Hallo Annchen,
das tut mir sehr leid zu lesen.... und wie die anderen schon schreiben, es ist von Hund zu Hund verschieden. Es ist auch von Hund zu Hund verschieden, wie sie damit umgehen und sich weiter entwickeln. Manche lassen nach Tagen keine Traueranzeichen mehr erkennen, andere leiden schwerer....
Ich kann von meinen Jungs erzählen. Letztes Jahr starb, völlig überraschend, unser junger Hund Diego - wir waren immer davon ausgegangen, das er den Alten locker überlebt. Malik ist alt, sehr krank, er hat starke Arthrose und ist dement. Auch bei uns lag Diego noch einen gewissen Zeitraum im Zimmer, Malik lag hin und wieder neben ihm, stupste ihn an und wir nahmen an, das er "begreift" das Diego nicht mehr ist.
Wir fuhren mit Diego nach Schweden, weil wir dort Grund und Boden haben, hier leben wir zur Miete und ich wollte meinen "kleinen" Hund nicht weg geben oder allein lassen, so begruben wir ihn dort. Malik sah zu, in Schweden war noch alles gut, Malik hatte zwar diverse Probleme - aber gut, er ist auch alt und krank. Aber er ließ keine Anzeichen von Verwirrtheit erkennen, war einfach so, wie immer.
Als wir hier ankamen wurde alles anders, das war dann schon zwei Wochen nach Diegos Tod. Er suchte die ganze Wohnung ab und war völlig aus dem Häuschen. Und dann ließ er mich nicht mehr aus den Augen, er konnte nicht mehr allein bleiben, er schlich mir nach wie ein Stalkerhund. Es war richtig schlimm, er war Abends so totmüde, das er Morgens genauso lag, wie Abends hingelegt. Fix und Fertig. Das Karsivan zeigte gar keine Wirkung mehr, er war unruhig und völlig durch den Wind und ich reichlich verzweifelt. Er stand vor der Tür, wie ich ihn verließ, egal wie lang - völlig in sich versunken, oder er lag dort und bellte, bis jemand wieder kam, allein bleiben, auch üfr 10 Minuten zum Bäcker - ging nicht mehr.
Wir haben uns dann, relativ schnell, entschieden, einen "neuen" Hund zu holen, weil auch unsere TÄ meinte, ein anderer Hund wird ihm helfen, er orientiert sich an ihm (er hört nicht mehr gut, sieht schlecht - war körperlich aber noch wirklich gut drauf) und so kam Lucas zu uns, es dauerte keine zwei Tage (da haben die beiden erst mal geklärt, wer hier was zu sagen hat) und ich hatte meinen "alten" Malik wieder. Allein bleiben, kein Thema, mir nachschleichen - okay, ist besser geworden aber er ist einfach nicht mehr gern ohne mich. Aber ich konnte wieder einkaufen fahren oder mal zum Arzt ohne das ich meine Töchter als Sitter einspannen konnte. Das war schon eine Wohltat.
Lucas holt Malik aus der Wohung ab, wenn der sich mal wieder "verlaufen" hat, lässt ihm drei, vier Krümel im Napf und steht daneben, wenn Malik sich ausleckt, Lucas "verteidigt" Malik an dessen schlechten Tagen und sirgt dafür (wenn ich nicht aufpasse) das fremde Hunde ihm fern bleiben, weil Malik das nicht mehr gut leiden kann. Lucas relgementiert ihn auch nicht oder schränkt ihn ein, es ist wunderbar zu beobachten, wie sehr Lucas sich "kümmert". Ich würde mich immer wieder für einen zweiten Hund entscheiden und hab auch oft gehört, dass das dem verbliebenen alten Hund gut tut. Kein Welpe - aber ein gestandener Hund.
Möglicherweise hat Deine Züchterin einen älteren Hund? Der auch mal für ein paar Wochen zu Euch kommen kann, zur Pflege? Wäre ja eine Alternative?
Ansonsten wünsche ich Euch alles Gute und eine schmerzfreie letzte Zeit.
Sundri