Moin,
manchmal, finde ich, ist die Vergangenheit wichtig - etwa, wenn ich meinem Hund beibringen möchte, nichts von der Straße zu fressen.... ich bin da bei einem Hund, der mal wirklich Hunger schieben musste oder auf der Straße Selbstversorger war, viel geduldiger, weinn ich um so eine Vergangenheit war. Auch nachsichtiger...
Unser Diego kam von der Straße, er ist den Kindern im Urlaub zugelaufen und dann zu uns gekommen. Ich konnte manches viel besser einordnen, weil ich um seine Vergangenheit wusste. Seine Angst vor Männern, vor dunklen Typen insbesondere. Sein Jagdtrieb, er hat teilweise davon gelebt - ist was ganz anderes, als ein einfach nur gern jagender Hund, existenzieller.....
Lucas wurde ausgesetzt, er kann vieles schon, hat - soweit ich das beurteilen kann - nie auf der Straße gelebt, frisst auch nichts vom Boden. Hat soviel Vertrauen, das er auf "pfui" an einer offenen Tüte Lieblingsleckerlies vorbei gehen kann - mit Diego wäre das sehr sehr lange Zeit unmöglich gewesen und ich hätte ihn mit so einer Übung heillos überfordert.
Aber, er fürchtet sich vor Stöckern, ich kann daher anders auf ihn eingehen, wenn uns Walker entgegen kommen. Und ich gehe davon aus, das er geprügelt worden ist.
Natürlich lassen wir die Vergangenheit ruhen und leben hier und heute, aber mit ein wenig Wissen geht man andere Wege. Bei Lucas etwa clickere ich, das ist neu für ihn und nicht negativ besetzt wie etwa ein einfaches Komando per Sprache. Für mich war es wichtig zu erfahren, das sein Wohlfühlkreis beim letzten Halter eben auch rund 300 bis 500 mtr. entsprach und er zurück kam, wenn quasi das Auto angelassen wurde. Also, er ist es gewohnt allein spazieren zu gehen, logisch, das er das hier auch macht, für mich bedeutet das ein anderes Vorgehen und einen anderen Umgang als ihn meine Bekannte hat. Deren Auslandshund hat solche Angst sie zu verlieren, das er keine 10 meter von ihr weg gehen würde.....
Sundri