Beiträge von Estandia

    Ich hätte da spontan eine beispielhafte Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine Desensibilisierung, villeicht hilfts ja :smile:

    Erst zum nächsten Schritt gehen, wenn der vorige sicher gezeigt wird

    • Zeigen Sie dem Hund den Maulkorb und geben ihm eine große Handvoll leckerer Futterbrocken. Wiederholen Sie dies mehrmals am Tag bis der Hund eine freudige Erwartungshaltung beim Anblick des Maulkorbes zeigt.
    • Spielen Sie ein Targetspiel mit dem Maulkorb. Belohnungen gibt es für jedes Anstupsen mit der Nase. Ein clicker-erfahrener Hund ist hier von Vorteil, um gute Reaktionen zu bestätigen.
    • Wenn der Hund loslegt, sobald er den Maulkorb präsentiert bekommt, belohnen Sie nur noch alle 2 oder 3 Reaktionen. Versuchen Sie die stärkeren und längeren Nasenstupser zu bestätigen.
    • Halten Sie den Maulkorb nun so, dass der Hund seine Nase direkt hineinstecken könnte. Belohnungen gibt es jetzt nur noch in diesem Bereich. Einen Jackpot gibt es wenn der Hund seine Nase auch wirklich geradewegs hineinsteckt. Es ist okay, mit einem Leckerli von der anderen Seite zu locken, um prompt richtiges Verhalten zu bekommen - die Stufen 1 - 3 gehören jedoch zu einem stringenten und detaillierten Training dazu, auch wenn man weniger Zeit für sie investieren könnte.
    • Der Hund steckt nun seine Nase in den Maulkorb. Haben Sie dies über's Locken erreicht, schleichen Sie das Hilfsmitteln nun wieder aus. Der Hund muss seine Nase nun VOR dem Erscheinen des Leckerlis in den Korb schieben.
    • Fügen Sie zu Schritt 5 'Dauer' hinzu. Verzögern sie das Geben der Belohnung für eine oder zwei Sekunden. Loben sie den Hund ausgiebig während er wartet. Steigern Sie die Dauer geradlinig auf 10 Sekunden.
    • Legen Sie die Riemen sehr locker an. Währen der Hund wartet, hantieren sie mit den Riemen an seinem Kopf. Wenn er daran gewöhnt ist, schließen sie die Riemen locker. Loben Sie ihn in den höchsten Tönen mit einer fetten Belohnung fürs erste richtige Anlegen. Beim ersten Hantieren mit den Riemen wird der Hund vielleicht seine Nase aus dem Korb nehmen - unterbrechen Sie das Training kurz und versuchen sie es mit subtilerem Hantieren beim nächsten Mal
    • Schließen sie die Riemen nun so, dass der Korb immer enger sitzen wird. Das verdient extra Lob und Belohnung.
    • Festigen Sie den Sitz des Korbes und verlängern Sie die Dauer des Tragens an sich. Nun können Sie ihn für das Handling und Training verwenden.

    oh na das hört sich doch super an :D

    Ich häng mich son bisschen an dieser "stark befahrenen Straße" auf :???: Hier in der Stadt sind die Straßen natürlich VOLL, aber hier herrscht Stop&Go. Da empfinde ich eine Landstraße, wo alle Minute ein Auto mit 80km/h kommt schlimmer, als eine volle Straße, wo nur alle 30 fahren. Auch gibt es Hunde, die mit einem konstanten Strom an Autos besser klarkommen als mit 3 Autos pro Minute...

    Und ja, n Hund der einfach auf alle möglichen Reize (über)reagiert gehört an die Leine und zwar so, dass er auch mit jener nicht tun und lassen kann was er will :pfeif:

    Zitat

    Aber es ist halt eben auch so, dass er Alternativen nicht annimmt.

    Dann setzt man damit weit vorher an, in einer Situation wo man das Alternativverhalten eigentlich nicht braucht und nicht erst wenn die "Notsituation" eingetroffen ist. Ich sag immer, wenn der Hund KÖNNTE, dann WÜRDE er auch. Aber jedes Verhalten ist konsequenzgesteuert...

    Also ich lese aus deinem Text, dass der Hund (A) keinen Plan hat was "Nein" heisst, (B) verwendet ihr es einfach überall und sagt ihm (C) nicht (oder nur sporadisch) was er stattdessen tun soll. Du schreibt es selbst, die Sache mit dem Körbchen ist ein SPIEL. Spätestens nach dem 2. Mal wäre mein Hund am Korb angeleint, später würde ich dem Futterbrocken ins Körbchen schmeissen während ich am Tisch esse... Mit dem Futternapf genauso. Warum blocken und rumhampeln anstatt zu sagen Ich will ein "Sitz" von dir, dann bekommst du sogar was aus dem Napf. Lasst den Hund doch nicht soviel selbst entscheiden, dann kommt er seltener in die Verlegenheit solche Demutssignale zu zeigen.

    Einerseits soll er wissen, dass ihr sauer seid, andererseits soll er nicht demütig umherschleichen - das passt nunmal nicht zusammen.