Beiträge von Brazzi

    So seh ich das auch.
    Und ich sehe es auch als wenig gehaltvoll an hier Millans Bücher mit seiner Praxis zu vergleichen - denn zwischen dem, was er theoretisch von sich gibt, und dem, was er praktisch tut liegen für mich Welten.
    Das was in seinen Büchern steht und auch das, was er häufig in den Hundeflüstererfolgen sagt bevor er mit den Hunden selber arbeitet, hat in meinen Augen nämlich durchaus Hand und Fuß.
    Nur, was er dann im Anschluss macht, ist meiner Meinung nach fast immer entweder ein unnötig zwanghafter/strafender Ansatz, überhaupt nicht maßvoll und/oder sogar dem widersprechend, was er zuvor erklärt hat. Und jemand, der sich so verhält ist nunmal in meinen Augen nicht seriös, egal wie viel er an Wissen auf dem Kasten hat.
    Von daher wird es mich nicht weiter von CM handeln überzeugen, wenn ich hier stimmiges aus seinen Büchern lese - eher im Gegenteil. Es macht mir sein Handeln eigentlich nur noch unverständlicher...

    Bei der Felsenbirne im Garten meines Vater ist Erntezeit... das ruft u. a. die Rigeltauben auf den Plan...

    Externer Inhalt img163.imageshack.us
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt img525.imageshack.us
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt img818.imageshack.us
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt img651.imageshack.us
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Ungeahnte Akrobatikkünste... :lol:

    Externer Inhalt img825.imageshack.us
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt img88.imageshack.us
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt img507.imageshack.us
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt img407.imageshack.us
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Externer Inhalt img836.imageshack.us
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Zu Kommunikation:
    Also auf das erste kann ich für mich ganz definitiv antworten:
    Ja, sie können, wenn sie es gelernt haben.
    Skadi z.B. fängt an mit dem Schwanz zu wedeln, wenn ich sie anlächle während sie neben mir liegt. Je nach dem, wie gerade die Situation ist, streckt sie sich dann genüsslich und seufzt, rückt näher und versucht mir ein Küsschen zu geben oder fordert mich zum Spielen auf.

    Zum zweiten:
    Auch hier würde ich vermuten, dass es funktioniert, habe das meinste aber selber noch nicht ausprobiert. Was allerdings nach meinen Erfahrungen je nach Hund recht gut funktioniert, ist das Kommunizieren über Blick abwenden/bzw. über drohenden Seitenblick. Letzterer wirkt oft wahre Wunder im Zusammenhang mit einem "Nein" bezüglich aufdringlicher Zuneigungsbekundungen.

    Zitat


    Für mich sehen die erwähnten Beißattacken nicht alle Angstmotiviert aus. Ein Hund der gelernt hat sich mit Beißen durchzusetzten maßregelt seine Menschen und das draf nicht sein.

    Aber, wie ich schon erläutert habe, mit ein bisschen deckeln wird sich das verhalten des Hundes nicht langfristig ändern.
    Das ist wie bei einer Krankheit: Nur weil du das Fieber (Symptom) behandelst, geht die Lungenetzündung (Ursache) nicht weg. Aber du wägst dich durch das ausbleiben des Fiebers in falscher Sicherheit und die Krankheit schädigt deinen Körper weiter - eventuell sogar schlimmer als vorher.

    Zitat

    Wie derjenige dann dagegen vorgeht sei jedem Hundehalter selbst überlassen. :gut:

    Es ist zwar jedem selbst überlassen, aber:
    a) muss ich den gewählten Weg deswegen nicht gutheißen und
    b) hilft diese vorgehen eben nicht langfristig sondern maximal oberflächlich. Ich bezweifle sogar, dass sich dieser Hund den eigentlichen Besitzern hinterher auch nur einen Deut besser gegenüber verhalten hat. Somit ist es eben keine Lösung des Problems.

    Zitat

    Wahrscheinlich ist die Wurzel allen Übels die Einschaltquote: Es werden wesentlich mehr Leute zuschauen, wenn ein kleiner knurrender und beißender Filzball in CMs Hand hängt.

    Hier hast du ein wahres Wort gelassen ausgeprochen. Gutes Training ist unspektakulär und absolut nicht Medienwirksam. Das will keiner sehen, weil es (zumindest im Training selbst) völlig ruhige Hunde zeigen würde, die unter niedrigem Reizeinfluss und unter möglichst geringem Stress arbeiten.


    Zitat

    Das kann und darf selbstverständlich keine Entschuldigung für CMs Methoden sein.
    Ich verstehe die Diskrepanz zwischen dem was CM die HH am Anfang des Falles lehrt und dem was er praktiziert noch nicht endgültig...

    Genau das ist es, was mir auch immer wieder auffällt. Er schätzt die Hunde oft wirklich gut und richtig ein, reist die richtigen Lösungsansätze an und greift dann meist doch wieder auf unpassende oder unmäßige Methoden zurück.

    Zitat

    Was mich nur interessieren würde ist ob diese Methode denn wirklich bei einem Hund, der so ein festgefahrenes Agressionsverhalten an den Tag legt wirklich funktioniert? Es kommt ja auch immer darauf an welche Persönlichkeit der Hund hat und er wie in welchen Verhaltenmusters gefestigt ist.. :???:

    Das funktioniert definitiv.
    Als Beispiel:
    Ich habe gerade eine Hund (Aussie) frisch übernommen, der sich in seiner Familie ziemlich ähnlich verhalten hat (also vermeintlich dominant).
    Er wurde von Anfang an nicht souverän genug behandelt, irgendwann aus Zeitmangel nicht (mehr) ausgelastet und traktierte besonders die Kinder in Folge mit ziemlich herrischem Verhalten: Das Sofa war seins, Spielzeug und Essen ließ er sich nicht oder nur unter massiver Gegenwehr abnehmen, er schnappte maßregelnd nach den Kindern.
    Auf Spaziergängen fraß er Kippen, suchte fast zwanghaft Essbares, jagte er zum Teil Jogger oder Radfahrer, attakierte ihm unheimliche Walker. Zudem war er eben völlig überdreht, fordernd und respektlos Menschen gegenüber zog wie ein Ochse an der Leine - Stadtspaziergänge waren laut Besitzer nicht möglich, da der Hund sich völlig gestresst zeigte.
    Der Hund ist übrigens 8 Jahre alt und war vom Welpenalter an beim Erstbesitzer - man kann also durchaus von "verfestigten Verhaltensweisen" sprechen,

    Wie dem auch sei - ich hatte wirklich erwartet einen völlig frei drehenden Hund zu bekommen - aber nur ein Bruchteil der Verhaltensauffälligkeiten überlebten überhaupt die ersten drei Tage bei mir. Einige hab ich noch nicht mal im Ansatz zu sehen bekommen.
    Einfach, weil ich ihn von Anfang an...
    a) konsequent behandelt hab
    b) mich ihm allein durch selbstbewusstes (nicht gewalttätiges aber durchaus auch körperliches) Auftreten und das durchsetzen klarer Regeln als "alleiniger Kompetenzinhaber" (und hier bin ich in der Tat voll bei Cesar Millan) präsentiert hab
    c) seine Bedürfnisse befriedigt habe - und zwar nicht nur die basalen wie satt, sauber, warm - sondern auch seine geistigen und körperlichen
    d) meine Ersthündin im Hintergrund hatte, die im ebenso ganz deutlich klar gemacht hat, das er erstmal keinerlei Zuständigkeitsbereiche und Pflichten hat.

    Er zeigte sich anfänglich als situativ dominant bei Ressourcen (Futter, erhöhte Liegeplätze) und unsicher (und dort erst auch agressiv als Reaktion) bei Berührungen an einigen Stellen seines Körpers.
    Das Kommando "runter" und "nein" wurde neu und positiv aufgebaut - er fliegt mir förmlich strahlend entgegen, wenn ich in vom Sofa schicke, seinen Körper darf ich durch vertrauensbildendes Training inzwischen überall berührend, auch Zecken ziehen, die tief in der Haut sitzen (dabei hatt er wohl schonmal den TA gebissen, wie ich im Nachhinein erfahren hab) und Futter kann ich mir inzwischen meist ertauschen.
    Das wichtigste ist aber wirklich, dass der Hund einem vertraut - im Sinne von "die will mir nichts böses" genaus so wie im Sinne "die kann das (egal was) bestimmt viel besser regeln als ich". Würde ich das nicht ausstrahlen, wäre er sicher nicht in knappen 3 Monaten von vielfältig auffälligen "Problemhund" zum absolut unproblematischen "Ich-komm-überall-mit-hin-und bin glücklich-Hund" geworden.


    Marika:
    Ich überlegs mir :mg:

    In dieser Situation würde ich den Haltern klar machen, dass allein ein anderes Verhalten im Alltag mit dem Hund (souveräne Führung im Sinne von klaren Regeln, ruhiger Konsequenz, Verständnis für und Befriedigung der Bedürfnisse des Hundes) eine nachhaltige Besserung seines Verhaltens nach sich ziehen kann.
    Ferner würde ich (wie schon erwähnt) kleinschrittig Gegenkonditionieren und Desensibilsieren. Sowas braucht aber eben viel Zeit für's Training (und die hat man - Haare schneiden ist nun nichts, was irgendwie besonders schädlich ist, wenn es für einige Monate nicht geschieht), Ruhe, Geduld und Einfühlungsvermögen und ist nicht mal eben mit einem Besuch eines sogenannten Hundeflüsterers getan.

    Zitat


    :lachtot: :lachtot: :lachtot: Entschuldigung da muss ich mal lachen!

    Wo wird der Hund denn bitte gequält. Er hat Angst und knurrt die Tochter an, die in streichelt? Klar hat er Angst, um sein Futter. Das ist ja wohl reinstes Ressourcen verteidigen....
    Der Hund hat bis jetzt scheinbar IMMER entkommen können, da er gelernt hat, mit Aggressionen weiter zu kommen und sich somit Freiraum verschaffen zu können.
    Haareschneiden tut bei Hunden weh? Das ist mir neu. Mich würde mal interessieren was für Methoden du denn angewandt hättest um einen solchen Hund, der in meinen Augen sehr wohl ein Problemhund ist, da er deutliche Aggressivität zeigt, du welchen Grund motiviert iat da vollkommen egal, zu bändigen???

    Das, was das Tier gegenüber seinen Rudelmitgliedern tut, ist mit Sicherheit nicht nur Angst - da geb ich dir Recht. Aber mit Unsicherheit hat letzendlich auch das "dominante" Verhalten wie wegknurren, Privilegien einfordern und Ungehormsam zu tun. Der kleine Kerl reißt Kompetenzbereiche an sich, die definitiv nicht seine sein sollten, weil er sich, weil ihm seine Halter nicht im mindesten signalisieren, dass sie eine souveräne Führung bieten können (das sagt, wenn ich mich richtig erinnere Cesar übrigens anfangs auch deutlich). Und genau eine solche souveräne Führung brauchen gerade unsichere Hunde und solche, die zum kontrollieren neigen, weil sie sich sonst "gezwungen sehen" Führungsrollen zu übernehmen, die sie dann maßlos überfordern.
    Hier wäre angesagt das Verhalten der Besitzer zu verändern, so dass sie dem Hund die benötigte Sicherheit bieten können und dieser sich "entspannt zurück lehnen" und ihnen die Führung über lassen kann (und will).
    Vor dem Grooming (und mit Sicherheit auch vorm Kontrollverlust) hat er allerdings definitiv panische Angst und dreht völlig frei. Auch hier wäre sicher viel damit gewonnen, wenn der Hund eine Besitzerin hätte, die ihm Sicherheit und Souveränität vermitteln würde - aber trotzdem ist in einem solchen Fall der in meinen Augen einzig richtige Weg, das groomen völlig neu zu konditionieren und/oder in kleinen Schritten desensibilisierend einzuwirken.
    Was wäre denn, wenn es nun ein Hund wäre, der bei Angst nicht "nach vorn" regelt, sondern defensiv zittern in sich zusammen sackt? Wär es da in deinen Augen in Ordnung ihn das groomen aufzuzwingen, auch wenn er vor Angst schon unter sich pinkelt?
    Es gibt eben solche und solche Typen - die einen sind offensiver Natur - die gehen bei Angst präventiv in den Angriff und defensive Typen, die ziehen sich "in sich" zurück. Aber auch wenn ein Hund als Reaktion auf seine Angst eine Aggression zeigt (weil er nach seinem/seiner Wesen/Sozailisation her eben gar nicht anders kann) hat er es doch trotzdem verdient, dass ihm seine Ängste genommen werden und er nicht einfach nur mit Gewalt gezwungen wird diese zu ertragen.... :/

    Zitat

    Und ich muss einfach sagen, dass ich vor jedem den Hut ziehe, der gemeinsam mit seinem Hund versucht Lösungen für vorhandene Probleme zu finden, um die Lebensqualität aller Beteiligten zu verbessern. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und irgendwo muss man halt beginnen - auch wenn diese ersten Versuche von langjährigen Hundehaltern milde belächelt werden. Ich finde aber nicht, dass das irgend jemanden in die Position versetzt, so radikal über die Zukunft eines Mensch-Hund-Teams zu urteilen.

    Da geb ich dir uneingeschränkt recht Frank. Es geht (mir persönlich) auch nicht unbedingt darum, dass den Haltern der Hund jetzt nachträglich "ausgeredet wird", sonder eher darum, dass sie vernünftige Hilfe erhalten. Solche kompetente Hilfe besteht aber auch darin, klar machen, dass, wenn es nicht massive Änderungen auf Seiten der Halter gibt, es für beide Parteien auf Dauer besser ist den Hund in passendere Hände abzugeben.
    Das kann (und sollte) man ganz sachlich und freundlich tun, aber es muss in meinen Augen in einem solchen Fall wirklich über dieses Thema geredet werden. Und genau das ist, zumindest im dem Onlinebericht, den ich gesehen habe, nicht mal im Ansatz von der Trainerin angesprochen worden.

    Zitat

    Und dass sie der Hundetrainerin Glauben schenken: Nunja, was sollen sie auch sonst tun. Sie holen einen vermeintlichen Profi zu Hilfe und natürlich vertrauen Sie auch auf das, was dieser sagt. Hier geht es ja auch nicht um eine Sache, die sofort über gesunden Menschenverstand zu erklären ist, sondern um etwas, dessen Beurteilung schon etwas mehr Hundeverstand erfordert.

    Da seh ich überhaupt das Problem der ganzen Hundeprofis, die wie Unkraut aus dem Boden zu schießen scheinen. Unerfahrene HH können einen kompetenten (und ich rede jetzt nicht von den Methoden an sich, das ist in der Tat "Geschmacks- und Typsache" solange es nicht um brechen der Hunde oder ausschließlich angewendeten Starkzwang geht).
    Nur - solche "Werbefilme" verschlimmern die Sache. Denn der unbedarfte Mensch sagt sich: Toll, die hat das hingekriegt - die nehmen wir jetzt auch. Das die Erfolge, die gezeigt wurden aber- gerade in dem Rahmen (Zeit, Umstände), in dem sie gezeigt wurden - nicht von dauerhaftem Nutzen sind, sondern das Problem auf Dauer vielleicht sogar noch verschlimmern, das können sie nicht wissen. Woher auch?
    Und genau das finde ich nicht richtig.
    Klar von RTL brauch ich nichts hochwertiges erwarten.
    Aber ich kann es doch trotzdem unmöglich finden, dass die Welt einmal mehr verdummt wurde. Ich kann es trotzdem schade finden, dass es nun möglicherweise einige Hunde geben wird, die von ihren Herrchen/Frauchen bei Fehlverhalten fixiert, angerempelt und "Zwangsangestarrt" werden, dass es eventuell Hund geben wird, die sich sowas nicht gefallen lassen und sich mal wehren, dass es Hunde geben wird, die dann als verhaltensauffällig im Tierheim landen und kaum noch Vermittlungschacen haben. Oder dass es Hunde geben wird, die Zeit ihres Lebens völlig unausgelastet und fehlbehandelt im Dauerstess leben müssen?
    Natürlich gibt es solche Hunde auch ohne die zweifelhaften Fernsehauftritte von selbsternannten Hundeflüserern. Aber diese geben denen, die aus Unwissenheit Fehler machen, noch die trügerische Sicherheit sich auf dem richtigen Weg zu befinden oder behindern hilfebedürftige Hundehalter darin wirklich kompetente Hilfe zu finden.