Beiträge von Estandia

    Vanessa Bokr ist eine erwachsene Frau und wenn sie etwas zeigt, was so angeblich nicht ist, dann hat sie in meinen Augen erst recht versagt. Sie ist alt genug um Verantwortung zu übernehmen für ihr Handeln.

    Das denke ich auch. Wenn das gefilmte Material ein falsches Bild widerspiegelt, gibt es Mittel und Wege für Richtigstellungen und Erklärungen.

    Ich frage mich was dann der Sinn dahinter ist, wenn das "richtige Training" dann doch so sehr von den inszenierten Videos abweicht/abweichen sollte?! Entweder die Videos SIND das wahrheitsgemäße Aushängeschild oder es ist wie so oft und nur ein weiteres Mal stimmt Theorie und Praxis nicht überein...

    Das Bild, dass mir das öffentliche Material bietet macht mir z. B. aber keine Lust auf mehr. Völlig egal ob das eigentliche Training besser ist.

    Bei uns lebt nun seit letzten Samstag auch eine Rumänin. So richtig geplant war das nicht. Ich bin im Tierheim Montabaur regelmäßig mit Hunden spazieren gegangen und irgendwann hat mich auf dem Weg zum Auto ein Hund angestarrt. Das hat mich einfach neugierig gemacht und ich habe am nächsten Tag gefragt, ob ich mal mit diesem Hund gassi gehen könnte. Nein, das ginge nicht. Kennt keine Leine und hat Schiss, aber ich könnte mich in den Zwinger setzen. Das habe ich dann gemacht. Über 2 Wochen fast jeden Tag so 1-2 Stündchen. Irgendwann hatte ich auch die Leine dran und bin mit ihr auf dem eingezäunten Gelände gelaufen. Das ging dann auch immer besser. Aber so richtig an sie rankommen, ging nicht. Die waren zu dritt im Zwinger und konnten durch die Klappe nach außen auch immer entkommen. Inzwischen hat mein Partner die Lunte gerochen, weil ich jeden Tag dort war und letztendlich sein Einverständnis gegeben. Anfangs war das TH nicht so begeistert, da wir noch keinen eigenen Hund hatten. Aber da das mit dem Leinelaufen immer besser wurde, habe ich das OK bekommen.
    Sie heißt Annie (wir haben den Namen so gelassen, da sie so toll drauf reagiert) und sie war seit Dez '17 im TH. Wir haben sie mittags abgeholt und hier erstmal in den Garten gebracht - das war auch gut so, denn der Aufregungshaufen kam direkt. Drinnen haben wir ihr nur den Wassernapf gezeigt und dann direkt IHR Bett. Hat sie sofort angenommen und ist auch erstmal liegen geblieben. Wir haben uns dann im Wechsel zu ihr auf den Boden gesetzt und sie nur zum Anleinen angefasst. Am Folgetag kam sie dann auf einmal von selbst auf uns zu. Sie lässt sich kraulen und bürsten. Das Anleinen ist ihr noch nicht so geheuer, aber so schlimm gezittert wie beim Anleinen im TH hat sie hier noch gar nicht. Eigentlich wollten wir auch die ersten zwei Wochen nur in den Garten gehen, aber sie machte so einen unausgelasteten Eindruck. Total nervös. Jetzt machen wir es entgegen der Ratschläge in Büchern so, dass wir eine kleine, immer diesselbe Runde durchs Feld gehen und direkt im Anschluss nochmal in den Garten, weil sie sich im Feld noch nicht so "Lösen" kann. Seitdem schläft sie danach für längere Zeit.
    Aber das mit dem "Lösen" ist derzeit noch unser größtes Problem. Das klappt auch im Garten noch nicht regelmäßig. Ich hoffe, dass sich das bald gibt, wenn die Aufregung etwas nachlässt, denn (manchmal nur) einmal am Tag Pippi machen, kann ja auch nicht so gut sein, oder?

    Momentan versuche ich einfach mal meinen Kopf abzuschalten und nicht darüber nachzudenken, wieviel ich schon falsch gemacht habe. :D
    Ich freue mich schon auf den Erfahrungsaustausch mit Euch und natürlich auch über die ein oder anderen Tipps.

    ohhhhh das klingt nach einer schönen Kennenlern-Geschichte :herzen1:
    Find ich toll, wie ihr auf sie eingeht!

    Unser Ungar hat 3 Monate gebraucht, um sich einzuleben und nochmal 3 bis er wirklich der war, der er ist :D

    Mir geht es darum, dass sie sagt, dass Vanessa da neben dem Rotti nicht wirkliche harte Fälle hat. Zb in der großen Gruppe. Man kann doch keine Hunde einschätzen, nur anhand ein paar Videosequenzen.

    Ich habe mich nirgends dazu geäußert, was da gut und schlecht ist. Aber hier kommen mal wieder die großen Experten zusammen, die selbst noch nie Erfahrung mit schwierigen Hunden gemacht haben. Es tut den meisten ganz gut erstmal geerdet zu werden. Ja, mag sein, dass das für den Ottonormalverbraucher zu hardcore ist. Aber das macht es noch lange nicht schlecht.

    Und worauf basiert diese deine Einschätzung?

    Huhu :winken:

    Ich kann dir eigentlich nur raten, das hier

    Ich fühle mich nun ziemlich hilflos. Hund hört nicht, wird teilweise mir überlassen und Probleme werden verschoben statt gelöst.

    erst intern zu lösen. Solange du und eine Freundin nicht an einem Strang zieht, wird und kann es mit dem Hund nicht wirkich besser werden.
    Ansonsten klingen die Probleme mit dem Hund erstmal auch typisch für einen Labrador. Aber da ist eben genau die eine klare (Erziehungs)Linie beider Halter gefragt.

    Doch sind sie - eher sogar überdurchschnittlich.

    So habe ich das auch kennengelernt. Sie sind äußerst sensibel und sehr sozial. Viele der Auffälligkeiten (was den gemeinen HSH so "böse" erscheinen lässt) resultieren direkt aus unsachgemäßer Haltung und Behandlung – eben weil Menschen glauben sie bräuchten durch ihre "Grobschlächtigkeit" einen ebensolchen Umgang.

    Also ich kenne ziemlich viele Hundetrainer, davon viele aus der bösen Canis-Ecke aber ich kenne KEINEN, der positive Bestärkung ablehnt :ka:

    Allerdings sagen fast alle, dass sie alle 4 Quadranten der Konditionierung nutzen möchten und sich nicht von vornherein einschränken möchten

    Das finde ich persönlich besser als das schwammige "kommunizieren statt konditionieren".