Zitat
Hundi lernt, dass er bei Ausführen des Kommandos "Komm" belohnt wird, mit Keks, Spiel Streicheln, wie auch immer. "Komm" heißt also "beweg deinen Hintern zu Muddi und es passiert etwas Tolles".
Nun ist der Hund aber abgelenkt und reagiert nicht auf das Kommando, woraufhin er angepackt und Hergezogen wird. Jetzt lernt er also: Das Kommando "Komm" heißt, das gleich was sehr Unangenehmes passieren wird.
Hört er das nächste Mal das Komm-Kommando weiß er nicht, ob es der Vorbote für, lapidar gesagt, einen Keks oder Anpacken ist, und das bringt ihn in einen ordentlichen Konflikt.
Wenn der Hund beim "Anpacken und Ranziehen" für sein kleines Persönchen zuviel Druck erfährt (wir sind ja immer noch beim Welpen hier, gelle?), ja, DANN kann man sich das Komm natürlich versauen, gleiches gilt, wenn der HH das dringende Gefühl hat, sich nun unbedingt durchsetzen zu müssen und zuviel Emotionen und "Härte" dabei an den Tag legt...
Aber ich kann doch auch und gerade beim Welpen, das Komm durch Hernaziehen durchsetzen, ohne den Kerle dabei zu verstören oder zu ängstigen - weder würde ich einen Hund per Leine über den Boden schleifen, noch würde ich ihn am Fell zu mir herziehen auf Teufel komm raus. Aber ich kann durch ein Schieben in die richtige Richtung durch Zupfen an der Leine etc. den ersten Schritt möglich machen - und dann ist da nichts, aber auch gar nichts, was dem Welpen (oder erwachsenen, sensiblen Hund) verstören könnte - und dementsprechend nichts, was das "Komm" versauen würde.
Ich wundere mich oft über diese Diskrepanz zwischen den immer höher werdenden Erwartungen an Welpen und der gleichzeitigen totalen Verwirrung bei den HH in Sachen Erziehung.
Mein letzter Welpe (der schon einige Jahre her ist), konnte in dem Alter, von dem wir hier sprechen, gerade mal seinen Namen und kurze Strecken an der Leine - letzteres mit ganz viel Hilfestellung und eigentlich auch nur, weil es ohne Leine nicht machbar war an manchen Streckchen.
LG, Chris