Beiträge von Estandia

    Nein, hier wird empfohlen, die Situation zu umgehen.
    Der Hund braucht nicht zu knurren, weil man nicht in den Korb greift, wenn er drin liegt.
    Der Hund lernt dabei gar nichts.

    Der Hund lernt, dass er nicht mehr übergriffig behandelt wird. Er fängt an sich im Körbchen wieder sicher zu fühlen.

    Hunde lernen immer etwas. Nicht nur dann wenn wir mit ihm trainieren.

    Alles klar, vor lauter Respekt lässt man den Hund dann eben in seinem Erbrochenen liegen :muede: Oder betritt die Küche nicht mehr, wenn er gerade frisst. Oder schläft auf dem Sofa, falls der Hund durch Knurren seinen Wunsch nach größerer Individualdistanz im Bett des Halters anzeigt.

    Hast du immer noch nicht verstanden was Respekt bedeutet?
    Mich dünkt du glaubst man kuscht vor dem Hund und muss jede Minute angst ums eigene Wohl haben :???:

    Weiß jemand von euch, was ein Blindenhund so alles kann?

    Konkret: Ich sehe regelmäßig einen Mann und seinen Blindenhund. Die beiden haben immer ein irres Tempo drauf, auch in der sehr belebten Fußgängerzone. Heute warte ich auf die S-Bahn und dieses Turbo-Duo kommt angeflitzt und steuert zielsicher einen der wenigen freien Plätze auf den Wartebänken an.
    Ich konnte absolut nicht erkennen, dass der Hund dahin geführt hat.

    Kann ein Blindenhund so zielstrebig einen freien Sitzplatz auf einem gut gefüllten Bahnsteig ausmachen? :???:

    Ich war einerseits tief beeindruckt und andererseits frage ich mich, ob das tatsächlich der Hund alleine, quasi im Galopp, hinbekommt.

    Vielleicht hat der Mann ja noch einen Rest Sehstärke und kann noch Schemen erkennen.
    Ansonsten kann man einem Hund natürlich beibringen einen leeren Sitzplatz anzuzeigen.

    Das ist dann wieder gefragt, wie gut kann ich mit Menschen umgehen.
    Kann ich dem Halter klarmachen, was schief läuft und bekomme ich ihn dazu etwas zu ändern.

    Ich hatte z.B. kürzlich ein schönes Buch (für Hundetrainer hihi) bei der Hand. Darin stand u.a.
    Der Trainer muss sich immer klarmachen, dass der Halter sein Bestes gibt. Der Halter glaubt fest daran, dass er das Beste tut und bis jetzt gegeben hat.
    Da muss erstmal jegliche Bewertung zurückstehen. Der Halter kommt zu einem Trainer und sucht nach Hilfe. Da muss man feinfühlig vorgehen, kommt der sich bevormundet und abfällig behandelt vor, geht der woanders hin.
    Damit wäre keinem geholfen.

    Haaach ja, die Idee Hundetrainer zu werden hatte ich auch mal :D
    Ich war lange selbständig. Das ist der einer Teil der harten Arbeit. Bin froh, dass das vorbei ist.
    Nebst den Hunden, muss man aber vor allem mit Menschen können. Die Halter sind letztendlich die, die man wirklich trainiert :ugly:

    Ein Strang dieses Threads war, so wie ich ihn gelesen habe,
    die Bedeutung des Wortes "nur" im Sinne von entweder (ab-) wertend oder beschränkend (Er ist nur ein Hund, kein Hellseher...).

    Ein anderer eben die starre Be-/Abwertung nach Spezies "Nur ein Hund" (generell nicht so wichtig wie ein Mensch).


    Dazu fällt mir ein: diese 2 Dinge sind eigentlich eins. Es geht um Diskriminierung. (Kategorisierung hat für mich eine Schubladen-Konnotation :ugly: )
    Hier mal die Eingangserklärung von Wikipedia:

    "Das Wort Diskriminierung stammt von dem aus dem lateinischen Verb discriminare „trennen, absondern, abgrenzen, unterscheiden“ im Spätlateinischen abgeleiteten Verbalsubstantiv discriminatio „Scheidung, Absonderung.“[2] Das Verb diskriminieren wurde im 16. Jahrhundert in der wertneutralen Bedeutung „unterscheiden, sondern, trennen“ ins Deutsche entlehnt und ist dort seit dem 19. Jahrhundert kontinuierlich belegt.[2] Seit dem späten 20. Jahrhundert bedeutet es mit negativer Bewertung „jemanden herabsetzen, benachteiligen, zurücksetzen“, zunächst im Politischen und dann vor allem im sozialen Bereich,[2] während die ältere wertneutrale Bedeutung des Verbs nur noch vereinzelt fachsprachlich erscheint.[3]

    Das Verbalsubstantiv Diskriminierung ist im Deutschen seit dem frühen 20. Jahrhundert in der Bedeutung „Herabsetzung, Benachteiligung, Verunglimpfung“ etabliert, zunächst im Bereich der Wirtschaft (für handelspolitische und wirtschaftliche Diskriminierung) und dann auch für die Diskriminierung gesellschaftlicher Gruppen.[2] In der wertneutralen Bedeutung „Unterscheidung“ ist auch Diskriminierung vereinzelt in fachsprachlichem Gebrauch anzutreffen.[4] "


    Und dann die Frage wieso an ein ggF abgewertetes Lebewesen, so enorme Ansprüche gestellt werden.

    Da, glaube ich, spielen einfach spezifische/persönliche Faktoren mit rein. Wie Raphaela schon schrieb, Erziehung, Kultur ... die eigene Haltung, das eigene Verständnis, Wissen/Nicht-Wissen etc pp.
    Man sieht es hier doch im Thread sehr gut, jeder hat einen anderen Hintergrund. Unsere situativen Entscheidungen und Haltungen basieren auf unseren Erlebnissen.