Beiträge von Sundri

    Moin,

    und bei meinem Diego hat es über ein ganzes Jahr gedauert, bis er mich am anderen Ende der Leine überhaupt zur Kenntnis genommen hat - der stellte draußen schlicht auf "ich bin dann mal weg" - drinnen war er ein wunderbarer Hund, ein Traum.... und wenn ich in all unseren viel zu wenigen Jahren eines von ihm gelernt habe, so dass jedes Tier sein eigenes Tempo hat und Geduld, Geduld hab ich von Diego lernen dürfen.

    Leckerchen, drinnen dafür sterben und draußen nicht mal hinsehen, Ohren? Schleppleine? Ging nicht, der drehte sofort auf Fullspeed und rein in das Ding, wie haben alles ausprobiert..... Hundeschule? Der am besten hörenden Hund auf dem Platz - auch ohne Leine - aber runter vom Platz? "ich bin dann mal weg" - nichts hat geholfen, bis er eines Tages so weit war....

    Letztes Frühjahr war es erstmals möglich - nach 4 Jahren - ihn abzuleinen und er kam auf Rückruf.... nicht toll und umwerfend, aber ausreichend. Was habe ich mich gefreut - nach so langer Zeit..... und dann hat er den Herbst nicht überleben dürfen :tropf:

    Es braucht seine Zeit, Lucas zumindest hört schon mal an der Leine, was für ein Erfolg ;)

    Bleib geduldig, das wird schon werden. Ganz sicher, früher oder später....

    Sundri

    Moin,

    ich noch mal, ich hab meinen Lucas ja direkt aus Spanien und er ist jetzt, seit dem 18. Oktober bei uns, also - auch noch nicht so lange...

    Du bist ein wenig zu schnell..... das ist nicht böse gemeint, aber solche Hunde brauchen gut 8 Wochen plus/minus bis sie "angekommen" sind. Wenn sie als Straßenhund gelebt hat, hat sie gelernt, "Menschen - öh - brauch ich nicht", sie war allein unterwegs, hat sich durchschlagen müssen - ist vielleicht verjagt worden, mit Steinen beworfen oder was Straßenhunde noch so alles erleben.... hier bei Euch ist alles neu und unbekannt, das braucht seine Zeit.

    Lucas etwa interessiert sich null für Spielzeuge, kennt er nicht, (er ist aber wohl auch schon um die 6 Jahre alt), egal was ich damit mache, er schaut nicht hin..... spielen? Ja, ein wenig.... aber nur wenn echt nix anderes los ist und draußen -lieber nicht, da muss er schauen, was um ihn herum passiert.... wenn er mal eines in der Schnauze hat und ich versuche daran zu ziehen, lässt er sofort los, sofort - und rührt es nicht mehr an. Wir spielen also anders, Pfoten schnappen etwa - oder kuscheln dafür viel (natürlich nicht beim Spaziergang).

    Uns haben die Übungen mit dem "Lucas" und belohnen (Aufmerksamkeitstraining echt geholfen) - auch weil er eben früher allein unterwegs war. Und sich das jetzt sehr wünscht, er findet es blöd, an der Leine zu sein und mit mir mitzugehen, keine Mäuse mehr jagen zu dürfen und den Rehen, den doofen Dingern, nicht hinterher jagen zu dürfen und es gab eben in seinem Leben eine Zeit, da durfte er und konnte das - so wie es ihm gefiel. Ich bin sicher, er vermisst das heute.

    Draußen ist immer auch ein bisschen Gefährlich, je nachdem was so ein Hund erlebt hat. Heute Morgen, wir gehen raus, 30 meter hinter uns fällt eine Autotür ins Schloß - nicht heftig, eher normal und Lucas, der mit seinen Gedanken grad ganz woanders war - startet Fullspeed durch - menno, mich hats einfach nur herum gerissen. Hinterher stand er da, schaute dem Auto nach, kam sofort zu mir und drückte sich kurz an mich - so nach dem Motto "also, ich weiß auch nicht, war nicht bös gemeint....." bei Knallern zu Silvester zuckte er nicht mal, aber diese Tür - wer weiß was er erlebt haben mag?

    Das braucht seine Zeit, gib sie Euch. Aufmerksamkeitstraining halte ich für eine gute Idee..... vermutlich hat noch nie in ihrem Leben jemand mit ihr gespielt? Oder sie überhaupt beschäftigt, draußen zumindest?

    Sundri

    :hust: also, Du kannst das Fell/Vorhaut zurück schieben - per Hand - und dann sehen, ob Du die Haare entfernen kannst. So ganz vorsichtig, normalerweise sollte das gehen... bis das Feuchtglied halt raus schaut.

    Sundri

    Moin,

    ich glaube doch, wir sind uns alle einige, das ein Leben mit Makeln auch ein schützenswertes Leben ist, das gleichwertig zu einem gesunden Leben zu sehen ist. Egal ob Hund oder anderes Getier.

    Aber, ich entscheide mich hier für etwas, das ich kaufe, ich bin bereit mein Geld dafür auszugeben und ich glaub, dann darf ich mir a. aussuchen was ich möchte und b. ich hab das gute Recht mir ein unversehrtes Leben auszusuchen.

    Ich mein, ich bezahle nirgends den Normalpreis, wenn die Ware defekt ist. Hat das Auto einen Kratzer kann ich mir das überlegen und wenn der Nachlass für mich akzeptabel ist, okay. Genauso ist es doch auch mit Kleidung und allen möglichen Artikeln? Würde jemand eine angeschlagene Tasse kaufen? Regulär? Ich muss das nicht einmal mit Kindern vergleichen....

    Mein Züchter hat mir damals auch einen versehrten Welpen (für 1/4 weniger) angeboten, aber da ich nicht einschätzen konnte, wie sehr ihn eine fehlende Zehe behindern würde - nahm ich lieber einen gesunden Welpen. Bei kurzhaarigen Hunden sieht man eine Knickrute immer - die kann ein Hund aber auch bekommen, wenn er sie sich bei mir, eventuell durch dumme Umstände, bricht? Wie Bekannten passiert.

    Ich muss mich allerdings damit beschäftigen, wie ich damit umgehen würde, wenn der Hund etwas "entwickeln" würde, nicht so ist, wie vorgestellt - was dann? Was, wenn der Jagdhund aus guter Zucht Schußscheu wird? Oder aber auch, was wenn mein, als gesund hergeschickter, Hund aus dem Tierschutz, sich als krank entpuppt? Oder sonst was.....

    Grundsätzlich aber kann ich nachvollziehen, das jemand sagt "ich will ein gesundes Tier mit gutem Aussehen haben" zumal bei den Preisen. :hust:

    Sundri

    Moin,

    was ich an Deiner Situation besorgniserregend finde ist, das er Dein Kind ja von Beginn an kennt - die meisten Hunde die ich in solchen Situationen kenne, nehmen das Kind einfach im Laufe der Zeit an, weil sie ja mit ihm aufwachsen.... sich daran gewöhnen, wissen "och der tut mir nix" und Hunde die draußen jedes Kind anbellen, sind drinnen mit dem eigenen sowas von zärtlich, das man es kaum glauben mag. Sie sind mit dem eigenen Kind im Haushalt zusammen auf ein "wir" gekommen, ich weiß nicht, wie ich das anders ausdrücken soll.

    Auch wenn mich die anderen jetzt vielleicht angehen, ich würde das Experiment vielleicht noch mit einem guten Trainer abklären - aber ich weiß auch (ich hatte drei kleine Kinder und Hund, der aber nach ihnen ins Haus kam) das man es einfach nie ausschließen kann, Kind und Hund für einen Moment aus den Augen zu lassen.... wer etwas anderes behauptet, der träumt sich da echt was vor. Zumal Kinder ja durchaus eigene Gedanken haben und Wege gehen - man hat das nicht 100%tig im Griff. Man kann sich das vornehmen und versuchen, aber den Moment in dem es schief geht, den wird es immer geben.....

    Besonders wenn Du an weitere Kinder denkst, ist eine andere Lösung zumindest etwas, das man im Auge haben sollte, so sehr das Herz auch weint und so schwierig das für alle ist - ein Kind muss ja nicht einmal bewusst dem Tier etwas tun (das tun die wenigsten kleinen Kinder, die sorgsam an Tiere geführt werden) sondern es kann einfach fallen, den Hund "übersehen" oder ähnliches und schon ist das Dilemma groß.

    Ich beneide Dich nicht.

    Sundri

    Moin,

    och, alle meine Hunde wussten genau wo sie hingehören.... und alle wussten auch genau, was sie bei wem durften und was nicht. Das hat ihrer Zuneigung zu mir und ihrem Gefühl "da gehöre ich hin" keinen Abbruch getan. Solange sie also nicht mit etwas gefüttert werden, was ich nicht will - bin ich da heute sehr gelassen geworden.

    Sorg Dich nicht, wie die anderen das auch schon schreiben, sie kann das trennen und unterscheiden. Ist doch eine tolle Lösungfür Euch, Du kannst in Ruhe arbeiten und sie ist nicht allein. ;)

    Sundri

    Moin,

    unser Trainer übt mit uns sog. Aufmerksamkeitstraining (ich arbeite dabei mit Clicker, andere mit dem Wort "fein") wir gehen mit dem Hund an lockerer Leine und rufen ihn leise beim Namen, schaut er uns an, oder zuckt auch nur mit dem Ohr in unsere Richtung, gibt`s ein "fein" und ein Leckerlie. Ich clickere aber, da meine Auslandshunde alle nicht so sehr auf Worte reagiert haben...... das heißt, Lucas reagiert auf mein "Lucas", click und Leckerlie.

    Das klappt meist sehr gut. Nicht - wenn der Hund erst andere Dinge zu erledigen hat,also frisch raus kommt, sich Lösen muss und überhaupt erst mal die Gegend abscannt, weil alles neu ist.... es sollten vertraute Wege sein, begonnen haben wir mit dieser Übung drinnen.

    Rückruf. Du brauchst ein bestimmtes Komando und ein Leckerlie -für das er am besten alles macht - und das gibt es dann nur und ausschließlich beim Rückruf, so ein Superleckerlie. Bei uns ist das auch Leberwurst aus der Tube. Üben beginnt auch drinnen.... wir nutzen eine Pfeife und haben Lucas quer durch die Wohung gepfiffen, von links nach rechts, in Räume, in die er sonst nicht darf, dann im Garten - dann in ablenkungsarmer Gegend und später, wenn es sitzt, auch draußen. Es geht aber auch mit Komandos gut "hier" oder was immer man nehmen mag.

    Ich übe das durchaus auch an langer Leine..... aber Lucas ist auch ein besonderer Fall :hust:

    Wenn Du einen halbwegs verfressenen Hund hast, klappt das meist nach guter Einarbeitung hervorragend.

    Viel Erfolg
    Sundri

    Moin,

    Malik hatte früher so gar keine Probleme, na klar, 3 Jahre Ausbildung in Gruppe hinterlassen so ihre Spuren. Das hat sich heute sehr geändert. Seit wir hier sehr ländlich wohnen, gibt es Erzfeinde ( :lachtot: komischerweise heißen die alle George, ohne Ausnahme) die verbellt werden und angegriffen, ließe man es zu. Das beruht auf Gegenseitigkeit, auch die Georges unseres Ortes haben Malik zum Erzfeind auserkoren.

    So war das eine lange Zeit, nun wird er bald 14 und immer unverträglicher, er hört nicht mehr gut, sieht nicht gut und giftet alles an, was ihm begegnet, es sei denn, er kennt den anderen Hund schon länger. So nach dem Motto, "erst verprügeln und dann nachsehen, wen ich erwischt habe" Also gibt es für ihn so gut wie keine Begegnungen mit anderen Hunden mehr. Aus Sicherheitsgründen.

    Lucas hingegen ist super verträglich, er geht Streitereien aus dem Weg - es sei denn Malik wird angeprollt - dann geht er dazwischen. In der HuSchu geht er los, wenn ein anderer quietscht und schreitet notfalls ein und drängt den Bedränger ab. Er hat keine Feinde und geht auf alle freundlich zu.

    Mitunter ist das schwierig, er ist freundlich und wedelt und Malik zickt und kreischt in der Leine....

    Sundri

    Moin,

    ich hab ja auch zwei Hunde, allerdings Rüden. Da gab es zu Anfang, als Diego zu uns kam, ganz klare Rangeleien und ich hab auch nicht eingegriffen. Diego hatte eine wunderbare klare Körpersprache und Malik war damals zufrieden, wenn Diego sich unterwarf. Das ging einige Tage so, das die beiden etwas unter sich ausmachten. Und dann war Ruhe..... später wechselte das noch einmal und Malik unterwarf sich und so blieb es, bsi zu Diegos Ende.

    Als Lucas kam, war es ähnlich, Malik versucht, durch Aufreiten das Ganze zu klären, Lucas machte klar "hey Alter, mit mir nicht" und gut war`s. Heute bekommt Malik höchstens noch mal eines drüber, wenn er nicht aufhört, Lucas zu belästigen. Aber nur ganz kurz, knapp und präszise. Ich kann das nicht immer verhindern, Malik ist da penetrant und da er nicht mehr hört, hört er Lucas warndendes Knurren auch nicht.... Lucas "verlangt" auch kein "wirf Dich auf den Boden" sondern einfach nur "bleib mir vom Pelz" - von daher..... Malik hat nun allerdings einen Kastrationschip bekommen und ich hoffe, es wird besser werden.

    Beißeren hat es hier aber nie gegeben, da wäre ich auch eingeschritten, solche Dinge kläre ich und dulde ich einfach nicht. Kommunikation unter Hunden läuft zum allergrößten Teil nonverbal ab und bis sie sich beißen - muss schon sehr viel passiert sein. Und sehr viel übersehen worden sein. Wenn es Malik z.B. früher schlecht ging (er ist alt und nicht mehr gesund) dann hab ich das daran erkannt, das Diego ihn plötzlich weg knurrte - auch das hab ich nicht geduldet. Dann musste Diego eben mal woanders schlafen.... das Knurren war okay (ich hab oft daran erkannt, das mit Malik etwas nicht stimmt, dem merkte man so noch nichts an) - aber mehr - gibt`s nicht.

    Bei Euch ist mehr im Busche, einmal würde ich die Hunde trennen bzw. nur unter Beobachtung zusammen lassen und genau beobachten - hol Dir wirklich jemanden, der sich damit auskennt, und der Dir die Körpersprache Deiner Hunde übersetzt und klärt. Und - dazwischen gehen. Lass es nicht zu, das sie sich beißen, geht gar nicht. Aus der Ferne kann man das nicht beurteilen.

    Vielleicht schränkt beei Euch der eine Hund den anderen ein, ohne das Du es direkt mitbekommst? Legt sich in den Weg, lässt ihn nicht vorbei oder solche Dinge - kommt öfter vor, als man es selbst mitbekommt. Jemand der da drauf sehen könnte, wäre eine gute Lösung.

    Sundri