Das mit dem Grasfressen habe ich mir auch schon gedacht, schwanke immer zwischen dem Gedanken an Übersprungsverhalten oder Magenproblemen.
Bei meiner geht das mitunter Hand in Hand. Ist der Magen gereizt, ist der Hund schnell überreizt. Ich kann mit meiner auch nichts gescheit arbeiten, wenn die was mit dem Magen hat, weil mehr wie stupide Gras Fressen, oder Übersprungshandlung kommt dann nicht bei rum.
Meine Trainerin meinte mal zu mir, dass ich das ruhige Ansehen ruhig loben soll, um die Zeitspanne zu vergrößern vor dem potenziellen Lospreschen.
Ist was dran. Das Vorstehen kann man durchaus auch Belohnen. Aber dann lieber noch die Umorientierung mit einbauen.
Nur gab es da ja bis auf Gerüche nichts zum Vorstehen eigentlich
. Und Retriever haben so eine feine Nase. Wenn du das Anzeige Verhalten zu stark auf Wild Gerüche bestätigst, hast du vielleicht irgendwann doch ein Problem, wenn dein Hund das Anzeigen von Geruch als seinen Job versteht auf den Spaziergängen.
Hatte mal einen Vorsteher-Mix, wo das Kind in den Brunnen gefallen war. Der war aufgrund Wild Gerüche ziemlich viel gestresst. Weil der draußen nichts anderes kannte, außer die Nase in den Wind zu halten und nach Wildgeruch zu suchen. Bei dem hab ich das Vorstehen auch belohnt. Lag ihm
und der war eh immer so drüber, dass der sich gar nicht hätte abwenden können und abgeholt werden musste.
Darum ist meine Tendenz möglichst nicht die Reaktion auf Wild Gerüche noch zu verstärken. Die sind einfach überall
.
Ich mag da lieber Abbruch, oder ein "weiter". Die Wild Gerüche sollen möglichst egal werden.
Und wenn es wirklich was zu gucken gibt, dann lieber bei mir im nah Bereich. Kurzes Anzeigen, anschließend zu mir kommen, dann kommt die Leine dran
und wir gehen uns das zusammen ansehen
.
Hast du mal versucht einen Spaziergang zu machen, wo du gar nicht mit deinem Hund sprichst? Ist manchmal sehr erholsam.
Mit der BuS ist zwar die falsche Jahreszeit für, aber vielleicht wäre das für euch mit einer 20m Leine möglich. Weder ständig Warte, noch Loben, noch ständiges Beobachten. Geh einfach deinen Weg und guck, wie gut dein Hund dir folgen wird. Und ob ihr entspannter nach Hause kommt, wie wenn du die ganze Zeit Korrigierst und lobst und in ständiger Verbaler Kommunikation mit deinem Hund bist, inklusive plötzlich hinter Bäumen verschwindest... auch sowas kann einen Hund stressen.
Ich mag auch gerne so Trainings Spaziergänge, aber zwischendurch brauchts auch immer solche Seele Baumeln lassen-Spaziergänge. Damit der Hund nicht in so eine irre Erwartungshaltung beim Spazierengehen kommt. Grad mit dem Will to Please, wenn die alles für uns richtig machen wollen.
Wenn meine Hündin besonders viel und oft "braver Hund" gewesen ist, weil wir viel in der Öffentlichkeit, städtisch Unterwegs waren, besonders dann brauchte die einen Spaziergang, wo wir einfach mal 2 Stunden Wortlos durch den Wald liefen und sie absolut nichts für mich tun sollte. Ob sie dann an der Schlepp lief, oder Offline war Tagesform abhängig.