Zitat
Und wenn mein Hund genervt ist kann sie ja auch einfach weggehen (hinter ihr war der ganze freie Raum, da war niemand.).
Und genau das Weggehen als Alternative kann man den Hunden wirklich gut beibringen.
Ich habe nun keine Vergleichsmöglichkeiten in Bezug auf Babys, aber all unsere Hunde haben z. B. gelernt, unsere alte, mittlerweile verstorbene Hunde-Omi, absolut in Ruhe zu lassen - auch, wenn diese auf ihren dementen Traumpfaden zu dicht an denen vorbeigeschlappt ist und die anderern so genervt hat. Die Hunde-Omi konnte nichts dafür, fast blind und taub hat sie mit dem warnenden Brummeln der anderen nichts anfangen können, aber die anderen konnten ja auch nichts dafür.
Da hieß es dann für uns, einige Wochen lang verstärkt die Hunde zu beobachten und man merkt das "Genervt-Sein" eines Hundes ja meist schon weit vor dem ersten Warnknurrer, gar Abschnapper und dem jeweiligen Hund dann den "Ausweg" weggehen zu zeigen, immer wieder und wieder - bei dem einen ging es schneller, bei dem anderen mussten wir mehr nachhelfen, aber alle haben es gelernt. Das Weggehen wurde beim allerersten Anzeichen des Genervt-Seins abverlangt, der Hund gelobt, wenn er sich woanders hingelegt hat und jedes "gute" Verhalten des Hundes grundsätzlich verbal bestätigt.
Wenn also z. b. die Omi bei ihren Wanderungen einfach unter einem anderen Hund durchmarschiert ist, der so
guckte, aber mucksmäuschenstill stehenblieb - gabs ein dickes Lob. Auch für jedes Warten oder gar zurückweichen, wenn sich die Laufpfade kreuzten - dickes Lob. Wollte Jenni trinken und ein anderer Hund war schon am Napf und machte einen Schritt zurück - dickes Lob.
Das "Ich bin genervt, also gehe ich" hat sich nach kurzer Zeit bei allen sehr unterschiedlichen vier Hunden absolut zuverlässig etabliert.
Das wirklich schwierige war der Umgang mit dem Knurren - verbieten wollte ich es nicht, aber gleichzeitig dem Hund klar machen, dass allerspätestens dann der Punkt zum Weggehen gekommen ist. Es gab also kein nein oder aus dafür, sondern ein "Zwischending" einen leicht mahnend ausgeprochenen Hundenamen in Kombination mit der Anweisung, den Platz zu wechseln. Und dann sofort ein dickes Lob dafür.
Man kann es sicher nicht hundertpro vergleichen - so´n altes Hunde-Ömchen und ein Baby, aber die Grundlagen, ein Lebewesen für den Hund im Grunde für Tabu zu erklären, sind sicher ähnlich.
LG, Chris