Ich kann dir dazu nur ein paar allgemeine Denkanstöße geben, was du vielleicht ändern könntest 
1) Locken vs. belohnen. Ein Hund, der abwartet bei einem Signal, dass er eigentlich kennt, könnte vorher checken, ob du überhaupt eine Belohnung dabei hast. Ebenso könnte es sein, dass das was er sich verdienen könnte, einfach minderwertig für ihn (geworden) ist. Belohnungen, die wir geben sind nicht zwangsläufig auch Belohnungen für den Hund.
2) Signale "durchsetzen" vergiften das Signal an sich. Je öfter man ein Signal durchsetzen muss - also dem ignorierten Signal folgen "blöde" Konsequenzen für den Hund - desto schlechter wird er es befolgen. Dann lieber nicht rufen sondern so hingehen und den Hund abholen.
3) Überleg WANN du rufst. Man will immer unerwünschtes Verhalten mit einem Signal abbrechen. Der Hund ist zB unaufmerksam, man ruft, er guckt, dann das "Komm", er kommt und dann folgt die Belohnung. Auf lange Sicht (oder auch sehr schnell) bildet sich eine Kette, man belohnt den Hund für Unaufmerksamkeit, da der Name und das Komm belohnt wurden. Die Signale an sich haben eine verstärkende Wirkung. "Unaufmerksamkeit" mag noch annehmbar sein, ärgerlicher wird sowas, wenn der Hund anfängt zB zu anderen Hunden zu rennen... Der Hund lernt also, dass er erst unerwünschtes Verhalten zeigen muss, um die "Komm-Verhaltenskette" in Gang zu bringen.
4) Zeitfenster. Wenn du belohnst egal WANN der Hund kommt, hauptsache er kommt überhaupt, kann der Hund anfangen abzuwägen. Da die Belohnung immer gleich bleibt, werden andere Ablenkungen stärker.
5) Belohnung an sich. Kommen auf Ruf ist ein Verhalten, dass den Hund viel "kostet". Er muss sich umorientieren, von zig anderen Ablenkungen abwenden und dann zu dir, im Idealfall, rennen. Das Befolgen des Signals sollte - gerade am Anfang - richtig gut und jedesmal belohnt werden.
6) Der Hund ist in einem Alter, wo seine Umwelt viel, viel stärker auf ihn einwirkt und sein Erkundungsverhalten sich mehr und mehr nach aussen richtet. Anstatt das "Komm"-Signal durch Erfolglosigkeit zu "verbrauchen" lieber - wie du es ja schon machst - Leine dran. Management ist manchmal besser, einfach um Fehler zu vermeiden. Der Hund lernt 24h am Tag - nicht nur wenn wir mit ihm trainieren - jedes nicht befolgte Signal lässt ihn "falsches" Verhalten einüben.