Beiträge von acidsmile

    :thinking_face: Bedrohen? Siehst du das nicht als Schutz anbieten?
    Hast du schonmal eine Dreier Konstellation von Hunden gesehen, wo 2 ein wenig zu Wild oder auch Grob miteinander sind und dann kommt der dritte daher und schiebt sich Wortlos einfach zwischen die beiden und schon entspannt sich die Situation?
    So wie du deinen Hund hinter dir schickst, bist du auch der erste der den Fremden Hund entsprechen in Empfang nehmen würde und Fortschicken könntest.

    Mit Unsicheren Hunden wird es deutlicher. Die verstecken sich regelrecht hinter den Beinen ihres Halters. Und wenn du darum weißt, dass dein Hund jetzt erwartet, dass du den Fremden Hund abblockst und Fortschickst, bleibt der eigene Hund einfach gechillt hinter dir hocken.

    Auch meine Fiddel Maus hier, bleibt hinter mir hocken und wartet ab, was ich mit dem Fremd Hund so vor habe. Die ist da recht entspannt bei, wenn ein Fremdhund Frontal in uns rein donnert mittlerweile. Weil der Fremdhund als erstes in mein Knie rennt, wenn ich ein ungutes Gefühl hab und den Kontakt nicht erlauben mag.

    Wenn ich das so alles lese, bin ich irgendwie doch ganz Froh, dass ich als Kind nur ne Katze bekam und noch keinen eigenen Hund :see_no_evil_monkey: .
    Bin aber als Teenagerin auch mit unserer Labi Hündin unterwegs gewesen :beaming_face_with_smiling_eyes: . Allerdings erst, als die soweit Erwachsen und klar im Kopf war, das die meine Mutter nicht mehr über die Straßen zog um anderen Hunden mal eben "Hallo" zu sagen :face_with_rolling_eyes: .

    Nach spätestens ca. 15 Minuten suchen ist die Luft komplett raus. Es wird dann zwar noch gesucht, aber nicht wirklich effizient.
    Also nicht 15 Minuten gesamt rum schnüffeln, sondern das ganze Programm was sonst noch dabei ist. Warten, los laufen, suchen, bringen, Belohnung bekommen, wieder warten, dies und das machen an Unterordnung, wieder los laufen und suchen....

    Auch Unterordnung würde ich auf ca. 15 Minuten schätzen. Danach fängt es an, mit schief sitzen, Signale auflösen, um sich rum schnüffeln, ...

    Wenn Tiny in der Stadt dabei ist, leg ich sie in Geschäften ja immer gerne kurz ab, dass sie nicht dieses hin und her am Regal mitmachen braucht. Ich würd das auch auf ca. 15 Minuten mit Zuverlässigkeit schätzen. Danach fängt es an, dass sie ablenkbar wird und zunehmend Nervöser wirkt.
    Also wo sie sich bei der ersten Ablage dann gechillt mit dem Kopf auf den Pfoten hinlegt, ist es nach der 4. Ablage bei einem Regal dann allmählich, mit um sich rum schnüffeln, oder sogar aufstehen verbunden.

    Wir machen das auch separat zum Apportieren. Beim Apportieren reicht mir mittlerweile das reindötschen in die hingehaltene Hand. Und wenn ich da nicht Flott bin, dann landet der Dummy eben auf dem Boden.
    Das Halten und nicht los lassen, mit Abgabe üben wir eher so im Alltag, wenn es sich ergibt.
    Bsp. Wir warten auf den Bus und haben grad sonst nicht zu tun.
    Oder beim fangen spielen mit meinem Kind. Tiny hat gerne was im Maul, wenn wir quatsch machen und rennen. Da bekommt sie dann was leichteres, wie einen Welpen oder Junior Dummy in die Schnute und kann damit beim Fangen spielen mit rennen.
    Und derzeit ist es seeehr beliebt, wenn ich beim Heimkommen die Dummys in der Hand halte im Treppenhaus. Da nimmt Tiny gerne selbst einen und trägt ihn dann die Treppen hoch, bis rein in die Wohnung.
    Aber wir haben auch keine Ambitionen für Working Tests und das darf auch alles ohne Style bei uns sein xD .

    Ich persönlich würde mich dann wohl darum kümmern, dass der Hund regelmäßig von anderen Leuten Gassi geführt wird und dann eben ganz klar nicht im Dienst ist, sondern Hundedinge machen kann.

    Ja, alles was an Kommunikation zwischen den Hunden stattfindet, kann durch den Blinden eben gar nicht beurteilt werden.
    Also es ist wirklich ne Enorme Wesensleistung und Arbeitsleistung von den Hunden.
    Und der Blinde muss sich auf den Hund und auf andere Menschen um sich rum irgendwie verlassen.
    Nuja, wie gut die Einschätzung vieler Menschen gegenüber ihrer Hunde ist, liest man im DF ja auch öfter.
    Ob der Blindenhund den ich kenne, in jüngeren Jahren auch durch andere Menschen Gassi geführt wurde, weiß ich nicht. Aktuell ist der Hund in einem Alter, da trottet der neben seinem Blinden Halter her und kann an der Flexi selbstständig Wiesen betreten um sich zu Lösen.
    Der Hund kam aber auch fertig Ausgebildet zu ihm und die Ausbildung als Mensch-Hund Team dauerte dann auch nochmal 1 ganzes Jahr für die 2.

    Vielleicht habe ich eine sehr romantisierte Vorstellung vom Blindenhundeleben, aber ich dachte dass diese Hunde nicht immer im Dienst sind.

    Doch, die sind immer im Dienst. Der Blinde ist immer Blind, selbst wenn er den Hund nur vor die Tür an der Flexi führt.
    Wir kennen hier jemanden. Der Hund ist immer 100% Blindenhund. Der Halter hat 0 Möglichkeiten auf den Hund einzuwirken.
    Der kann seinen Hund abrufen und dann fühlt der vor sich in der Luft herum, wo der Hund grad steht.
    Der hat einfach 0 Möglichkeiten seinen Hund bei irgendwas zu unterstützen. Also ist der Hund immer im Dienst. Der Hund muss immer 100% zuverlässig sein.

    Stell dir z.B folgende Situation vor. Der Blinde den wir kennen, der geht für Löse Runden auch mal nur mit der Flexi los vor die Tür. Wenn da jetzt ein Fremder freilaufender Hund zu ihm hingeht, jetzt stell dir vor die Hunde fangen an den Blinden Halter zu umkreisen. Der Blindenhund wickelt dann fröhlich seinen Menschen mit der Leine ein. Und der Halter hat durch die Blindheit natürlich nicht mal Möglichkeiten sich im Tempo der Hunde dann irgendwie vorausschauend mit zu drehen oder zu reagieren. Der kriegt lediglich durch das was er an der leine fühlt eine Ahnung, wo sich sein Hund gerade befindet und wo er hin will.
    Also der Hund muss selbst, wenn er nur an einer normalen leine geführt wird, immer ne Gewisse Arbeitsleistung bringen. Der muss immer Wissen, wo er zu stehen hat bei seinem Menschen. In welchem Tempo er sich mit seinem Menschen bewegen darf.

    Und so weiter.
    Wie viel die Hunde permanent leisten müssen, merkt man spätestens dann, wenn man mit dem Blinden und seinem Blindenhund auf der Wiese steht und der lässt seinen Hund von der Leine.
    Der hat 0 Einfluss Möglichkeiten. Das sowas Funktioniert muss alles vom Hund aus gehen.

    Allein wie Tiny gestern mit deiner kleinen Labi Hündin auf dem Boden gekugelt ist, da hätte ich mir die kleine am liebsten gleich eingepackt :smiling_face_with_hearts: .
    Das ist etwas, was ich als Mensch so nie ersetzen kann.
    Aber Tiny hat ja nach wie vor auch ihre Phasen und ihren Sturkopf, wo wir uns noch auf einen Nenner bringen müssen. Dazu gibt es Lebenspläne die nächsten 2 bis 3 Jahre, die gegen einen Zweithund sprechen. Leider :( : .

    Wir hatten heute eine tolle Begegnung. Eine ganz süße kleine Labi Hündin. Und die war noch so süß Welpig, wie Tiny in dem Alter. Und da die noch so ein kleines Hundekind war, gab es absolut keine Stutenbissigkeit unter den beiden Hündinnen wegen Tiny's Duft. Nur süßes Labi gepurzel auf der Wiese. Hach, war das schön für meine kleine mal wieder eine Begegnung, so ganz frei ohne die Allüren aus der Erwachsenen Hundewelt :smiling_face_with_hearts: .