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So, hab gerade mit der Trainerin telefoniert. Erste Weisung, im Moment keine Knochen oder ähnliches, nur Sachen die er auffressen darf und nicht verteidigt. Nichts mehr wegnehmen. Zweitens gibt es das Hauptfutter jetzt aus der Hand und drittens wurde mein Freund verdonnert auch mit ihm zu arbeiten und auch mit in die Hundeschule zu gehen.
Das ist doch schonmal ein Ansatz, bei dem man nichts falsch machen kann
Gehört übrigens zum Management - das Verteidigen wird verhindert und der Hund kommt somit nicht in die Verlegenheit bewachen zu müssen.
Das ist der springende Punkt. In der Desensibilisierung und der damit verknüpften Gegenkonditionierung geht es eben darum unterhalb der Reaktionsschwelle des Hundes zu arbeiten und ihn auf das Annähern, Anfassen und Wegnehmen seiner Beute vorzubereiten und ihn lernen zu lassen, dass es eben genau NICHT notwendig ist zu drohen. Man erarbeitet sich somit beim Hund eine emotional positive Einstellung, darauf dass jemand "an seinen Knochen will".
Vllt. kann euch beiden die Trainerin zeigen, wie ihr vorgehen und was ihr mit Riley am besten erarbeiten könnt. Sie sollte euch auch zeigen, wo genau bei ihm das Drohen beginnt - beim Verteidigen von Futter ist es typisch, dass der Hund versucht schneller aufzufressen. Das bekommt man mitunter nicht mit, da der Hund vllt. generell schlingt. Eine erhöhte Geschwindigkeit beim Kauen ist aber ein erster Hinweis auf's Verteidigen. Auch solltet ihr zur Sicherheit an einen MK denken, wenn ihr euch unsicher seid.
Es gibt viele Variablen, mit denen man arbeiten kann und die wichtig im Training sind. Ebenso ob der Hund auch andere Dinge verteidigt, die ihr aber noch nicht "seht". Wenn der Hund sich ausschließlich im Training für das "Bewachen von Rinderhautknochen" befindet, daheim aber Spielzeug, seinen Napf und vllt noch die Box im Auto verteidigt, kann das den Trainingserfolg stark beeinflussen und ihr werdet denken, dass ihr überhaupt nicht vorankommt.
Für mich persönlich hat im Training eine "klare Ansage" (egal wie die aufgebaut wurde) nichts verloren, vor allem nicht wenn ich einer bereits negativen Konnotation gegenkonditioniere. Aggressionsverhalten ist für mich weder Fehlverhalten noch ein Austesten noch Gehorsamsverweigerung. DANK des Aggressionsverhaltens meines Hundes kann ich sehr genau sehen, wo seine Grenzen liegen und wenn ich die respektiere, kann ich auch sehr gut damit arbeiten.