Als Nutztier- und Pferdehalter mit Elektro-Zaun UND HUnden sehe ich persönlich dieses Thema nicht soooo dramatisch.
Die Tiere lernen sehr schnell, einen "oberirdischen" E-Zaun zu akzeptieren, wenn sie bei der Ranführung ein wenig Hilfestellung bekommen.
Den Hund einfach mal so selbst die Erfahrung machen zu lassen (beim oberirdischen E-Zaun ja meist mit der feuchten Nase) halte ich für ausgesprochen unfair. Unsere Hunde haben immer über ein Nein als Abbruchkommando gelernt, den Zaun grundsätzlich zu meiden, bei Gängen über die Koppeln, wo die Zwischenzäune durchschlüpft werden, haben sie gelernt, erst, wenn wir Menschen (den wenn die Hunde mit draußen sind ausgeschlateten E-Zaun) leicht anheben, durchzuschlüpfen.
Was mir an dem Innotek Zaun nicht gefällt, ist, dass die Lernerfahrung für die Hunde auf eine "ungewöhnliche", im normalen Lern-Umfeld der Hunde nicht vorkommende Art und Weise stattfindet.
Eine "unsichtbare" und "unriechbare" Grenze, die sich über Akustik/Vibrationen und dann elektrischem Impuls äußert, entspricht m. M. nach nicht dem Lernverhalten des Hundes.
Deshalb würde ich grundsätzlich darauf achten, dem Hund zunächst eine optische Hilfestellung zu geben und ihn mit einem konsequenten Nein-Training die Grenzen verbal und sichtbar zu verdeutlichen.
Den Hund einfach machen zu lassen und ab und an - anfangs aus Hundesicht ohne Sinn und Verstand - Töne/Vibrationen und als Steigerung elektrische Impulse wirken zu lassen, ohne dem Hund irgendwelche Hilfestellungen zu geben, halte ich für sehr unfair und - erlaubt oder nicht - tierschutzwidrig.
In Kombination mit einem auf dem Nein aufgebauten "Grenztraining" ist es durchaus möglich, dass der Hund vielleicht ein bis zweimal die schlechte Erfahrung des Stromimpulses macht - nämlich dann, wenn er das Nein nicht beachtet hat.
Diese Zäune haben ihren schlechten Ruf, weil viele HH aus Faulheit und Bequemlichkeit den "Zaun für sich arbeiten lassen", was dazu führt, dass die Hunde zunächst nicht die geringste Ahnung haben, worum es bei diesen Impulsen geht - überspitzt gesagt, stell Dir mal vor, ICH würde DICH ausbilden und nicht wollen, dass Du Deinen rechten Arm anwinkelst.
Bis Du kapiert hast (als intellektuelle Krone der Schöpfung, die wir Menschen ja sein wollen
), was ich eigentlich von Dir erwarte, wirst Du einige schmerzhafte Fehlversuche haben - erst musst Du lernen, dass die Töne/Vibrationen etwas zu bedeuten haben, dann musst Du lernen, dass die Frequenz der Töne etwas zu bedeuten hat und dann musst Du immer noch herausfinden, worum es eigentlich geht.... Besser wäre es, wenn ich Dir zusätzlich und vorweg irgendwie anders klar machen könnte, was ich von Dir will....
Große Lern-Nummer für einen Hund - und ohne Hilfe durch den HH nicht manchbar. Man könnte, wenn man das Ganze durchdacht über das NEIN aufbaut, zu dem Schluß und der menschlichen Lernerfahrung kommen, dass die Nein-Grenzen-Ausbildung alleine schon völlig ausreicht....
LG, chris