in der absoluten Kurzform:

    Der Kohlenhydratstoffwechsel wird ja nicht nur über die beiden Parameter Glucose und Insulin geregelt, sondern noch über zig andere Faktoren - da spielen der Muskelstoffwechsel, die Bauchspeicheldrüse, die Nebennierenrinde/-mark, das zentrale Nervensystem und und und eine Rolle - alles hängt voneinander ab, wird durch Regulierung und Gegenregulierung geregelt. Dazu düsen zig Hormone durch die Gegend - nicht nur Insulin, sondern auch Adrenalin, Cortisol, Galanin, GAstrin, Somatostatin und noch einige mehr...

    Hakelt irgendwo in dem Kreislauf was, kommt das ganze System erstmal durcheinander.

    Und da tritt nicht immer, aber oft als allererstes Symptom beim DM die Hypoglykämie/Unterzuckerung auf, weil der Organismus bei einem hohen Blutzucker zu heftig gegenreguliert hat - sprich, zuviel Insulin ausgeschüttet hat und dann die körpereigenen Regel-Mechanismen versagen. DM heißt nicht unbedingt den sofortigen Total-ausfall der für die Insulin-Produktion nötigen Langerhans´schen-Inseln in der Bauchspeicheldrüse, sondern die können grad bei den ersten Auftritten des zu HOHEN Blutzzuckers Amok laufen und so wie mittendrin es schreibt, über das Ziel hinausschießen.

    HTH,
    LG, Chris