Hallo Steffi,
wenn ich das richtig verstanden hab, ist Deine Hündin bisher noch nicht läufig gewesen - also noch sehr jung?
Ausfluss aus der Vagina kann alles mögliche bedeuten.
Natürlich auch eine Gebärmutterentzündung. Da kommt es dann aber darauf an, wie lange diese schon besteht und ob es sich um eine offene Form - bei der der Eiter abfliessen kann, oder die geschlossene Form, bei der der Eiter nicht abfließt, sondern sich in der natürlichen Höhle der Gebärmutter ansammelt und weiter vor sich hin"gammeln" kann. Bei letzterer Variante entstehen dann die tragisch-dramatischen Verläufe, die man so häufig mit der Schreckensnachricht Gebärmutterntzündung (Pyometra auf schlau) in Verbindung bringt, weil diese oft erst erkannt werden, wenn Holland in Not ist und der Allgemeinzustand der Hündin sich durch Blutvergiftung oder geplatzte Gebärmutter lebensbedrohlich verschlechtert hat.
Es gibt auch noch "mittlere" Verläufe, wo immer ein wenig Ausfluss abfließt, aber dennoch eine riesen Schmodder-Pfütze in der Gebärmutter ist...
ABER die gute Nachricht ist, dass Gebärmutter-Entzündungen fast ausschließlich erst NACH der Läufigkeit entstehen - denn eigentlich ist der Muttermund ja geschlossen, so dass keine Keime eindringen können. Durch die Läufigkeit öffnet sich dieser, die Schleimhaut ist lockerer und dann können theroretisch die Keime besser eindringen und sich einnisten und ihr Unwesen treiben.
Was viele junge Hündinnen dagegen haben, ist eine s. g. Vaginitis, eine Entzündung der Scheidenschleimhaut. AUCH durch die hormonellen Umstellungen, aber eben während der Pubertät, begünstigt. Was bei Deiner Hündin zuerst da war Entzündung in der "Unterwelt" oder Dünnpfiff, läßt sich im Nachhinein schwer bestimmen - wenn der Hintern vom Dünnpfiff etwas beschmiert war und sie sich gesäubert hat, kann es sein, dass sie einfach ein paar Keime in ihre Vagina eingebracht hat, durchs Sauberlecken. Es kann aber auch andersrum sein, dass die Entzündung den Durchfall begünstigt - da würde man aber i. d. R. einen wesentlich dramatischeren Verlauf vermuten, denn dann wäre die Keimbesiedelung in den gynäkologischen Bereichen ja schon seit längerem vorhanden.
Alle möglichen Varianten lassen sich sehr gut behandeln.
WENN der TA nach der Blutprobe - hat er auch einen Abstrich vom Ausfluss gemacht? - immer noch den Verdacht auf eine Gebärmutterentzündung hat, steht als nächstes ein Ultraschall der Gebärmutter an. Eine geschlossene Pyometra wird normalerweise operiert (aber dazu liest sich der Verlauf bei Deiner Hündin eigentlich nicht dramatisch genug, man gut!), eine offene wird i. d. R. rein antibiotisch angegangen, evtl mit der Gabe von gebärmutterreinigenden Hormonen, eine Vaginitis ist ebenfalls gut mit AB behandelbar.
Lass ggf. auch noch eine Urin-Probe beim TA, wenn Du das nächste Mal hingehst.
Also erst mal durchatmen - was auch immer sich heute herausstellt, es ist alles gut behandelbar.
LG, Chris