Colin Walsh – Kala
Im November 2003 verschwindet die 15jährige Katherine "Kala" Lanann spurlos aus ihrer kleinen Heimatstadt Kinlough an der irischen Westküste. Ihr Verschwinden reißt ein großes Loch in ihre enge Freundesgruppe. Einst zu sechst, treffen sich in 2018 drei der sich mittlerweile entfremdeten ehemaligen Freunde wieder. Da ist Helen, die für die Heirat ihrer Mutter einige Tage nach Kinlough zurückkehrt, Joe, weltbekannter Musiker, ist in der Festivalwoche für einige Gigs in der Stadt und dann noch Mush, der Kinlough nie verlassen hat und im Café seiner Mutter hilft. Als die drei sich, durch den großen gemeinsamen Verlust verbunden, wieder annähern, werden menschliche Überreste in den nahen Wäldern gefunden. Besonders Helen setzt nun alles daran, herauszufinden was mit Kala wirklich geschehen ist und fängt an, unangenehme Fragen zu stellen...
Das Buch ist aus den Perspektiven der drei Hauptcharaktere erzählt und in den jeweiligen Charakterkapiteln gibt es häufig zwei Zeitleisten, einmal das Jetzt und dann häufig nahtlose Erinnerungen aus 2003. Die Kapitel bauen aufeinander auf, die eigentliche Geschichte im Jetzt umfasst nur 5 Tage, beginnt an einem Freitag und endet mit Dienstag, man ist nah bei den Charakteren, erfährt z. B. etwas aus Joe's Perspektive, der mit Helen unterwegs ist und im nächsten Kapitel erzählt Helen weiter, wie die Dinge sich mit Joe entwickeln. Das alles passiert sehr flüssig und kreiert einen interessanten Spannungsbogen.
Ich fand die Ausarbeitung der Charaktere besonders gut, die sechs Freunde waren glaubhaft, auch die Dynamik in solchen Gruppen in dem Teenageralter, ebenso die unsympathischen Charaktere, ich wusste gleich wen ich nicht mochte
Für Krimi-Leser ist das Buch sicher kein großer neuer Wurf, so ein paar Dinge kann man sich relativ früh schon denken, aber dennoch fragt man sich, wie alles zusammenhängt. Ich fand es sehr spannend und unterhaltsam.
Es gibt einige Content-Warnings für dieses Buch, dessen sollte man sich durchaus bewusst sein. Gerade wenn man mit Tierquälerei (speziell Hunde) ein Problem hat.