Beiträge von McChris

    lotuselise

    Mir geht es um zwei dinge bei meinem Nachhaken.

    Das eine ist, dass oftmals viele Leute (nun völlig egal, ob HH oder nicht) gar nicht wissen, was in der eigenen Gegend so kreucht und fleucht und worum es bei der Brut- und Setz-Zeit tatsächlich geht.

    Das andere ist, dass mit der Schleppleine dem Leinenzwang zwar genüge getan wird, ein Hund an der voll ausgenutzten Schleppleine aber dennoch durch das Feldlerchen-Gelege z. B. zappen kann - womit das Ganze ad absurdum geführt wurde...

    Deshalb wollte ich nachhaken, wie Du für Dich dies Naturschutzgebiete definierst.

    LG, Chris

    Ich selbst würde zwar meinen Hund lieber auch nachts mit Heim nehmen - aber - vergleicht man diese Haltung (unter der Voraussetzung, dass der Zwinger den gesetzlichen vorgaben angepaßt wird) mit anderen Formen der Hundehaltung, finde ich die beschriebene Lösung gar nicht sooo schlecht. Da, wo andere Hunde aus beruflichen Gründen tagsüber allein wären, wäre Dein Hund nachts allein - mit der Aufgabe der Sicherung des Firmengeländes.

    Ich würde mir Gedanken wegen einer anderen Rasse machen. Und vielleicht Gedanken darum, ob in so einem Fall zwei Hunde nicht besser sind, als einer (was aber die Wahrscheinlichkeit des "Weichklopfens" der Eltern kleiner machen dürfte...)
    Aber die "Video-Überwachung" z. B. finde ich eine sehr gute Idee - auch der Tagesablauf ist gut strukturiert, mit Pausen für den Hund und reichlich Aktivitäten tagsüber - Dein Hund wäre weit mehr in Deiner Nähe, als viele andere Hunde unter vermeintlich optimaleren Bedingungen.

    ODER - Du bleibst einfach beim derzeitigen Modell mit dem Tags-Über-Pflegling und suchst Dir für Deine Feierabendspaziergänge einen Hund, der z. B. ältere Menschen als Zweibeiner hat, die auf selbigen nicht mehr so gut unterwegs sind und froh sind, über jemanden, der ihrem Hund Auslauf bieten kann....

    Es ist immer die Frage der Möglichkeiten und des Abwägens - ich finde Deine Voraussetzungen nun gar nicht so schlecht.

    LG, Chris

    Zitat


    3. in "wirklichen" Naturschutzgebieten bleibt der Hund an der Schleppe

    Das funktioniert bei uns supi, machen eigentlich alle HH so, die wir kennen. Das OA hat Personalmangel, deshalb werden vorzugsweise Knöllchen an Badefalschparker verteilt. Keiner von denen hat Zeit so weit zu laufen um vielleicht 20 Euro einzutreiben. Und das ist gut so.....

    Hm, wie definierst denn Du "wirkliche Naturschutzgebiete"?

    Chris

    Zitat

    hm..der hat die angewohnheit - wenn er schon mal kommt- bis max. 1 m vor mir zu kommen (gerade außer reichweite) und dort stehen zu bleiben (wobei er demonstrativ von mir wegguckt

    Was mir dazu so einfällt, ist die Frage, ob Du ihn beim Rankommen durch eine zu frontale Haltung vielleicht "blockierst"?
    Das Weg-Sehen könnte ein Versuch seinerseits sein, Dich zubeschwichtigen oder sich selbst den "Druck" zu nehmen.
    Wenn Du Dich versuchsweise mal seitlich weggedreht hinhockst, schafft er den letzten Meter evtl. auch noch.

    Ansonsten würde ich das Hier-Kommando ganz von vorne aufbauen - er wird es nie gelernt haben.

    LG, Chris

    Das ist vorweg erstmal das Wichtigste - dass man sich bei so einer Konstellation darüber im Klaren sein muss, dass alles möglich ist.

    Was mir persönlich auffällt, ist eine grundlegende Unsicherheit Deinerseits in der Interpretation des Verhaltens Deiner beiden Jungspunde...

    Wenn DU nicht weißt, ob das, was sie da gerade bieten, gerade noch eine lustige, wilde Rauferei unter "wilden Kerlen" ist, oder ob da schon ernstere Absichten hinterstecken, wird es natürlich sehr schwierig für Dich, damit auch entsprechend umzugehen - z. B. eine zu wilde Rauferei zu unterbinden, die Siutuation weiter zu beobachten, gar nicht einzugreifen.
    Ohne dieses Knoff-Hoff wirst Du auf Dauer mit zwei Rüden, die ihre ganz turbulente Phase erst noch vor sich haben, in Schwierigkeiten geraten...

    Deshalb würde ich mir an Deiner Stelle in einem stillen Moment für mich selbst tatsächlich diese Gretchen-Frage stellen:

    Bin ich bereit, MICH so fortzubilden, dass ich Hundeverhalten richtig interpretieren kann, um situativ richtig in das Geschehen zwischen den beiden eingreifen zu können?

    Lernen kann man das eher nicht nach "Welpenbuch", sondern am besten mithilfe eines in der Mehrhundehaltung erfahrenen Trainers. Deshalb fände ich immer mal Einzelstunden für Dich und Deine Hunde schon recht sinnig - zum einen, weil bei einer Konstellation mit zwei so jungen Hundenn, Fehler in der Ausbildung doppelt bis dreifach zählen, zum anderen, weil Du vor Ort und situativ lernen kannst, das Verhalten Deiner Hunde richtig zu "lesen".

    Mit viel Einsatzbereitschft Deinerseits wäre das durchaus möglich.

    ABER, dann kommen so grundlegende Dinge ins Spiel, bei denen ich z. B. hellhörig werden würde - ein 16 Wochen alter Hund, der dreimal täglich Gassi geht und dementsprechend noch gar nicht wirklich stubenrein sein kann.
    Da fehlen mir schon ganz grundlegende Strukturen im Umgang mit und im Wissen über Hunde und dann stellt sich mir die Frage, ob Du mit erst mal nur einem Hund nicht besser "bedient" wärest.

    DEN könntest Du dann zunächst in aller Ruhe ausbilden und groß werden lassen und DANN ist immer noch Zeit für einen zweiten Hund.
    (Dies ist übrigens ein ganz typischer Rat in Sachen Zweithund, der aus der Erfahrung heraus entstanden ist, WIE schwierig es sein kann, zwei solcher Jungspunde gleichzeitig zu haben)

    Überleg wirklich noch mal ganz ehrlich mit Dir und für Dich selbst, ob diese beiden wilden Kerle nicht doch noch ne Nummer zu groß für Dich sind.

    WENN einer abgegeben werden sollte, dann ist je früher desto besser angesagt. Und das wäre kein persönlicher Fehlschlag, sondern lediglich im Sinne der Hunde.

    Entscheiden kannst das nur Du allein.
    LG, Chris

    Als Nutztier- und Pferdehalter mit Elektro-Zaun UND HUnden sehe ich persönlich dieses Thema nicht soooo dramatisch.

    Die Tiere lernen sehr schnell, einen "oberirdischen" E-Zaun zu akzeptieren, wenn sie bei der Ranführung ein wenig Hilfestellung bekommen.

    Den Hund einfach mal so selbst die Erfahrung machen zu lassen (beim oberirdischen E-Zaun ja meist mit der feuchten Nase) halte ich für ausgesprochen unfair. Unsere Hunde haben immer über ein Nein als Abbruchkommando gelernt, den Zaun grundsätzlich zu meiden, bei Gängen über die Koppeln, wo die Zwischenzäune durchschlüpft werden, haben sie gelernt, erst, wenn wir Menschen (den wenn die Hunde mit draußen sind ausgeschlateten E-Zaun) leicht anheben, durchzuschlüpfen.

    Was mir an dem Innotek Zaun nicht gefällt, ist, dass die Lernerfahrung für die Hunde auf eine "ungewöhnliche", im normalen Lern-Umfeld der Hunde nicht vorkommende Art und Weise stattfindet.

    Eine "unsichtbare" und "unriechbare" Grenze, die sich über Akustik/Vibrationen und dann elektrischem Impuls äußert, entspricht m. M. nach nicht dem Lernverhalten des Hundes.

    Deshalb würde ich grundsätzlich darauf achten, dem Hund zunächst eine optische Hilfestellung zu geben und ihn mit einem konsequenten Nein-Training die Grenzen verbal und sichtbar zu verdeutlichen.

    Den Hund einfach machen zu lassen und ab und an - anfangs aus Hundesicht ohne Sinn und Verstand - Töne/Vibrationen und als Steigerung elektrische Impulse wirken zu lassen, ohne dem Hund irgendwelche Hilfestellungen zu geben, halte ich für sehr unfair und - erlaubt oder nicht - tierschutzwidrig.

    In Kombination mit einem auf dem Nein aufgebauten "Grenztraining" ist es durchaus möglich, dass der Hund vielleicht ein bis zweimal die schlechte Erfahrung des Stromimpulses macht - nämlich dann, wenn er das Nein nicht beachtet hat.

    Diese Zäune haben ihren schlechten Ruf, weil viele HH aus Faulheit und Bequemlichkeit den "Zaun für sich arbeiten lassen", was dazu führt, dass die Hunde zunächst nicht die geringste Ahnung haben, worum es bei diesen Impulsen geht - überspitzt gesagt, stell Dir mal vor, ICH würde DICH ausbilden und nicht wollen, dass Du Deinen rechten Arm anwinkelst.

    Bis Du kapiert hast (als intellektuelle Krone der Schöpfung, die wir Menschen ja sein wollen :lol: ), was ich eigentlich von Dir erwarte, wirst Du einige schmerzhafte Fehlversuche haben - erst musst Du lernen, dass die Töne/Vibrationen etwas zu bedeuten haben, dann musst Du lernen, dass die Frequenz der Töne etwas zu bedeuten hat und dann musst Du immer noch herausfinden, worum es eigentlich geht.... Besser wäre es, wenn ich Dir zusätzlich und vorweg irgendwie anders klar machen könnte, was ich von Dir will....

    Große Lern-Nummer für einen Hund - und ohne Hilfe durch den HH nicht manchbar. Man könnte, wenn man das Ganze durchdacht über das NEIN aufbaut, zu dem Schluß und der menschlichen Lernerfahrung kommen, dass die Nein-Grenzen-Ausbildung alleine schon völlig ausreicht....

    LG, chris

    Zitat

    Über 100 vernünftige Jäger verliert man kein Wort, aber wenn man einem von Euch beschriebenen Spezialisten begegnet, bestätigt das doch wieder so wunderbar die Vorurteile die man hegt!

    Großes Pfadfinder-Ehrenwort:

    Ich habe bisher in meinem Leben 2 (in Worten: zwei) vernünftige Jäger kennen gelernt. (Grob überschlagen waren es im Ganzen etwa 100, ein Teil davon die "elitäre" Variante vom Schießplatz...)
    Und diese beiden sind der Grund dafür, dass ich nicht zum völligen Jagdgegner (eigentlich mher Jäger-Gegner...)geworden bin, sondern immerhin immer noch einen Sinn darin sehe. :lol:

    Es bleibt nur zu hoffen, dass Jäger wie Du, die sich in der Öffentlichkeit bewegen können, die Aufklärung betreiben können, die Kritik äußern können, ohne dass die Flinte ganz zufällig auf meinen Hund zeigt, immer mehr werden.

    Meine Definition von "vernünftig" ist nun noch nicht einmal besonders anspruchsvoll - mir genügt ein intellektuelles und sozial-kompetentes Niveau knapp oberhalb eines Neandertalers, mir genügt es, wenn sich auf meinem Land nicht aufgeführt wird wie King Louis, sondern Gesprächsbereitschaft besteht und mir genügt es, wenn nicht am Ostermontag Mittag neben einem vielbegangenen Wanderweg geschossen wird, mir genügt es, wenn mir rechtzeitig mitgeteilt wird, dass eine Treibjagd über mein Land geht - viel mehr braucht es nicht, um mit mir klar zu kommen.

    Ich setze immer noch Hoffnung auf einen Generationen-Wechsel in dieser Angelegenheit - und bin froh, dass unser Jagdpächter hier sehr kompromißbereit ist und gern Schnaps trinkt :D ...

    LG, Chris

    Mein "Problem" mit der Jagd ist weniger die Jagd an sich, sondern mehr die Tatsache, dass es ein oft recht elitäres Hobby ist. Die Jagdausübung ist in ihrem ganzen Umfang sehr kostenintensiv. Mir würden staatlich angestellte Jäger eher zusagen, weil dies dem Ganzen eher Seriösität vermittelt, als eine Hobby-Ausübung von Leuten, die es sich leisten können...

    Nun machen es einem viele Jäger noch dazu - trotz relativer Objektivität bei diesem Thema - nicht besonders leicht, ihnen ein Mindestmaß an wohlwollen entgegenzubringen - sei es, weil sie sich in "ihrem" Revier (das aber in Teilen MIR gehört) aufführen, wie die letzten Menschen, weil ihnen ein gesundes Maß an Diplomatie anderen Wald/Reviernutzern gegenüber fehlt, weil sie nicht in der Lage sind, Kirrungen/Winterfütterungen sachlich zu begründen und somit zu Merkwürdigkeiten beitragen, die ihnen und dem, was sie tun (Jagdpächter zu sein ist ja weit mehr, als ab und an eine Wildsau zu schießen) eher schaden als nützen.

    "Mein" Jagdpächter ist ein recht sachlicher Mensch, mit dem man auch reden kann und von dem man viel lernen kann.

    Dennoch geht es mir völlig gegen den Strich, dass ich ungefragt und ohne ein Mindestmaß an Selbstbestimmung mit meinem Land im Außenbereich automatisch "Zwangsmitglied in einer Jagdgenossenschaft" bin.

    LG, Chris

    Es ist zwar der unbequemere Weg - aber besser wäre es tatsächlich, wenn IHR an Eurer Nervösität und Unruhe arbeitet - der Hund reagiert nur ganz unmittelbar auf Euch, den Hund nun - überspitzt formuliert - zu "plätten", halte ich für die denkbar ungünstigste Variante.

    Eine gewisse Nervösität vor prüfungen u. Ä. ist sicher auch normal - aber wenn bei den Zweibenern schon Beruhigungsmittel im Spiel sind, ist das schon ein ziemliches Level.

    Spontan fallen mir einfach gezielte Entspannungstechniken für Menschen ein, das dauert zwar einen Moment, bis man soetwas verinnerlicht hat, damit ist Euch auf Dauer und Eurem Hund!) sicher mehr geholfen, als Pilleckes zu schlucken.

    LG, Chris