Beiträge von Estandia

    Claire Keegan – Small Things like these (Kleine Dinge wie diese)

    Hier mal die Beschreibung bei Goodreads, die es ganz gut zusammenfasst:

    "Es ist das Jahr 1985 in einer kleinen irischen Stadt. In den Wochen vor Weihnachten steht Bill Furlong, ein Kohlehändler und Familienvater, vor seiner arbeitsreichsten Zeit. Eines frühen Morgens, als er eine Bestellung an das örtliche Kloster ausliefert, macht Bill eine Entdeckung, die ihn zwingt, sich sowohl mit seiner Vergangenheit als auch mit dem mitschuldigen Schweigen in einer von der Kirche kontrollierten Stadt auseinanderzusetzen."

    Bei diesem Buch ist der Titel wortwörtlich Programm. Bill Furlong ist ein netter, korrekter Mann, der seine Frau und 5 Töchter gut behandelt, in schweren Zeiten an seine Nachbarn und Angestellten denkt und seine Familie und die Menschen seiner Gemeinde ehrt. Es sind echt die kleinen Dinge, die ihn aufhören lassen, die ihn verstören, die ihn an seine Vergangenheit denken lassen. Er fängt an sich Fragen zu stellen und sich mit sich selbst und der Zeit, in der lebt, auseinanderzusetzen. Ein ernstes Buch, das es versteht mit kleinen Gesten und Worten den verschleierten Blick auf etwas zu klären, das grausiger nicht sein kann.

    Claire Keegan – Foster (Das dritte Licht)

    Eines heißen Sommers im ländlichen Irland, bringt ein Vater eines seiner Kinder vorläufig bei Verwandten unter da die Mutter in Kürze ein weiteres Baby erwartet und das Haus bereits mit Geschwistern überfüllt ist. Das Mädchen wird bei den ihr unbekannten Verwandten, einem kinderlosen Ehepaar, herzlich und warm aufgenommen, es erfährt eine bedingungslose Zuwendung und Sicherheit durch liebevolle Regeln und blüht jeden Tag etwas mehr auf. Doch der Sommer wird bald vorbei sein und die Mutter wird sie zurück nach Hause rufen, in ein Haus, in eine Familie, die all das nicht ist, was das Mädchen sich jetzt wünscht.

    Ein ganz kurzes, ruhiges Buch aber wirklich ein kleines Wunder. Die Pflegeeltern sind einfach wunderbar beschrieben, voller Hingabe und dem Drang, besonders der Vater, dem Mädchen die kleine Welt um ihr neues Heim zu zeigen. Auf ganz wenigen Seiten wird eine unglaublich nette und wunderbare Coming of Age-Story erzählt.

    Buch Nr. 75 für dieses Jahr :mrgreen-dance:

    Toshikazu Kawaguchi – Before the Coffee Gets Cold

    "In einer kleinen Seitengasse in Tokio gibt es ein Café, in dem seit mehr als hundert Jahren sorgfältig gebrühter Kaffee serviert wird. Doch dieses Café bietet seinen Kunden ein einzigartiges Erlebnis: die Möglichkeit, in die Vergangenheit zu reisen."

    Ein ruhiges Buch, ohne Action und böse Worte – mit wenigen aber komplexen Charakteren und interessanten Geschichten. Die 4 enthaltenen Kapitel folgen einem "Muster", was ein bisschen repetitiv erscheint, dafür ist die jeweilige Handlung aber durchaus überraschend. Ich fand das Zeitreisen-Element ganz spannend, da es mit einigen Regeln daherkommt, wie z. B. dass der Kaffee nicht kalt werden darf :klugscheisser:

    In dieser Stadt gab es viele Geister. Sie musste aufpassen. Deshalb übersprang sie die Ritzen im Pflaster und hüpfte jedes Mal gerade so weit, dass ihre Füße, die in abgewetzten Schnürschuhen steckten, auf den Flächen zwischen den Spalten landeten. Mittlerweile war sie dabei sehr flink, sie beherrschte dieses Himmel- und-Hölle-Spiel fast schon im Schlaf.

    Nicci French – Blauer Montag

    David Eagleman – Sum (Forty Tales from the Afterlives)

    Wie der Titel schon sagt, 40 (Mini)Erzählungen über das (un/mögliche) Leben nach dem Tod.

    Das war einfach ein großer Spaß mit extremen Black Mirror Vibes.

    Da sind unglaublich interessante Ideen und Visionen dabei, oft geht es um Gott – in irgendeiner Form – um Gottheiten, um Technologie, Gedanken, Atome, Planeten, Himmel und Hölle, um Erinnerungen und ganz viel Menschlichkeit. Ich kann das Hörbuch auch nur wärmstens empfehlen, da sind tolle Stimmen dabei (u. a. Emily Blunt, Gillian Anderson, Jarvis Cocker, Nick Cave...).

    Einziger Minuspunkt, die Geschichten sind oft nur 2 - 3 Seiten lang und das Buch dazu sehr klein, liest man zu viele Kapitelchen hintereinander kann man sie hinterher kaum mehr auseinanderhalten.

    Julia Armfield – Our wives under the sea

    Leah ist Tiefseeforscherin und vom Wasser, vom Ozean, von der Tiefsee, besessen. Mit zwei anderen Kollegin steigt sie in ein U-Boot und geht auf eine Tiefseemission – wie schon viele Male zuvor. Doch was nur drei Wochen dauern sollte, endet erst nach sechs Monaten. Leah kehrt zu ihrer Frau Miri zurück, die glaubt, dass nun ihr Leben (mit Leah) weitergehen kann, hatte sie die letzten Monate doch vor Sorge nur noch funktioniert. Miri muss allerdings bald feststellen, dass Leah sich verändert hat und es immer noch tut ...

    Erzählt wird die Geschichte aus zwei Sichtweisen, einmal Miri, die an der Oberfläche ihr Leben hinbiegen muss und einmal Leah, die unfassbar tief im schwarzen Ozean im U-Boot festsitzt. Miri muss ein komplexes Geflecht aus Job, Freunden, Wohnung, Emotionen jonglieren – Leah muss sich ihrer Hilflosigkeit und einem nicht greifbaren Grusel stellen.

    Ich fand, das Buch glänzte vor allem in den Rückblicken, wenn Miri sich an ihre kranke Mutter erinnert, an die ersten Dates mit Leah, an die Parties, an die Art wie sie mit ihrer Frau wahrgenommen wird, wie verschieden sie und Leah waren und sind. Haupt- und Nebencharaktere sind greifbar und glaubwürdig. Die Themen des Buches werden ruhig erzählt, ohne Hast, ohne Action, es ist ein langsamer aber unaufhörlicher Wandel. Das Ende kommt still, ohne Tam Tam, ohne großen Plot-Twist, es ist leicht vorauszuahnen was passieren könnte, dennoch ist es schlussendlich unerwartet und unumkehrbar.

    Im Mai hatte ich Armfields Anthologie Salt Slow gelesen und fand das schon unglaublich gut. Ihr Debutroman hat noch eins draufgelegt, für mich 5 Sternchen.

    Peggy ist jetzt 11 Jahre und 10 Monate. Bis auf die eine oder andere Baustelle ist Sie noch Fit und sehr agil. Die letzten Tage war es wieder deutlich zu spüren weil ich krank im Bett liege und nur eingeschränkt mit ihr Spazieren gehen konnte das Sie Bewegung braucht um sich auszupowern. Meine Tierärztin ist sehr zufrieden mit ihrem Zustand und meinte Sie für fast 12 Jahre kaum grau ist das wäre ein Zeichen für gute Pflege. Vielleicht ist es auch ein Stück Genetik das Sie noch nicht so grau ist im Gesicht. Weiß jetzt gerade nicht ob es schon mal gefragt wurde aber wie war es bei euren Hunden mit dem grau werden? Wann begannen die ersten Altersbeschwerden bei euren Fellnasen? Jedem dem ich sage das Peggy bald 12 wird kann es kaum glauben. :smile:

    Böki ist auch einfach ausgeblichen. Anfangs semmelfarben, dann hellblond und dann schließlich weiß. Vornehmlich im Gesicht. Gesundheitlich war er bis 16 unauffällig und die Leute konnten es auch kaum glauben. Mit 17 hat ihn das Vestibularsyndrom mehrmals niedergestreckt, schlussendlich hat er sich davon nicht mehr erholt. Er ist 18 Jahre und knapp 8 Monate geworden.