Beiträge von CorinnaS

    Also wer mit freilaufendem Beagle unterwegs ist, der ist auch auf den Hund konzentriert und telefoniert nicht :D . Ist für mich aber auch eine prinzipielle Sache. In der doch vergleichsweise wenigen Zeit, in der ich mit meinen Hunden unterwegs bin, da "darf" ich mich dann schon auch mal exklusiv auf sie konzentrieren. Sie warten lange genug darauf...
    Kalle hat kein echtes Joggerproblem, von daher ist meine Maßnahme hier rein prophylaktisch. Ebenso wie bei Radfahrern. Und glaubt mir, auch wenn ich's mal übersehe, erinnert er mich mittlerweile an diese Begegnungen. So nach dem Motto "Hej Frauchen, da kommt übrigens ein Radfahrer!" Er hat im Grunde eine Art "Meldung" an mich daraus gemacht. Das könnte Futter einbringen (allerdings bestätige ich variabel, also nicht jedes Mal).
    Ich hab das so aufgebaut, weil der Beagle nun mal von seiner genetischen Disposition zum Hetzen neigt. Da wollte ich schlicht vorbeugen.

    Allgemein glaube ich übrigens nicht, daß man alles, aber auch wirklich alles ausschließlich mit positiver Bestärkung oder Gegenkonditionierung hinbekommen kann. Manches erfordert auch schlicht klare Grenzen ohne Wenn und Aber.

    Ich möchte das Geschrei nicht hören, wenn man z.B. am Arbeitsplatz die Toiletten schließt :D .

    Mein Kalle ist "militant" stubenrein. Aber ich würde ihm nie zumuten, so lange aushalten zu müssen. Hunde ertragen vieles. Das ist aber keine Berechtigung dafür, es ihnen auch zuzumuten.
    Ich habe viele Jahre auf einen Hund verzichtet, weil er zu lange hätte alleine bleiben müssen. Natürlich kann man auch als Berufstätiger einen Hund halten. Ich bin auch berufstätig und arbeite weit mehr als 40 Stunden pro Woche. Aber meine Hunde kommen regelmäßig raus und sind nur selten alleine.

    Ich hab ja extra geschrieben, daß das nicht für alles und jeden gilt! Wenn ich meinem Welpen verbiete, mit der Klobürste durch die Bude zu flitzen oder auf den Tisch zu klettern, dann verbiete ich das. Dafür hab ich dann auch keine Alternative.

    Aber für viele Situationen macht's halt Sinn.

    Beispiel Jogger: Ich hab Kontaktaufnahme/Blickkontakt konditioniert. Wer sich auf mich konzentriert und mich anschaut, der jagt auch keine Jogger.

    Bei Paco hatte ich das versäumt und dann sehr bereut. Der raste zu jedem Hund hin, den er sah. Darum hab ich das bei Kalle so intensiv trainiert. Anfangs mit dem Futterdummy, das ist sein "heiliger Gral" :D . Mittlerweile orientiert er sich schon automatisch zu mir und wartet ab, was ich sage bzw. deute. Lilo orientiert sich da leider kaum an Kalle. Aber ich kann mich auf sie konzentrieren, weil ich mich auf ihn verlassen kann.
    Bei mir läuft sowas über's Futter. Liegt beim Beagle ja irgendwie auf der Hand;) Zusätzlich aber auch Spielen. Es soll einfach bei mir interessanter sein.

    Ich persönlich bin ja ein Fan der Gegenkonditionierung, also des Umlenkens. Nicht für alles und jeden, aber doch für vieles.
    Warum? Weil ein reines Verbot meinen Hund in der Luft hängen läßt. Vor allem, wenn ich normales hundliches Verhalten verbiete, das halt einfach im Kontext mit dem Menschen unerwünscht ist. Ein reines Verbot erzeugt m.E. dann gleichzeitig ein hohes Streßniveau beim Hund. Konditioniere ich aber ein alternatives, für mich korrektes Verhalten, dann nehme ich dem Hund diesen Streß. Er weiß ja jetzt, was er tun kann. Und wird entsprechend bestätigt.
    Ich bin nicht sicher, ob Hunde in Verneinungen überhaupt denken können. Letztlich sind sie Opportunisten, die sich an Strategien halten, die Erfolg versprechen. Daher halte ich mich nicht unnötig mit Verneinungen auf, sondern zeige ihnen lieber entsprechende Strategien.

    Lilo hatte auch teilweise massiven Kohldampf, vor allem während der Wachstumsschübe. Da gab's dann auch Tage, an denen sie richtig dürr aussah. Ich hab die Futtermenge entsprechend angepaßt. Was nutzen mir die schönen Tabellen, wenn mein Hund abmagert? Teilweise bekam sie mal locker das Doppelte. Sobald sie wieder "normal" aussah, habe ich wieder etwas reduziert. Sie ist jetzt 6 Monate alt. Ich beobachte ihre Figur und füttere entsprechend. Auf die Tabellen schau ich schon gar nicht mehr.

    Klar, das ist wirklich schwierig! Du könntest es konsequent mit SL üben, um es auch wirklich durchzusetzen.
    Für mich ist es eine Frage der Sicherheit. Ich brauche einfach eine Möglichkeit zum Einwirken, falls Gefahr vom andern Hund drohlt. Und meine Hunde würden ja auch keinen Unterschied machen, ob der andere nun angeleint oder frei ist.

    Bei Kalle klappt es auch auf kurze Distanz. Ihn kann ich dann auch ohne Leine gut bei mir halten. Allerdings haben wir das auch "ewig" trainiert. Ich fand das so ziemlich das schwierigste Kapitel im Bereich Rückruf (nebst Wild). Bei Lilo schaffe ich es auf kurze Entfernung noch nicht, da muß ich noch viel üben. Aber die ist ja man grad knapp 6 Monate alt.

    Bleib am Ball! Auch wenn es lange, lange dauert.