Beiträge von Estandia

    wenn ich heim komme freut sie sich wie blöd. Ich ignoriere es meistens, weil sie dann extrem gepusht wird wenn ich sie auch noch freudig begrüße. Sie springt dann wie ein Flummi durch die Wohnung und ist dann auch dementsprechend außer Rand und Band, wenn ich mit ihr raus gehe.
    In der Wohnung beschäftige ich sie zwar nicht mit Suchspielen, aber so Sachen wie Platz, Pfote, Nasentouch übe ich mit ihr in der Wohnung mit Bestätigung über Leckerli.

    Versuch mal wenn du (ab jetzt) heimkommst, knie dich hin schau sie aber nicht direkt an, sprich sie ruhig an und streichel sie ein paar mal gaaaaaanz langsam über die Brust. Das schüttet Oxytocin aus und beruhigt etwas. Sie freut wenn du heimkommst, dreht aber hohl, weil es dann rausgeht. Klar springt da ne Sicherung raus :D

    Wenn du sie eh in der Wohnung beschäftigst, nutz die Sachen, die sie kann und verändere sie so, dass sie immer etwas schwerer werden.

    Ich hab einen damals ungefähr zweijährigen Hund aus Ungarn übernommen. Die packen erst nach und nach aus, was sie an Gepräck wirklich dabei haben :D Nach etwa einem halben Jahr hast du dann sehr wahrscheinlich DEN Hund vor dir, der er wirklich ist. Da muss die Beschreibung des THs ganz und gar nicht mehr stimmen.

    Konzentriert euch auf den jungen Hund daheim. Der wird noch Arbeit für 4 machen :ugly: Genießt das und habt Zeit für ihn.
    Für den Zweithund wäre es unfair sie in eine neue und vielleicht überfordernde SItuation zu holen und dann passt es vielleicht wirklich nicht und die Hündin müsste im schlimmsten Fall zurück.

    Das klingt einfach nach der fehlenden Erfahrung an der Leine zu laufen und zudem will der Hund rennen, um sich Stress und Anspannung abzulaufen.

    Wie reagiert sie wenn du heimkommst? Begrüßt sie dich oder scheint es ihr egal zu sein, dass du wieder da bist?

    Hast du Futtersuchspiele in der WOhnung schonmal probiert? Also etwas wo sie sich echt anstrengen muss über einen längeren Zeitraum?

    So wie sich der Hund allgemein anhört, scheint einiges im Argen zu liegen, was das Aufwachsen und die (vorige) Haltung betrifft. Ein zweijähriger Hund kommt ja auch nicht ohne Grund ins TH :( : Ich bezweifele, dass (womögliches folgendes) Training mehr sein kann als "Löcher stopfen". Der Hund scheint Defizite zu haben und wird (meiner Meinung nach) nie wirklich kuriert werden und problemfrei durch die Umwelt gehen können (evtl auch aufgrund der Rassemischungen). Das TH hat Mist gebaut, keine Frage. Wenn es die einzige Möglichkeit ist, sollte Betty dorthin zurück, zumindest kennt sie den Alltag da. Vielleicht kannst du ihnen aber auch anbieten jemanden wirklich Passendes zu suchen, damit Betty nicht nocheinmal diesen Umweg gehen muss.

    Was sagt ihr denn dazu? Mir sind ja beide Punkte, Bindung und interessant für sie sein und, dass sie gut allein bleiben kann, wichtig.


    Ich schreib mal was zur Bindung :D

    Bindung entsteht durch ...

    ... Feinfühligkeit: Bedeutet Einfühlsamkeit bei allen hundlichen Belangen. Also Verstehen was den Hund antreibt, was seine Bedürfnisse und Sorgen sind.

    ... Nähe: Das Bedürfnis ist nicht in jeder Situation und Hund gleich stark. Es hängt vom individuellen Wesen und der Tagesform des Hundes ab. Je schutzbedürftiger der Hund ist, desto ausdrucksstärker ist Bindungsverhalten (hinterherlaufen, weinen und heulen beim Alleinesein, großer Stress bei Heimkehr etc. pp.) Ruhig begrüßen beim Heimkehren und ruhig streicheln, baut Stress ab. Zu Hause kein Absondern des Hundes ermöglichen, also beieinander sein. Angebote des Sozialkontaktes machen (bedeutet nicht zwangsläufig Körperkontakt).

    ... Entwickeln eines achtsamen Miteinanders: Dinge, die der Hund spannend findet, selbst spannend finden. So ist man bei ihm, interessiert sich für das was er macht, hat ein Auge auf die Dinge (so vermeidet man auch Anmeckern a la "Pfui ist das!"). Umwelt anschauen, zusammen schlendern, weiche Bewegungen, anhalten und warten geschieht ruhig, nicht abrupt, alles ohne Leinenruck.

    ... Berührungen, die gut tun: also kein Bedrängen! Es muss aus dem Moment heraus passen und es sollte dem Hund überlassen werden, ob er Kontakt möchte (durch Hand hinhalten). Bei liebevoller Berührung wird Serotonin ausgeschüttet, Oxytocin schafft Bindungssicherheit. Wenn du magst, lass den Hund ins Bett oder auf die Couch (vorausgesetzt er verteidigt nichts davon). Die Nähe zum Menschen ist bindungsfördernd und der Hund fühlt sich wertgeschätzt (nicht „aufgewertet“) und auch Kontaktliegen ist dann möglich. Tabuzonen beachten! Nicht übers Ziel hinausschießen beim Wunsch nach Nähe. Spielen und Fiddeln auseinanderhalten und nicht sofort auf jede „Einladung“ des Hundes eingehen (zu nah, zu dicht, zu viel) – lieber ansprechen und sich fragen „Will der auf dem Rücken liegende Hund gerade wirklich am Bauch gekrault werden?“

    ... Schutz, Geborgenheit und Fürsorge: Sie Sehnsucht nach schützender Bindung ist immer da, nur manchmal (sehr) schwer erkennbar. Das Gefühl der Geborgenheit kann man durch kuschelige Decken vermitteln. Wärme und Schutz kann der Hund in einer sicheren "Höhle" finden. Das Angebot einen solchen Ort aufsuchen zu können sollte immer gegeben sein!

    ... Verlässlichkeit und Beständigkeit: über Rituale schafft man eine Vorhersagbarkeit von Aktionen. Man wird einschätzbar für den Hund.

    ... Achtung, Wertschätzung und Förderung: Auf Persönlichkeit des Hundes achten! Man darf Verhalten doof finden aber nicht den Hund. Er soll an Anforderungen wachsen dürfen und lernt durch die Unterstützung Gefühle selbst zu regulieren. Die Wertschätzung des Hundes ist dann ehrlich gemeint, wenn der Hund nichts dafür vorher erbringen muss. Wenn er also einfach nur weil er da ist gelobt wird :D

    ... achtsame Eingewöhnung in der neuen Familie: wiederkehrende Abläufe schaffen Sicherheit und Gewohnheiten sind etwas Vertrautes. Evtl. ist es ratsam, dass der Hund nicht sofort das ganze Haus zur Verfügung hat, evtl. ist eine konfliktfreie Teilung nötig: separieren hat nichts mit Wegsperren zu tun und später kann man immernoch mehr Raum freigeben. Dann langsames zeigen und lehren der Hausstandsregeln. Zeit zum Verarbeiten geben und Wohlfühlräume schaffen.

    Mach dich nicht verückt. Der Hund wird dir anfangs sicherlich eh überall hin folgen und gucken was du machst. Klar kannst du Leckerchen geben, aber ich würde zumindest am Anfang nichts davon abhängig machen.

    Was kann man tun wenn man theoretisch schon alle vertretbaren Abbruchvarianten ausprobiert hat um ein Verhalten abzubrechen? Vor allem wenn es um Situationen geht die man nicht vorhersehen oder aus denen man den Hund einfach rausnehmen kann (!)

    Was würden den passieren, wenn du ihn in seiner Wut in der Wohnung hochnimmst, in ein anderes Zimmer bringst und die Tür zu machst? (Ist ja auch eine Form von Abbruch)

    Wenn es sich um die gleiche Situation handelt, ist sowas schon ausprobiert worden?!

    Das mit dem knurren und zubeißen betrifft auch die Situation wenn man ihm etwas aus dem Maul nehmen möchte, was er nicht darf.

    Offensichtlich seid ihr dem Hund zu übergriffig und er wehrt sich eben.

    Man fängt an dem Hund kleinschrittig beizubringen, dass eine Annäherung, Anfassen an bestimmten Körperstellen, Fixieren, Kopf berühren, Maul berühren, reinfassen etc. pp. alles ohne Zwang passiert und mit guten Dingen verbunden ist. Da euer Hund schon schlechte Erfahrungen gemacht hat gilt es die grundsätzliche Emotion (Angst) zum Guten zu verändern.

    Ja, es gibt aber auch die Tierschutzhunde, die in Wohnungen totunglücklich sind.

    Natürlich gibt es die :D

    Hab ich selbst genug kennengelernt, denen man keinen Gefallen getan hat mit der Wohnungshaltung.

    Mir ging's nur drum zu sagen, dass das mit TS-Hunden oft ein zweischneidiges Schwert ist. Man kann es vorher nicht wissen, wie die neue Situationen annehmen, selbst wenn sie aus einer Umwelt kommen, die der zukünftigen gleicht.
    Straßenhunde werden oft sporadisch oder sogar regelmäßig gefüttert, die Hunde zeigen zu diesen Zeitpunkten starkes Bindungsverhalten und wenn sie dann wirklich einen neuen Halter bekommen, zeigt sich das mitunter noch extremer. Da ist dann der Halter erstmal wichtiger als das "draussen sein wollen" und zack haben sich die Tierchen an die häusliche Bequemlichkeit gewöhnt xD