Vielleicht habt Ihr noch Tipps für mich.
Ich stehe in ständigem Austausch mit meinem TA, der zwar auch kleine Wiederkäuer betreut, aber selbst sagt, dass er da kein Vollprofi ist und auch mit einer erfahrenen Ziegenzüchterin. Deren Tipps und Anregungen setze ich bereits um, es geht um Ergänzungen.
Seit Mittwoch Nacht ist bei uns ein Zicklein. Geschätzte 8 - 10 Wochen alt, käut bereits wieder, die Hornansätze sind schon durchgebrochen.
Die Vorgeschichte kurz und knapp:
Mittwoch tagsüber lief plötzlich eine Ziege mit zwei Zicklein durchs Dorf. Die Truppe wurde von einem Anlieger aus dem Garten gescheucht und dabei hat ein Zicklein den Anschluss verloren. Dieses habe ich nach intensiver Suche dann nachts gefunden. Das ist seitdem bei uns.
Mutterziege und Zicklein 2 sind weitergelaufen, gestern vormittag aber nochmal im Dorf gesichtet worden. Halter unbekannt, hier gibts fast keine Ziegen, die Mutterziege trägt Ohrmarken, die auf Fotos aber leider nicht zu entziffern sind. Der Liebste ist mit Tonaufnahmen von unserem Zicklein auf der Suche, hat Schafsnetze und Getreideschrot-Schüssel im Auto.
Unser Zicklein macht fütterungstechnisch Probleme.
In der ersten Nacht hat es MAT für Kälber bekommen, weil so rasch an nichts ranzukommen war. Mittlerweile gibt es Ziegenmilch.
Dazu bestes Kälberheu - das scheint er aber noch gar nicht zu kennen, da kann man quasi die Halme zählen.
Und ebenfalls dazu Kräuter, Gräser und Blätter, weil davon auszugehen ist, dass er das am ehesten kennt.
Gestern war er SEHR vital, heute morgen gefiel er mir nicht, hat leider auch leichten Durchfall heute, nach ausgiebigem Absatz von reichlich sehr hartem Kot.
Kein Fieber, dehydriert ist er auch nicht. Schleimhäute sind ok, der Pansen arbeitet, er käut auch wieder. Er war heute morgen sehr ruhig, aber noch weit weg von apathisch.
Nach Rücksprache mit meinem Ziegensupport hat er lauwarmes Wasser mit etwas Traubenzucker bekommen (hat er auch selbst aus der Spritze geschleckt), eine Stunde später war er fast wieder normal, zeigt aber kaum Appetit. Er hat heute erst 50 ml Ziegenmilch getrunken (er saugt nicht richtig an der Flasche, sondern leckt die Tropfen an der Saugerspitze ab, obwohl er einen guten Saugreflex am Finger zeigt), ein paar Blätter (Hasel, Birke, Himbeere, Giersch und Majoran und ein paar Halme Gras hat er auch gemümmelt.
Lämmerstarter und Lämmerpellets sind bestellt, die kommen aber erst morgen. Die paar Schafhalter, die es im Umkreis gibt, haben leider nichts da.
Was kann ich ihm noch anbieten?
Wie kann ich ihm das Heu schmackhaft machen - am ehesten frisst er etwas davon, wenn ich es ihm vor die Nase halte. Zu dem kleinen Heuhaufen hinzugehen ist für ihn noch keine Option.
Etwas Gras und Wildpflanzen frisst er draussen in einem kleinen Pferch - aber heute schüttet es wie blöd, da hab ich zwar einen Sonnenschirm über den kleinen Pferch gestellt, aber das war wieder was Neues und dann ist er sofort abgelenkt.
Ich hätte ihn eigentlich gern länger draussen gehabt, um eventuell die Mutterziege anzulocken, wir haben schon ein hohes elektrifizierbares Geflügelnetz aufgestellt, den kleinen Pferch mittendrin, damit wir es ggf. nur noch schliessen brauchen. Aber bei dem Wetter und leicht angeschlagenem Zustand ist mir das zu viel für den Kurzen.
Der TA meint, der Kurze ist in der Umstellungsphase von Milch auf anderes Futter und es sein nicht dramatisch, wenn ich nicht die Mengen an Milch in ihn hineinbekomme, gestern hat er z. B. insgesamt 400 ml Ziegenmilch getrunken, ein paar Heuhalme gemümmelt und mehrere Kleinportionen an Kräuter-Blätter-Gräser-Mix, er hat seit Mittwoch Abend 250 Gramm abgenommen.
Seine Lieblingsportion sind 50 ml Milch. Alles danach artet in K(r)ampf aus.
WEnn ihr noch irgendwelche Anregungen habt, wäre ich dankbar.