Also ich ziehe den Hut vor der Entscheidung den Hund abzugeben - und zwar zeitig. Denn es kann auch anders laufen, wie ich vor kurzem leider feststellen musste.
Ich habe vor eine halben Jahr eine Hund (Aussie) übernommen, der 3-4 Jahre auslastungstechnisch auf Grund familiärem Zuwachs völlig zu kurz kam und die letzten 2 Jahre lang tagsüber quasi dauerhaft im Keller leben musste - weil er, ihr ahnt es, nach einem Kind der Familie geschnappt hatte.
Die Familie liebt(e) den Hund so sehr (und das glaube ich), hatte so sehr Angst ihn in die falschen Hände abzugeben, dass sie lieber das hier so viel gepriesene "Management" betrieb.
Das hieß: Hund von den Kindern konsequent separieren, wenn man nicht 100% darauf achten konnte. Also wanderte der Hund immer häufiger, zuletzt eigentlich immer wenn die Kinder im Haus waren (da es sich zum Teil Kleinkinder handelte also quasi immer bis auf Abends) in den Keller, oder er wurde im Garten angebunden. :/
Auf der einen Seite verständlich, auf der anderen Seite eine Tortur für den Hund.
Er kam völlig unterbemuskelt und verhaltensauffällig zu mir, fraß z.B. um Aufmerksamkeit zu bekommen Zigarettenkippen, bellte beim kleinsten Anflug von Frust, zog wie ein Ochse an der Leine. Noch heute geht er von sich aus sofort in den Keller, wenn wir bei meinem Vater zu Besuch sind - alte Angewohnheit wohl, denn dort musste er bei mir nicht einmal hin....
Vor diesem Hintergrund finde ich also, ihr habt im Sinne des Hundes (und natürlich im Sinne von euch) absolut richtig gehandelt.
Allerdings solltet ihr euch wirklich gut überlegen, ob ihr euch in näherer Zukunft wieder einen Hund ins Haus holt (wenn ich das im anderen Thread richtig gelesen habe wollt ihr das ja?).
Denn wie dort schon von vielen beschrieben gibt DEN kinderfreundlichen Hund nicht.
Und wie ihr an eigenem Leib habt erfahren müssen, kann man wirklich nicht immer überall zugleich sein (ich freue mich zu lesen, dass es anscheinend so viele Leute gibt, die es können. Aber ich und viele Leute (eigentlich alle), die ich kenne, können das nicht...) und unvorhergesehenes kann immer passieren.
Lasst euch also wirklich durch den Kopf gehen, ob und wie ihr Probleme, die mit einem anderen, vermeintlich kinderfreundlicheren Hund eventuell auftreten managen und letztendlich lösen könnt.
Denn sonst muss es ein weitere Hund ausbaden, und das fände ich persönlich wirklich nicht fair...