Beiträge von Estandia

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    Aber warum darf der Hund nun meine Grenze überschreiten ohne eine (menschliche) Reaktion in Form von Drohung zu erhalten?


    Welche Grenze soll das sein? Nicht zu beissen? Wenn jegliches Verhandeln (Thema Passive Demut) vorher ignoriert oder sogar gedeckelt wird, existieren offenbar keine Grenzen (mehr). Was bleibt dem Hund, der sich bedroht fühlt, denn?

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    Oder einfacher, warum werden dem Hund mehr Rechte zugestanden als dem Menschen. Das hat nichts mehr mit einer ausgeglichenen Beziehung zu tun.

    Ist das denn so? Warum gibt es denn Beissvorfälle? Nochmal, der Hund hat Grenzen, der Mensch hat welche - es sollte doch nun (nach immerhin 16 Seiten) wirklich klar sein, dass man diese dem Hund fair und auf eine Weise beibringt, die er verstehen kann. Und das nicht erst NACH einem Vorfall.

    Ein Hund kann sich aber nur wie ein Hund verhalten, er wird nicht anfangen zu sprechen, weil er weiß, dass wir Menschen sind. Wir, als Hundehalter, sind dazu verpflichtet uns über Körpersprache, Verhalten und Bedürfnisse unserer Haustiere zu informieren und dementsprechend zu handeln. Es gehört zur artgerechten Haltung und verhindert Missverständnisse und Gefährdung Dritter. Der Hund wurde gezüchtet, um mit uns zusammenzuarbeiten, er versteht uns scheinbar besser als wir uns manchmal selbst. Und DASS es funktioniert, wenn wir auf Signale des Hundes adäquat reagieren, ist ja wohl offensichtlich. Und dass Dinge schief laufen, wenn wir Drohungen ignorieren und die Grenzen des Hundes überschreiten, ist ebenso offensichtlich.

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    So, hab gerade mit der Trainerin telefoniert. Erste Weisung, im Moment keine Knochen oder ähnliches, nur Sachen die er auffressen darf und nicht verteidigt. Nichts mehr wegnehmen. Zweitens gibt es das Hauptfutter jetzt aus der Hand und drittens wurde mein Freund verdonnert auch mit ihm zu arbeiten und auch mit in die Hundeschule zu gehen.

    Das ist doch schonmal ein Ansatz, bei dem man nichts falsch machen kann :gut: Gehört übrigens zum Management - das Verteidigen wird verhindert und der Hund kommt somit nicht in die Verlegenheit bewachen zu müssen.

    Das ist der springende Punkt. In der Desensibilisierung und der damit verknüpften Gegenkonditionierung geht es eben darum unterhalb der Reaktionsschwelle des Hundes zu arbeiten und ihn auf das Annähern, Anfassen und Wegnehmen seiner Beute vorzubereiten und ihn lernen zu lassen, dass es eben genau NICHT notwendig ist zu drohen. Man erarbeitet sich somit beim Hund eine emotional positive Einstellung, darauf dass jemand "an seinen Knochen will".

    Vllt. kann euch beiden die Trainerin zeigen, wie ihr vorgehen und was ihr mit Riley am besten erarbeiten könnt. Sie sollte euch auch zeigen, wo genau bei ihm das Drohen beginnt - beim Verteidigen von Futter ist es typisch, dass der Hund versucht schneller aufzufressen. Das bekommt man mitunter nicht mit, da der Hund vllt. generell schlingt. Eine erhöhte Geschwindigkeit beim Kauen ist aber ein erster Hinweis auf's Verteidigen. Auch solltet ihr zur Sicherheit an einen MK denken, wenn ihr euch unsicher seid.

    Es gibt viele Variablen, mit denen man arbeiten kann und die wichtig im Training sind. Ebenso ob der Hund auch andere Dinge verteidigt, die ihr aber noch nicht "seht". Wenn der Hund sich ausschließlich im Training für das "Bewachen von Rinderhautknochen" befindet, daheim aber Spielzeug, seinen Napf und vllt noch die Box im Auto verteidigt, kann das den Trainingserfolg stark beeinflussen und ihr werdet denken, dass ihr überhaupt nicht vorankommt.

    Für mich persönlich hat im Training eine "klare Ansage" (egal wie die aufgebaut wurde) nichts verloren, vor allem nicht wenn ich einer bereits negativen Konnotation gegenkonditioniere. Aggressionsverhalten ist für mich weder Fehlverhalten noch ein Austesten noch Gehorsamsverweigerung. DANK des Aggressionsverhaltens meines Hundes kann ich sehr genau sehen, wo seine Grenzen liegen und wenn ich die respektiere, kann ich auch sehr gut damit arbeiten.

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    Ich stimme dir zu. Genau darüber trainiere ich auch. Hab ich auch ausführlich hier beschrieben. Aber wenn es doch mal dazu kommt, dass der Hund droht, reagiere ich und ignoriere nicht. Das ist der einzige Unterschied zu dir.


    Ich ignoriere das auch nicht, aber ich bestrafe das Verhalten nicht, sondern passe mein Training an...

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    Aggression eines Hundes mir gegenüber empfinde ich als sehr negativ. Wenn du dich dabei wohlfühlst, dann bitte. :)

    Kommt bei uns nicht vor :ka: Nur weil ich es al normales Verhalten hinnehme, heisst das nicht, dass ich tagtäglich dem ausgesetzt bin.

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    Kannst Du das bitte genauer ausführen, im Moment kann ich mir nicht viel darunter vorstellen! Danke :-)

    Kann ich gern machen, dauert aber etwas :ops:

    Geht's bei euch wirklich nur einen Knochen oder hat Riley auch schonmal was anderes behalten wollen und euch gedroht?