Zitat
Keine Rangordnung? ich bin der Überzeigung, dass es bei Hunden gleichen Geschlechts die zusammenleben immer einen gibt der wichtiger ist.
Auch Patricia McConnell spricht, besonders im "Am anderen Ende der leine" oft von rangordnung bei ihren Hunden.
Und das man selber Chef ist, ändert daran doch nix. Die erbittertsten Kämpfe gibt es in der Mitte, oben und unten fällt meist raus.
Nicht falsch verstehen, ich würde die es jetzt auch nicht ausprügeln lassen, trotzdem wage ich ein Rangfreies Rudel zu bezweifeln.
Ich komm nun nicht aus der Verhaltensbiologie, um nun korrekt definitionsgemäß mit dem Wörtchen "Rangordnung" umgehen zu können.
Natürlich gibt es auch unter Hunden, die nicht nach dem "Rangordnungs-Prinzip" gehalten werden, immer situativ bedingt, Hunde, die gerade eine Handlungsentscheidung treffen, Hunde, die einfach mitziehen oder Hunde, die sich aus allem raushalten.
Das hängt sehr von den individuellen Wesenszügen der Hunde ab - selbstsichere Typen, Mitläufer-Typen, "unentschlossene" Typen.
Hunde, die "ohne große Berücksichtigung auf Rangordnung" gehalten werden, sind ja dennoch keine willenlosen Zombies - die haben ihre Vorlieben und Abneigungen und "Kleinkram" dürfen meine auch durchaus selbst entscheiden und in angemessen Bahnen (was ich an der Beschädigungs-Frage im körperlichen, wie auch seelischen Sinn ausmache) untereinander regeln.
Wenn Hund A gerne da liegen würde, wo Hund B grad liegt und es ohne Probleme durchhsetzen kann, dass Hund B aufsteht und sich woanders hinlegt - ist das für mich absolut ok.
Das ist dann in meinen Augen einfach ein selbsbewußter Hund, der weiß, was er will und das auch durchsetzen kann - ohne Schaden für andere.
Ist das dann ein ranghoher Hund?
Derselbe Hund kann sich in einer völlig anderen Situation - etwa beim Spielen auf einmal nicht so durchsetzen - Hund B ergattert das Spieli und zieht damit ab - wer ist nun der ranghöhere?
Hat das überhaupt etwas mit Rangordnung zu tun oder ist das einfach nur situativ bedingt?
In unserer Haltung, die den Hunden ein gewisses Maß an Entscheidungsmöglichkeiten im Umgang miteinander läßt, kommt es aber auf keinen Fall ständig im Umgang mit den Hunden darauf an, auf solche Dinge achten zu müssen.
Da wird das mit dem Hund getan, was uns gerade sinnig, wichtig oder angebracht erscheint.
Große Entscheidungen werden von uns Zweibeinern getroffen - z. B. die Frage, welches neue Mitglied in die Hundegruppe aufgenommen wird.
Aber unsere Hunde würden nie auf den Trichter kommen, Entscheidungen zu treffen wie die, dass der andere eine Konkurrenz darstellt und ständig angegangen werden müßte. Oder, sich vorzudrängeln, weil sie vermeintlich "ranghöher" sind, oder sich das Futter des anderen zu schnappen oder was auch immer sich in schon etwas vitaler-geprägten Bereichen abspielen könnte.
In unserer Haltung gibt es keine Hunde, die irgendwo ganz oben mitspielen und es gibt noch nicht einmal Hunde, die im oberen Mittelfeld mitspielen - wobei man sich im Klaren darüber sein muss, dass eine "Rangordnung" im tieferen Sinne durchaus auch bedeuten kann, dass in einer Hundegruppe verschiedene Hunde in verschiedenen Momenten das "Sagen" hätten und eine Rangordnung nicht immer unmittelbar linear sortiert verläuft. Das "obere Mittelfeld" kommt in der Rangordnungsfrage erst zum Tragen, wenn sich ganz oben Probleme abzeichnen -
Wenn ICH also schreibe, dass meine HH sich ohne Rangordnung abspielt, meine ich damit, dass die "großen", vitalen Entscheidungen definitiv nicht von meinen Hunden getroffen werden.
LG, Chris