Moin,
nein, nicht der hunderste Thread zum Thema "mein Hund kann nicht allein bleiben......." ich beschäftige mich grad nur einfach so mit dem Thema - ohne aktuellen Anlass - u nd je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr spüre ich, ich brauche Austausch dazu.
Ich fang mal bei uns an, als ich Malik im Mai vor 13 Jahren bekommen hab, hab ich mir gar keine (und das meine ich auch so) Gedanken über Allein bleiben oder nicht, gemacht - und das genauso gehandhabt. Als er Welpe war, war klar, das er nicht allein bleibt (obwohl er allein auf dem Flur schlafen musste in einer selbstgebauten Welpenkiste, aus der er sich auch brav gemeldet hat, wenn er raus musste - anderes Thema), aber dann bin ich einfach weg gefahren, von jetzt auf gleich, mal zum Bäcker, mal zum Einkaufen, und das haben wir, ohne wirklich daran zu arbeiten, ausgebaut.....
Er lag auf dem Flur, Korb und Wasser dabei (was eh sein Schlafplatz), alle Türen zu.... anstellen konnte er nichts, hat er auch nie, außer ein,zwei Paar Schuhe der Kinder, die sie hatten stehen lassen. Allein bleiben bis heute - no problem, auch mal locker 8 Stunden, aber natürlich entsprechenden Auslauf vorher.
Als Diego kam, hatte ich leichte Probleme, er machte einiges kaputt, aber auch hier hab ich darüber noch nicht wirklich nachgedacht, er kam aus Spanien, passte grad überhaupt nicht in unser Leben und nachdem er sich an meiner Bücherwand vergangen hat, hab ich ihn damals in meiner Not einfach an seinem Platz angebunden. Nach drei Wochen ging er selbst dorthin, wenn er meine Unitasche sah, legte sich hin und schlief ein. Schlief manchmal noch, wenn einer von uns wieder kam. Und ich begann ihn nicht mehr anzubinden, erst auf kurzen Wegen - dann für immer. Zuletzt - kein Probem.
Heute hab ich Lucas, den lasse ich einfach allein, noch keine wirklich lange Zeit, aber mal ein bis drei Stunden durchaus. Es gefällt ihm nicht, er weint ein bisschen, legt sich dann aber hin und schläft. Als wir neulich einen ganzen Tag unterwegs waren, das erste Mal seit ich ihn habe, kam gegen Mittag mein Schiwegersohn uns verbrachte seinen Tag bei uns.
Es war für mich nie eine Frage, ob meine Hunde allein bleiben können - eher ein "müssen sie" innerhalb der ganz normalen Normalität. Hab ich bisher Glück gehabt? Oder hat das doch etwas mit der inneren Einstellung zu tun? Mit der mir eigenen Sicherheit "ich komme wieder" und "nichts Schlimmes wenn ich geh"? Auch in meinem Umfeld sind Hunde einfach schlicht allein gelassen worden, kein Üben, keine 5 Minuten, keine langatmigen Vorbereitungen, zumeist Hunde, die von Welpen an in der Familie sind, keiner kam in einen Kennel oder Zwinger, irgendwann gingen die Menschen ganz natürlich los, zum Bäcker, zum Einkaufen und dann mal auf einen Kaffee zur Nachbarin.
Ich lese hier so oft von Hunden, die alles kaputt machen - schreckliche Vorstellung, aber auch Hunden, die die ganze Zeit weinen. Klar, es gibt solche, die haben echte Verlustangst und andere, die haben vielleicht Kontrolle und sind sauer, wenn ihre Menschen ohne sie gehen und sonst so?
Einen hab ich im weiten Bekanntenkreis, Ridgeback, 9 Monate alt, macht alles kaputt - bekommt aber nicht einmal begrenzten Raum angeboten, sondern die Wohung wird hundegerecht aufgeräumt und ordentlich gehalten. Mein Vorschlag, den Raum zu begrenzen wurde als unanehmbar bezeichnet. Letztens aber sprang er in die Spüle und räumte das Regal aus, Kommentar "ich hab es jetzt leer geräumt" - ich denk mir meinen Teil, falsch verstandenen Tierliebe..... ich käme nicht auf die Idee mein Leben dem Hund anzupassen, meine Wohnung? Obwohl das nicht stimmt, mein Malik ist dement, kann manches nicht mehr und darauf nehmen wir im Alltag unsere Rücksichten, Zeitmässig und auch sonst, ganz ohne Frage, das hat er sich verdient, mein Alterchen.
Was meint Ihr dazu? Wird manchmal einfach zu viel Aufhebens um das Allein bleiben gemacht, zuviel Unsicherheit erzeugt Unsicherheit beim Hund? Zuviel Nachdenken über etwas, das selbstverständlich sein sollte?
Sundri