Beiträge von CorinnaS

    Bin mir Kalle einmal umgezogen, vor drei Jahren. Er brauchte so etwa 3-4 Wochen, bis er wirklich angekommen war und wieder ganz entspannt alleine blieb.
    Nun stecke ich gerade in den Vorbereitungen zum nächsten Umzug, dieses Mal mit 2 Hunden. Ich hoffe, das geht genauso gut über die Bühne.

    Ich hab das ja auch gerade durch. Der Große ist 4,5 Jahre und war bislang verwöhnter Einzelprinz. Auch er hat sich phasenweise komplett zurückgezogen, war abends z.T. nicht mehr mit im Wohnzimmer. Ich hab ihn einfach in Ruhe gelassen. Die Hunde wissen selbst am besten, was sie brauchen und was nicht. Wenn er Ruhe gesucht hat und die Kleine ihn nicht gelassen hat, habe ich mich eingeschaltet. Ansonsten habe ich ihn genauso behandelt wie vorher auch. Und da der Welpe ja anfangs nicht so die ganz großen Spaziergänge machen konnte, gab es auch zumindest draußen noch genug "Exklusivzeit" für den Großen, die er ganz offensichtlich auch genossen hat. Lilo ist heute 6 Monate alt geworden. Die beiden sind ein super Team. Und der Große zieht sich auch nicht mehr oder häufiger zurück als vor ihrem Einzug.

    Jetzt ist das hier leider so ein allgemeiner Erziehungsmethoden-thread geworden. Dabei ging's ja eigentlich ursprünglich um das Prinzip der Gegenkonditionierung. Schade finde ich vor allem, daß ich hier - außer bei "flying-paws" - so wenig Offenheit für den situativen resp. individuellen Einsatz verschiedener Methoden herauslese. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man einen Hund erziehen/ausbilden will, wenn man sich nur auf 1 Prinzip verläßt. Und so ist die Gegenkonditionierung eben 1 Prinzip unter vielen, mit dem man bei dem ein oder anderen "Problem" einen guten Weg für sich und den Hund finden kann. Reagiert mein Hund auf ein Verbot mit einem wünschenswerten Verhalten und generalisiert sowohl Verbot als auch Alternativverhalten (in dem Fall selbst gewählt), dann gibt es keine Veranlassung, da noch was drumrum zu basteln. Findet mein Hund aber bei bestimmten Reizen trotz Verbot kein akzeptables alternatives Verhaltensmuster oder tut sich mit der Generalisierung schwer, dann ist die Gegenkonditionierung einen Versuch wert.

    Mein Kalle hat ein Problem mit dem Festhalten. Beim Tierarzt wollen die ihn immer gleich so massiv fixieren, daß er völiig verstört ist und sich auch versucht zu wehren. Ich schalte mich dann immer ein und übernehme das selbst. Damit fahren wir bestens.

    Die anonyme Bestrafung hat so ihre Argumente. Allerdings nach meiner Erfahrung doch eher in der Theorie. Bei uns auf dem Hundeplatz wurde z.B. allgemein gerne mit Wasserpistolen gegen Kläffer vorgegangen. Auch anonym wie beschrieben. Der Witz ist nur, daß eigentlich alle Hunde sehr schnell rausgefunden haben, was da läuft. Klar, für den Moment war Ruhe. Aber keiner der Hunde hat nach meiner Beobachtung nachhaltig sein Verhalten geändert. Also kein Lerneffekt. Ebenso hab ich's mit den Scheiben erlebt, mit Sprühhalsbändern & Co. Diese Methoden bringen direkt eine Verhaltensänderung. Vielleicht deshalb so beliebt bei einigen Hundetrainern (he, guck mal, wie schnell der das hingekriegt hat!). Ich möchte aber, daß mein Hund sein Verhalten nachhaltig ändert. Und da sehe ich doch Grenzen bei der anonymen Bestrafung, zumindest in der Praxis.