Moin,
na ja, bei Jagdhunden wird eben auch ein Maß an Eigenständigkeit gewollt und gezüchtet - das ergibt dann manchmal solche Probleme.
Wir haben inzwischen heraus gefunden, das Lucas so Tage hatte (weil wir daran arbeiten) an denen es ihm einfach mies ging und er "so in seiner eigenen Welt vor sich hin lief" - da "hörte" er dann auch doe Pfeife nicht, am nächsten Tag war es schon wieder okay. Mittlerweile nimmer er mich beim Spaziergang auch wieder mehr wahr, achtet auf mich, hört auf kleine leise Worte und bekommt dann immer noch eine Belohnung.
Freilauf geht grad nicht wirklich - bei uns haben sie extrem viel Unterholz geschnitten und man kann meilenweit in die Landschaft sehen und im Moment stehen überall Rehe, so drei bis vier Sprünge sehen wir jeden Morgen. Lucas bellt dann immer und geht mit dem Oberkörper runter (sieht eher aus wie eine Spielstellung) aber er zieht halt nicht wie irre an der Leine - deshalb halte ich das für eine Art Übersprungshandlung. Wenn ich die Rehe nicht sehe, wittert er sie und zeigt sie mir sehr zuverlässig an, ich kann anhand seiner Körpersprache erkennen DA muss was sein und meistens sehe ich dann etwas - er oft nicht, er ist halt kleiner.
Und mies gehen - er hatte oder hat ja (eigener Thread) echte Rückenprobleme, während wir zu Beginn (er war ja noch nicht so lang bei uns) sein Hecheln oft für Stress gehalten haben, waren das Schmerzen. Seit drei Wochen gehen wir zur Physio und ins Bewegungsbad - weil seine Hinterhandmuskeln schon deutlich abgebaut sind, aufgrund seines veränderten Ganges um die Schmerzen zu vermeiden. Das bauen wir auf und ich glaube, erste Erfolge sind sichtbar - er springt mehr und ist deutlich aktiver. Und er muss das schon länger haben, er hat richtig dolle Wirbelblockaden, die ein oder andere sind wir aber auch schon los.
Ansonsten ist er einfach ein ganz feiner Kerl, super im Umgang, total verschmust, sehr auf mich bedacht und wie alle meine Hunde, spielt er nur mit meinen Kindern und mit meinem Liebsten. Ich kann mir den Alltag ohne ihn kaum mehr vorstellen.
Jetzt finde ich grad heraus, das er getrocknetes Entenfleisch nicht verträgt *grummel* natürlich durch Durchfall und 5 mal aufstehen über Nacht und anziehen und raus gehen..... aber gut, gibt`s eben wieder Hühnchen im Kaustreifen.
Ich kann mir vorstellen, das jagenden Hunde - oder solche wie Lucas - der in Spanien nach Herzenslust hat jagen können - äußerst schwer, wenn überhaupt davon ablassen, es ist einfach das, wofür sie seit Jahrhunderten gezogen wurde, das liegt ihnen im Blut und zumindest meine Hunde - haben gejagt und wissen wie das geht.... das macht ne Menge aus. Erfahrung, je mehr davon, desto größer die Passion am Jagen.
Der ist ja nicht blöd und weiß genau, das ich nach der Jagd noch da bin oder zumindest kommt er dann nach Hause.... und Leckerlie gibt`s trotzdem, weil Mensch sich ja freut, auch wenn Hund zu spät kommt. 
Sundri