Beiträge von Estandia

    KANN helfen. Muss man aber SEHR geübt drin sein. Ist halt "Training" über Schreck und Angst. Wenn man unangenehme Dinge nutzt, also strafbasiert arbeitet, sollte man bedenken, dass Strafen eigentlich nur maximal 2 Mal eingesetzt werden dürften, sonst ist der Effekt weg und man macht's nur noch schlimmer. Punktgenaues Bestrafen in Laienhänden - halt ich nix von.

    Bei den Problemen des Hundes deiner Mutter würde ein belohnungsbasiertes, kleinschrittiges Training, mMn, besser sein, vor allem auch ein Verständnis schaffen, dass man nicht einfach auf's Knöpfchen drückt und alles ist fein beim Hund...

    Die Zeit, das alles in Bruchteilen von Sekunden zu erkennen, hat man als Autofahrer nicht.


    Das verstehe ich irgendwie nicht. Sehen tut man schon was vor sich geht. Wir nehmen 83% der Informationen aus der Umwelt über die Augen auf, wir verarbeiten visuelle Reize 60.000 Mal schneller als einen Text und dann sagst du, du hättest nicht die Zeit, die beschriebene Situation zu erkennen? Es geht nicht um eine mögliche Interpretation, sondern einfach nur um eine objektive Beobachtung. Ist da Hektik oder keine. Mehr nicht.

    Mich interessiert eure Wohnsituation, euer direktes Umfeld, eure Wege zu Orten/Flächen wo euer Hund sich lösen kann, frei laufen kann, etc. Wie geht ihr mit Einschränkungen um? Wie kompensiert ihr diese?


    Wir wohnen in einer gut bemessenen 2-Zimmer-Wohnung in Berlin, Außenbezirk zwar, aber halt "typisch Stadt". Direktes Umfeld: große Straße mit Tram, zu Stoßzeiten Stau, größere Kreuzungen etwa 20 Min entfernt. Also eher verkehrslastig. Unser Hinterhof ist dagegen ruhig und grün. Stück die Straße hoch oder runter gibts immer mal grüne Fleckchen, 20 Minuten zu Fuß oder 5 Minuten Tramfahrt/Autofahrt um in den nächsten Wald zu kommen.

    Lösen kann sich der Hund hier überall. Ebenso läuft er frei. Richtig spazieren gehen wir nur im Wald bzw. Feldern und Wiesen. Ich nutze offizielle Auslaufgebiete weit weniger als die "normalen" Leinenzwangwälder, einfach weil die näher liegen. Frei laufen tut mein Hund so oder so. Deswegen sind mir "Einschränkungen" nicht so präsent. Ich weiß, dass es Hundeverbotszonen gibt, wenn ich mal so eine finden sollte, hab ich kein Problem damit, nen Bogen drum zu machen. Ich empfinde sowas auch nicht als Gängelei, es gibt mMn genug Alternativen, mit seinem Hund spazieren zu gehen. Kompensieren müssen wir also nix.

    Wir leben hier seit rund 9 Jahren problem- und stressfrei mit Hund.

    Mir eröffnet es sich einfach nicht (gerade bei einem Hund der super hört), was genau es dem Hund bringt freilaufen zu müssen im ort. Dem Hund ist es doch egal ob da ne leine nun herumbaumelt. Gerade wenn er sowieso neben einem hertrottet.


    Ich verbuch das unter "weil ich's kann". Mit zeigen wie cool ich bin hat das bei mir nichts zu tun. Frag mich eher warum das anderen - die in keinster Weise dadurch belästigt werden - ein Dorn im Auge zu sein scheint.

    Wie viel Fläche habt ihr zur Verfügung? Wie viele Zimmer? Wie viele Personen? Wie viele Tiere?

    2 Zimmer (mit Bad und Küche 4), großer Balkon, knapp 60 m². Wohnen tun wir bald zu zweit mit einem Hund. Nächstes Jahr ist eine 3- oder 4-Zimmerwohnung angedacht, irgendwas um die 90 m². Dann auch evtl. mit zwei Hunden.

    Mh..nur mal sone Frage. Wenn ihr eure Hunde in Naturschutzgebieten, Wäldern und Wiesen laufen lasst, tut ihr das nur mit Hunden die zu 100% abrufbar sind?
    Denn auch da gibt es ein Risiko, dass der Hund Wild aufscheucht, das Wild auf eine Straße flüchtet und somit Menschenleben gefährdet oder der Hund im schlimmsten Fall mit auf die Straße rennt.
    100% Sicherheit gibt es nicht. Es kann in unterschiedlichsten Situationen der worst case Fall eintreten.

    Mein Hund ist ganz sicher nicht zu 100% abrufbar. Frage wäre bei uns eher, wovon ich ihn abrufen sollte. Er geht weder Wild nach noch hat er sonstwelches Interesse daran. Er hetzt nicht, er stöbert nicht im Unterholz, er entfernt sich nicht sehr weit von mir. Das macht er von sich aus nicht. Er steht nicht unter irgendwelchen Kommandos, ich muss kein Auge drauf haben, dass er in einem festgelegten Radius verbleibt. Anleinen tu ich nach Tagesform und Gusto. Doch noch nie weil der Hund sich "uneinschätzbar" verhalten hätte.

    Mein Hund läuft fast immer frei. Andere Menschen reagieren zu 95% postitiv. Und die 5% die negativ reagieren, würden so auch reagieren wäre der Hund angeleint.
    Ich hab damit überhaupt kein Problem meinen Hund an verkehrsberuhigten Straßen ohne Leine laufen zu lassen.

    So handhabe ich das auch.

    Das ganz rührt aus einem Gespräch gestern wo eine Dame zu mir meinte ich wäre für meinen Hund ganz unten im Rudel. Ich hatte erzählt, dass sie mich beim tanzen anspringen wollte, daraufhin sagte sie das.

    Hatte sie dann gefragt woher sie meint das zu wissen daraufhin sagte sie, dass der Hund mich maßregeln wollte weil sie nicht will das ich tanze und deswegen stehe ich im Rudel ganz unten. Wenn ich über ihr stehen würde, würde sie dann nicht tun und würde um meine Aufmerksamkeit kämpfen.

    Der erste Teil MAG stimmen. Manche Hunde, die "plötzlich" ihre Besitzer nicht mehr einschätzen können (eben durch unvorhersehbare Bewegungen oder Verhalten), kläffen, rempeln, springen, schnappen, halten sich am Halter fest... Je nachdem wie "extrovertiert" der Hund ist, greift der eben ein, um zu sagen, "hey benehm dich mal wieder normal". Das bekommt man aber über normales Training hin, bei dem der Hund lernt, dass das alles eben völlig normal ist auch wenn es (zuerst) ungewohnt ist.

    Wie schon gesagt, mit dem Rang hat das nichts zu tun. Es wird nur gern als Ausrede/Erklärung genommen, weil man dem Hund Dreistigkeit und Weltherrschaft unterstellt und was weiß ich.

    Der Hund ist allerdings einfach nur überfordert mit der Situation und handelt eben mit den Methoden, die vermeintlich helfen oder bereits geholfen haben.

    Das wiederum finde ich Unsinn. Noch nie jemanden auf Anhieb vertraut? Ich habe da so einige Menschen und Hunde getroffen, bei denen sofort ein "Band" hergestellt war.
    Ob nun in Berlin oder aufm Dorf.

    Das halte ich für Unsinn. VERTRAUEN fusst auf Beziehung und etlichen über einen langen Zeitraum gemachten Erfahrungen. Keine Ahnung was du für ein "Band" meinst. Ich vertraue niemandem auf Anhieb. Ich bin SOZIAL - so wie Hunde es sind - aber das ist fernab von Vertrauen.

    Ich glaub bei deinem Beitrag fehlt beim letzten Absatz das Ende.

    Ansonsten kann ich nicht bestätigen was diese "logischen Erwägungen" angeht. Ich habe kaum jemanden "individueller" und kompetenter erlebt als Mirjam. Dass man nicht alles glauben soll und dass Pauschalisierungen nie gut sind, ist wohl klar - aber das würd ich nun nicht als "ziemlich ziemlich umstritten" bezeichnen.