Beiträge von woodyfan

    Ich gehe absolut mit dir konform, dass das Leid in der Massentierhaltung unbedingt abgeschafft gehört! Die Lobby der Tierindustrie ist aber fleißig und einflussreich genug, einschneidende Veränderungen erfolgreich zu verhindern.

    Ich möchte nicht missverstanden werden, ich habe nichts gegen eine zeitlich befristeten Aufenthalt von Hunden in Boxen, wenn es um Hundesport, Reisen, Tierarztbesuch etc.geht! Es stinkt mir aber, wenn Hunde systematisch, d.h. täglich und viele Stunden, in Boxen leben müssen.

    Bei den erwähnten Temperaturen ging es mir eher um Hitze im Sommer, da musste ich bereits mehrere Male die Polizei benachrichtigen, weil Hunde bei Bullenhitze im Auto saßen. Kälte ist viel einfacher auszugleichen.

    Das Thema Nutzung von Boxen ist meiner Wahrnehmung nach keine Bagatelle. Speziell hier im Forum wird ständig beschrieben, dass bereits Welpen die Nächte in verschlossenen Boxen verbringen müssen! Boxen als Erziehungsmittel und „sicherer Ort“ für unruhige Hunde ist doch üblich. Inzwischen werden sogar Boxenmöbel für Hunde verkauft….passend zum Interieur. Ein bedenklicher Trend, wie ich finde.

    Nochmal! Es steht ganz klar in der Verordnung drin, auf welche Bereiche sich diese Groessenangaben beziehen. Und nein, eine Wohnung, das Schlafzimmer, das WoZi, ... fallen nicht drunter.

    Ich find das mit dem warten im Auto auch voellig ueberzogen, aber das auf Wohnungen zu uebertragen ist einfach Bloedsinn.

    Ich schrieb ja auch nicht, dass das der Ist-Zustand ist. Sondern darüber, wo ich uns als Gesellschaft mittelfristig sehe, weil die Züge im Bereich Tierschutz immer extremer und realitätsferner werden. Diese Leute aber merkwürdigerweise eine enorme Bühne seitens der Medien bekommen.

    Inwiefern wird der Tierschutz extremer und realitätsferner? Das sehe ich nicht, ganz im Gegenteil. Es ist offenbar geübte Praxis, Hunde stundenlang in Boxen zu sperren, was tierschutzrechtlich untersagt ist. Leider ist die Kontrolle schwierig, und darin liegt der Knackpunkt.

    Bei dem von der TS eingebrachtem Thema hat das Vet.amt möglicherweise überreagiert. Andererseits war der Hund in der Box angeleint, vllt. hat das bei der Einschätzung der Situation eine Rolle gespielt. Gegenbeispiel: der Hund eines Nachbarn sitzt nachweislich 24 Stunden im Zwinger, auch bei Minustemperaturen. Das Vet.Amt hat kontrolliert, und der Besitzer beteuert, dass sein Hund nur stundenweise im Zwinger sei, ansonsten im Wohnzimmer der Familie. Und man glaubte ihm. Nachweise sind schwierig zu führen.

    Insofern würde ich mir wünschen, dass geltende Verordnungen sorgfältiger überprüft und auch geahndet würden. Tierschutz auf dem Papier hilft niemandem. Wobei ich es völlig in Ordnung finde, Hunde kurzzeitig im Auto zu parken, wenn die Temperaturen es erlauben.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Pinscher extrem menschenbezogen sind. Unser Zazi hat vor lauter Kummer im Tierheim das Fressen verweigert, und bei uns hing er wie eine Klette an einer bestimmten Bezugsperson. Das hilft euch jetzt auch nicht weiter, erklärt aber vielleicht die Angst vor dem Alleinbleiben.

    Gebt ihm auch Zeit, sich einzugewöhnen, er ist ja erst wenige Wochen bei euch. Vielleicht schafft er es irgendwann, wenigstens kurze Zeit allein zu bleiben.

    Ich finde es ganz toll, dass ihr Murphy ein Zuhause gegeben habt! :smiling_face_with_heart_eyes:

    Gehst du in einer ruhigen Umgebung mit ihm Gassi? Für meine Tierschutzhunde waren viele Fußgänger, Radfahrer etc. eher stressig.

    Von Hilfsmitteln wie Hundeanhängern würde ich Abstand nehmen, und ihn auch draußen nicht auf den Arm nehmen. Er muss ja lernen, mit den neuen Reizen umzugehen, und du gibst ihm durch deine Präsenz auch schon Sicherheit. Ich würde ihn eng neben mir führen, wenn er unruhig wird, evtl. ruhig stehen bleiben, und mit Futter als Belohnung arbeiten.

    Das wird, alles Gute für euch.

    Ich gehe mit meinem Hund dreimal täglich spazieren, aber er mag es und hat keinen Stress damit. Ich vermute, dass angeregt wird, den Hund weniger Reizen auszusetzen, wenn er damit nicht umgehen kann. Bist du schon mal mit ihm gelaufen? Wie verhält er sich genau?

    Etliche Trainer habt ihr schon durch, aber wir als Außenstehende können nicht beurteilen, woran es letztendlich gescheitert ist. Welche Trainingsansätze wurden vorgeschlagen, was genau wurde umgesetzt? Warum konnten keine Verbesserungen erzielt werden? Hat es an Konsequenz und Durchhaltevermögen gefehlt?

    Ich wäre eher vorsichtig mit weiteren Trainerversuchen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass manche Verhaltensauffälligkeiten nicht behandelt werden können. Mir hat bei meinem ungarischen Angsthund der Trainer letztendlich am meisten geholfen der ganz klar gesagt hat: ich kann hier nichts mehr tun! Der Hund ist panisch in bestimmten Situationen, versucht, diese zu vermeiden. Ansonsten habt ihr alles getan, was nur möglich ist. Nehmt den Hund so an, wie er ist.Mit all seinen Macken.

    Das war der beste Rat, wir haben die Gassirunden stark abgekürzt, ließen den Hund in den Garten, wann immer er wollte. Dort fühlte er sich wohl und war ruhig. Niemals hätten wir ihn abgegeben, aber ganz ehrlich, niemand hätte ihn genommen….blind und hochgradig angstgestört.

    Ich sehe das Ende der Fahnenstange bei euch noch nicht. Die Besitzer müssen aber evtl. Einschnitte hinnehmen, was die Vorstellung von „ihrem“ Hund betrifft. Problemmanagement wäre jetzt meine Priorität, dabei könnte natürlich ein Trainer, der Erfahrung mit diesen Hunden hat, hilfreich sein.

    Kaum eine Orga oder Tierheim wird diesen Hund aufnehmen. Er verursacht immense Kosten, ist nicht mehr vermittelbar, und bereits durch etliche „Trainerhände“ gegangen. Warum sollte sich irgend jemand diesen Stress antun? Wenn überhaupt, dann gegen entsprechende Vergütung, d.h., Deckung aller anfallenden Kosten. Und die sind nicht gering, fragt mal nach den Tagessätzen in eurem hiesigen Tierheim nach.

    Die Frage ist doch, welche Bedingungen, welches Umfeld braucht der Hund, um halbwegs stressfrei leben zu können? Sechs verschiedene Trainer haben mit ihm gearbeitet, wie beurteilen sie den Hund? Was ist für die Halter das größte Problem, und warum glauben sie, dass der Hund in einem anderen Umfeld leichter zu handeln wäre?

    Das, was du lustlos nennst, würde ich als genügsam bezeichnen. Meine Tierschutzhunde waren allesamt zufrieden mit ausgiebigen Hunderunden, viel Schnüffeln, ein einem ruhigen, geregelten Tagesablauf.

    Bei meinem Ersthund habe ich auch etliche Bespassungs-und Auslastungsprogramme eingesetzt, bis ich bemerkt habe, dass ich das hauptsächlich für mich getan habe…wegen einem permanent schlechtem Gewissen dem Hund gegenüber. Auch ich dachte, er sei nicht ausgelastet, was aber faktisch falsch war! Insofern hat mein Hund mir signalisiert, was er braucht und was nicht.