Michelle Paver – Thin Air / Schneegrab
"Der Himalaya, 1935: Fünf Engländer brechen von Darjeeling aus auf, um den heiligen Gipfel des dritthöchsten Berges der Welt – Kangchenjunga – zu bezwingen. Je höher sie kommen, desto gespenstischer wird die Atmosphäre. Die Stimmung zwischen den Männern, vor allem zwischen den sehr ungleichen Brüdern Stephen und Kits, droht zu kippen. Immer klarer wird: Der Berg ist nicht ihr einziger Feind. Während der Wind abflaut, wächst das Grauen. Gezeichnet von den Schrecken der extremen Höhe stoßen die Männer auf ein unheimliches Geheimnis aus der Vergangenheit, das nicht im Schnee begraben bleiben will … "
Ordentlicher Horror-Thriller, schönes isoliertes Setting mit wenigen Charakteren und dem fiesen, grusligen Berg. Interessant fand ich vor allem die körperliche Belastung allein durchs Klettern und den schwindenden Sauerstoff aufgrund der steigenden Höhe, tagsüber brennt einem die Sonne die Penaten-Creme vom Gesicht und nachts kann man nicht schlafen, weil Eis-Stürme gegen die Zeltplanen scheppern und ohrenbetäubend Lawinen abgehen. Dazu die mentale Verfassung als Stephen anfängt Dinge zu sehen und eine Präsenz wahrzunehmen. Diese Momente, wenn auch kurz, sind schon ordentlich vom Horror her. Ich mochte das sehr, ebenso das Ende. Die Kapitel sind relativ kurz, aus Stephens Sicht erzählt, ähnlich von Tagebucheinträgen, und super zugänglich. Dadurch empfand ich das Tempo wohl auch schneller als es tatsächlich war.
Zu den Hauptthemen gehören Isolation, Schuld, die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit und das Aufeinandertreffen von Rationalität und Übernatürlichem. Der Roman thematisiert auch die Auswirkungen kolonialer Entdeckungsreisen und die Arroganz westlicher Abenteurer, die sich dem Unbekannten stellen.