Natürlich kann Krankheit, Schmerz, Unwohlsein das Verhalten beeinflussen. Aber das würde sich auf den kompletten Alltag des Hundes auswirken, nicht nur wenn er gerade einen Knochen besitzt. Auch "schaltet" eine Erkältung nicht das Drohverhalten "aus". Es auf die Krankheit schieben und den Vorfall dann ad acta legen würde ich schon gar nicht. Dass der Hund "nur" auf andere reagiert ist völlig normal, Ressourcenbewachung besteht aus einer Vielzahl von Komponenten, da sollte man sich auch nichts drauf "einbilden" wenn der Hund nicht einen selbst aber alle anderen bedroht. Training beginnt sowieso mit dem Halter und steigert sich dann in der Schwierigkeit, von daher wärst du auch nicht "raus", weil dein Hund sich NICHT von dir sondern deinem Freund bedroht fühlt.
Ressourcenbewachung ist nichts schlimmes. Es ist völlig normales, in der Natur sehr sinnvolles Verhalten. Es wird nur in unserer Gesellschaft gefährlich, wenn der Hund lernt, dass er um Dinge kämpfen und/oder sich verteidigen muss, dass er nicht ernst genommen wird und seine Regeln scheinbar nicht mehr gelten. Wieviel einem Hund an einem Objekt, einer Person, welchem Futter oder einem Ort liegt, entscheidet in der jeweiligen Situation zum Teil dessen Genetik, die die Risikobereitschaft bestimmt, und zum Teil die gemachten Erfahrungen, die den Wert der Ressource festlegen. Von daher kann es durchaus sein, dass ein Hund im Wohnzimmer neben seinem Körbchen einen frischen Knochen stärker oder überhaupt verteidigt, als wenn er im Garten nen alten Apfel findet.