M. Cordt kommt Ursprünglich aus der Schiene "Verhaltensauffällige Hunde und dem Tierschutz, was man wunderbar an ihrem Buch "Hundereich: Ein Arbeitsbuch zur Integration von Hunden aus dem Tierschutz" sehen kann. UND aus einer Zeit, als es DE bis auf vereinzelte Exemplare (gemessen an heute) eigentlich keine HSH gab. Daraus resultierend beruhen viele ihrer Aussagen auf (aus ihrer Sicht) logischen Überlegungen UND der Betrachtung von verahltensauffälligen oder under anderen, als in DE praktizierten Haltungsbedingungen.
Logische Erwägungen sind da etwa, dass ein HSH immer einen grossen Garten braucht und dass man ihm einen Hügel anlegen soll, weil er dort als Schutzhund einen besseren Überblick hat. Beides stimmt pauschal definitiv nicht. Ob ein HSH einen erhöten Standpunkt will, nutzt oder braucht, ist sogar innerhalb einer bestimmten Rasse ein rein individuelle Merkmal und ein grosser Garten ist absolut nicht nötig, weil bei HSH der Territorialbegriff in einem anderen Kontext steht, als bei anderen, wesenlich bekannteren Rassen. Er ist zwar vorhanden, aber wesetlich stärker ist das ressourcenbezogene Territorialverhalten. HSH spielen kaum bis nicht, sie rennen nicht wie blöd rum (was bei allen Molosserartigen aufgrund der Energieeinsparung eigentlich typisch ist) und sie brauchen auch kein riesen Gebiet zum Kontrollieren. Hält man einen HSH auf kleiner Fläche, wird er weniger kontrollieren, bzw. patroullieren (müssten), weil er so alle einfacher im Blick hat. Erst ein grosses Gebiet verlangt einem HSH überhaupt ab, ständigt herumzulaufen und zu kontrollieren. Folgt man solchen Empfehlungen, dann schafft man überhaupt erst die Umstände um ein bestimmtes Verhalten nicht nur hervorzurufen, sondern es auch (im Rahmen der genetischen Veranlagung) notwendig zu machen.
Ich kann jetzt zig Punkte hier aufführen, wo sich die Ansichten vieler HSH Halter oder Ausbilder für Gebrauchshunde reiben, aber das würde den Rahmen sprengen. Fakt ist, dass auch HSH, wie alle Hunde, auf verschiedene Methoden ansprechen und es absolut möglich ist, ein und das selbe Verhalten mit Fehlinterpretationen zu belegen, da sie durch das Endergebnis "belegt" werden können. Als ich meine ersten Owtscharkas hatte, hat mir ein Freund das Buch "HSH - Hirtenhunde / Herdenschutzhunde. Die verkannten Wesen..." geschenkt und nicht nur ich habe mich teilweise gefragt, von was für Hunden sie da eigentlich spricht. Gewusst habe ich ich es dann, als ich mir die HSH in verschiedenen Ländern unter den jeweiligen Haltungsbedingungen (und den dazu existierenden Meinungen) angeschaut und angehört habe.
Meine Hunde kamen von einem befreundeten weissrussischen Schäfer, der diese Hunde sowohl an der Herde als auch als Familienhunde hielt. Im Laufe der letzten 20 Jahre habe ich mich mit vielen Haltern der verschiedenen HSH in ihren Ursprüngsländern (sowohl beruflich, als auch urlaubstchnisch) ausgetauscht, soll heissen, bin dort hingefahren, bzw. geflogen, habe mir die Tiere und den Umgang mit ihnen vor Ort angeschaut und natürlich sehr viel mit den Haltern/Schäfern und Züchtern gesprochen, so z.B. auch in den USA, wo z.B: Komondorok weltweit größtem Maße gezüchtet und als Arbeitshunde gegen z.B. Coyoten eingesetzt werden. Schaut man sich den Ursprung von Frau Cords Erfahrungen mit HSH an und folgt dem roten Faden ihres Werdegangs, dann ergeben sich automatisch gegensätzliche Ansichten oder Ansichten die man indiduell hinterfragen muss, wenn man aus einer völlig anderen Richtung kommt.
Und ich habe ja nicht geschrieben, dass sie Mist schreibt, sondern im Gegenteil geschrieben, dass es (als Einstieg) nicht schaden kann, aber man nicht blind einfach glauben und umsetzen soll was dort steht, sonndern seinen Hund individuell betrachten muss. Denn GERADE bei HSH kann das, was bei einem klappt, beim andern schon völlig anders aussehen. Vielleicht mal so zum Nachdenken: Bei einem Hund mit will to please Veranlagung (also 95% der Hunde in DE) biete genau diese Veranlagung einen immer gleichen Ansatzpunkt mit dem man arbeiten kann. Zwar kann die Stärke
Ein Hund der diese Veranlagung nicht hat und überdies noch dazu neigt, seine Reaktionen auf die Umwelt, was auch den Halter und dessen Kommandos mit einschließt, individuell zu "überdenken" ist in dieser Hinsicht und vor allem pauschal gesehen, sozusagen unberechenbar. Niemand kann voraussagen, welche Entscheidung der jeweilige Hund in der jeweils speziellen Situation treffen wird, denn die wiederumg ist abhängig vom jeweiligen Charakter des Hundes. WIE er reagieren wird, weiss man nur, wenn man einen so guten "Draht" zu seinem Hund aufbaut, dass man den Charakter des speziellen Hundes kennt und seine Handlungen (und Erziehungsmethoden) individuell darauf anpasst.