Beiträge von acidsmile

    Also mein erster Gedanke war: Na,das Geräusch stört und es würde mich total nerven wenn ich z.B. in der Wohnung nebenan einen Hund hätte der wirklich dauerhaft bellt.

    Aber wenn ich dich richtig verstanden habe, geht es dir darum, dass andere meinen deinem Hund ginge es schlecht? Oder hab ich das jetzt falsch verstanden?

    Ja genau. Ich habe mein ganzen Leben um diesen Hund herum Organisiert um ihn niemals unbeaufsichtigt oder alleine lassen zu müssen. Es sind nur diese kurzen Minuten wo es eben nicht anders geht, weil ich Lebensmittel Einkaufen muss, um nicht zu verhungern.
    Hundesitter haben das Handtuch geworfen, weil sie es in einem Zeitraum von ca. 30 Minuten nicht schaffen ihn zu beruhigen. Ist leider eine folge der Demenz.
    Und ich muss mir ständig sowas anhören und mich Rechtfertigen. Aber auch wenn ich es erkläre, es wird weiter beschimpft.



    Diese Gesellschaft hat keinen Platz für "Außenseiter", die sie nicht ettikettieren und medikamentieren kann.



    Dauerbellen, wie Dauerschreien kann schon anstrengend sein.
    Ich nehme an du hast dich bereits in die Lage der Anderen versetzt.

    Es tut mir Leid, dass du und dein Hund ausgegrenzt werden und so üble Erfahrungen machen müsst.

    Eine echte Hilfe kann ich leider nicht sein.

    LG, Friederike


    Danke, genau das hab ich gebraucht =) . Einfach etwas Verständnis. Weil es nicht einfach ist und es leider auch keine einfache Lösung gibt.

    Huhu,

    seit mein Hundeopa nicht mehr alleine bleiben kann und ich ihn zum wohle aller, auch für sein eigenes Wohl, überall mitnehmen muss, bin ich wieder dem ständigem Hass, Druck und Beleidigungen der Gesellschaft ausgesetzt. Weil mein Hund Bellt! Er Bellt einfach nur.
    Das Bellen lässt sich nicht wegtrainieren und selbst wenn er nicht Bellt, dann fiepst er und auch das lässt sich nicht wegtrainieren. Es ist eben seine Verhaltensstörung, entsprungen aus einem Deprivationsschaden. Also nicht trainierbar. Ich nenne es seine "Betriebsgeräusche".

    Ich hab mich daran irgendwie gewöhnt und es schadet niemandem. Er leidet selbst auch nicht darunter. Sogar seine Blutwerte zeigen keine Anzeichen für Chronischen Stress.
    Aber für andere Menschen ist es die größte Tierquälerei der Welt, wenn er für 5 Minuten vor einem Supermarkt kurz warten muss und dort Bellt. Oder aber wenn ich ihn vor der Bäckerei, also noch im Sichtfeld von mir anbinden muss und er dort Bellt (Er ist eben fast Blind und ich verschwinde schon nach 3 Metern aus seinem Blickfeld).
    Er Hechelt auch nicht gestresst dabei und hat kein angespanntes Gesicht. Er Sch**** sich nicht voll, während er so bellend da steht.
    Nu er Bellt eben einfach. Er Bellt einfach so vor sich hin.
    Er Bellt übrigens auch mal vor Freude. Er Bellt und fiept auch wenn jemand anderes auf ihn aufpasst. Er Bellt auch mal wenn ich direkt neben ihm stehe. Er Bellt auch auf Kommando natürlich ;D. Er ist einfach ein sehr Gesprächiger Hund.

    Aber er darf es nicht? Er darf so nicht sein? Er ist falsch so wie er ist, weil er Bellt?
    -Eine Tierschützerin mit Hunde aus der Tötung!!! drohte mir heute damit mich beim Veterinäramt zu melden (Ich bereue es nicht die Polizei gerufen zu haben, wegen Beleidigung und Verleumdung).
    -Mein Hund hat sogar einen eigenen Stalker, auch Hundehalter, der schon mal versucht hat seinen Hund auf meinen zu Hetzen, damit er Ruhe gibt..
    -Andere Menschen wollen ihn Einschläfern lassen, wegen dieser einen Verhaltensstörung.
    -Wieder andere wollen ihn ins Tierheim wegsperren, damit er nicht mehr in deren Umfeld Geräusche produzieren kann.

    Ganz ehrlich. Es zermürbt mich langsam. Was ist so schlimm an einem Hund der eigentlich nur eines tut. Bellen. :ka:

    Mal ganz nebenbei: Was bringt es denn das ganze so extrem voneinander zu trennen und sich in einem Hundeforum darüber zu streiten?
    Ich hab über Isolationshaft und deren Folgen auch mal eine Doku gesehen. Und dort wurde gesagt, das Gehirnareale verkümmern und dauerhaft geschädigt werden dadurch.
    Also ist doch scheiß egal ob die Schädigung im Welpen oder Erwachsenen Alter aufgetreten ist. Hirnschaden ist doch Hirnschaden :ka: .

    Die Definition ist hier doch eh sehr schwammig.
    Für mich kennzeichnet es sich durch eine Kognitive Verhaltensauffälligkeit, von Fähigkeiten die normal als Welpe/Junghund ganz normal erlernt werden würde.

    Ich denke schon das ein Welpe der nur pro forma alle paar Wochen an der Leine um den Block geführt wird Deprivationsschäden entwickeln kann.

    Ein Welpe der an Bäumen, Autos, Fußgängern, was auch immer Schnüffeln und es sich ansehen kann und dafür Zeit bekommt. Klar der bekommt eigentlich ausreichend Reize um sich normal zu entwickeln.
    Die Zeit musste ich meinem Rüden anfangs auch geben. Weil er eben vorher zwar ab und zu nen Baum/Auto, etc. draußen sah, aber sich eben nicht damit auseinander setzen durfte.

    Manche Welpen haben aber diesen eh nicht existenten "Folgetrieb" gar nicht. Wie willst du die an die Umwelt draußen gewöhnen?

    Ein Hund, der die Wohnung kennt, an der Leine an die Umweltreize gewöhnt wurde, der ist doch bitte nicht depriviert. Jetzt fallt ihr ins andere Extrem.
    Ein Hund, der vielleicht von der Mutter und den Geschwistern sogar isoliert wurde und keinerlei Kontakt zu seinen Menschen hatte, außer Futtergeben maybe und auf einem Areal eingesperrt wurde und nur wenig bis keine Umweltreize hat, das ist ein depriviertier Hund. Aber nicht einer, der alles hatte und eine "Einschränkung" an der Leine erfahren hat. Mit wievielen Wochen werden kleine Welpchen beim Züchter denn an FREMDhunde herangeführt? Das macht doch dann eh der neue Besitzer meist, oder nicht?
    Ich kenne keinen Züchter, der mit der ganzen Bagage auf die Hundewiese geht. Wäre unverantwortlich!

    Du siehst das ganze etwas zu eingeengt und denkst jetzt nur an kleine Welpchen, die in einem dunklen Keller offenbar gehalten werden.
    Ich dagegen sprach von meinem voll Erwachsenen Hund der sogar vor 5 Jahren schon im Senior Alter war. Und in diesen ersten 8-9 Jahren vor mir, hat er vielleicht sogar mal den Besitzer gewechselt und alle Jubeljahre auch mal einen Baum gesehen.
    Auch wenn er weder an der Leine laufen beherrschte, als ich ihn zu mir holte und sogar sich im Wind bewegende Grashalme für so Jagens wert hielt, das er nicht mehr ansprechbar war und auch nicht auf Pansenstücke und sonstiges Futter reagieren konnte.
    Er hat kein hochwertiges Leben nach der Welpenzeit gehabt, aber irgendwas haben irgendwelche Menschen die ersten 8-9 Jahre nach der Welpenzeit mit ihm gemacht.

    Von meiner Hündin weiß ich, das sie die ersten 4 Monate nur in einem Stall gehalten wurde und Menschlicher Kontakt nur übers Füttern stattfand. Aber sie war im Gegensatz zu meinem Rüden nicht Depriviert. Sie war zwar ängstlich, aber in der Lage die auf sie einströmenden Reize zu Filtern und zu verarbeiten.
    Meine Hündin konnte sich auch in einem normalen Zeitrahmen an neues gewöhnen. Sie war nicht mit ihrer Umwelt und sich selbst überfordert!

    Mein Rüde dagegen... es hat ca. 2 Jahre gedauert das er sich nicht mehr Bellend im Kreis gedreht hat, wenn ich mir die Schuhe angezogen hab. Und glaub mir, das wurde der nie müde.
    Durch die Demenz ist er leider ab und zu wieder so wie früher, wie in seiner eigenen Welt.

    Spaziergänge nur an der Leine bieten einem Hund auch zu wenig Reize. Mein Rüde wusste mit ca. 8-9 Jahren damals nicht, das er nicht fliegen kann. Und das ein Vogel der 1 km entfernt in der Luft ist, kein Grund ist völlig auszuflippen und da hinter her hetzen zu wollen.
    Auch hat er nie gelernt mit anderen Hunden zu spielen. Selbst meine Hündin hatte es nach einem Jahr aufgegeben ihn zum Spielen aufzufordern.
    Ebenso die normale Kontaktaufnahme zu einem Hund.
    Auch das freie folgen der Bezugsperson. Mein Rüde musste erst lernen, das wir gemeinsam Spazieren gehen und nicht jeder Kopflos macht was er will.

    Das sind eben alles Dinge die Hunde lernen, die ab und zu mal ohne Leine in der freien Natur laufen dürfen.

    Ob sowas gewollt ist, das die Hunde solche Probleme entwickeln... Tja keine Ahnung. Ich denke manche Menschen sind einfach zu doof für die Hundehaltung.

    @Reddy , mir ist aufgefallen, das man im Wald sehr viel weniger hört wie auf freien Flächen. Und selbst wenn man im Wald mal was hört, man sieht überall nur Bäume.
    Ich finde Wald Spaziergänge generell auch viel entspanter.

    Ich pinn mich hier mal fest. Ist sehr interessant von euren Hunden zu lesen. Ich hab mir vor 5 Jahren auch so einen "besonderen" Hund aus dem TH geholt.
    War damals sehr erstaunt das ich da einen ca. 8-9 Jahre alten Hund hatte, der damals noch kein echter Hund war. Der hat alles von der Pike auf lernen müssen, wie ein Welpe. Ich brachte ihm bei auf das Leben zusammen mit Menschen klar zu kommen. Ohne davon dauer gestresst zu sein. Meine Hündin brachte ihm bei was es heißt Hund zu sein und wie sich ein Hund so verhält.

    Mal ein kleines Beispiel von unserem Alltag: Als mein Sohn geboren wurde im Januar, da kam täglich die Nachsorge Hebi vorbei. Mit dieser war ich Hauptsächlich in der Küche, da dort mein Wickeltisch steht.
    Für meinen Rüden ist diese Küche aber kein Aufenthaltsraum wo Frauchen steht und sich mit jemanden Unterhält!
    Nein, die Küche ist das Zimmer, wo es Futter gibt oder wir uns auch zum Gassi fertig machen.
    Also lief mein Rüde bei jedem Besuch der Hebi manchmal eine Stunde am stück fiepend in der Küche hin und her.
    Auch wenn ich am Wickeln war, fiepte er gerne sofort los.
    Jetzt nach über 4 Monaten hat er es endlich begriffen, das die Küche auch Wickelraum und Unterhaltungsraum ist.
    Also eine neue Funktion dazu bekommen hat, die für ihn keine Bedeutung hat.
    So das er nun endlich auch wenn ich am Wickeln bin oder mich dort mit jemanden Unterhalte schaffen kann zur Ruhe zu kommen.

    Wir haben aber jetzt auch mit Demenz zu kämpfen. Hat hier schon jemand Erfahrung mit solch einem Hund im hohen Alter?
    Ich denke aktuell, ich werde dann ein ende setzen, wenn er aus seinen Zwangshandlungen nicht mehr schafft raus zu kommen.
    Oder die anfangen viel zu lange anzuhalten.

    Und Sprüche von anderen musste ich mir bisher nur von Leuten anhören, die meinen Hund nicht lange genug kennen. Die meisten begreifen recht schnell das was mit dem nicht stimmt.
    Das einzige was mich stört. Das die nicht begreifen wollen, das es nur bis zu einem ganz gewissen grad mit Training hinzubekommen ist. Und diese Grenzen des Trainierbaren hab ich mit meinem Rüden schon längst erreicht.
    Um 160 Grad hat er sich mindestens schon geändert und der Rest bleibt eben :).