Sorry, das wird leider länger....tja... wie fang ich an.....
Skadi ist eigentlich ein echter Genießer und auch eher ein "Mäkelkopp" - sprich: sie lässt sich viel Zeit beim Fressen (insbesondere wenn es sich um Dinge wie Trockenpansen oder Rinderkopfhaut handelt) und frisst auch nicht unbedingt alles.
Sie lässt sich super von auf der Straße gefundenen "Leckereien" abrufen und lässt selbige sogar sofort fallen, wenn sie sie schon im Maul hat - eigentlich könnte somit das Thema "Fressen" für mich sehr entspannend sein.
Leider verändert sich ihr Verhalten sofort extrem, wenn andere Tiere anwesend sind.
Wenn sie etwas zu fressen hat (und sei es auch nur ein kleines Leckerliefitzel) und ein anderer Hund (oder auch Katze) nähert sich, "friert sie sofort ein" und droht dem anderen mit Blicken und Zähne fletschen. Weicht dieser Hund dann nicht umgehend aus, kann es sein, dass sie sich auf ihn stürzt und regelrecht verprügelt.
Grade bei anderen Hündinnen ist das meist leider kein einfaches, drohendes zur Seite schnappen, sondern deutlich extremer.
Besonders schwierig ist es auf Spaziergängen mit mehreren Hunden. Letzens ist irgendjemandem unbemerkt ein Leckerlie aus der Tasche gefallen (dass man Skadi keine Leckerlie geben darf hat GsD inzwischen jeder kapiert) - Skadi quasi direkt vor die Nase. Unglücklicherweise lief gleichzeitig eine andere Hündin genau neben ihr, und zack - hatte die einen sitzen. Der arme Hund wusste noch nicht einmal um was es ging.
Zeitweilig hat sie nicht einmal richtig gedroht, bevor sie explodiert ist. Speziell dieses Verhalten hatte allerdings ich in Schuld, da ich Idiot ihr zeitweilig "verboten habe" zu knurren, in dem Irrglauben, ich könnte sie so davon abhalten loszuschießen.... :datz: .
Inzwischen droht sie wieder ordentlich, doch ab und an kommt es immer noch vor, dass sie einfach zur Seite schnappt.
Überhaupt maßregelt sie andere Hunde generell in meinen Augen oftmals ziemlich übertrieben heftig.
Nicht falsch verstehen, ich finde nicht schlimm, dass sie maßregelt, oder wann sie maßregelt, sondern wie. In diesen Situationen hat sie dann zwar per Blick und mit gerunzelten Lefzen gedroht (mehrfach beobachtet), aber das scheinen die meisten Hunde nicht wahrzunehmen oder zu verstehen...und danach kommt dann kein einfaches warnendes Schnappen, sondern gleich die volle Dröhnung in Form von nach vorne schnellen, mehrfach Schnappen und Unterwerfung einfordern. Gibt der andere Hund dann aber paroli (oder unterwirft sich nicht aktiv), kann es zu regelrechten Raufereien kommen.
Leider hat sie bei solchen Aktionen schon drei mal einen anderen Hund leicht verletzt - zwar jeweils nur eine kleine Macke am Ohr, aber trotzdem nicht schön.
Es ist jetzt längere Zeit nichts passiert, da ich (versuche) sie zu 100 % im Blick zu haben und sie sofort zu mir rufe, wenn ich beispielsweise sehe, dass sie die Nase auf irgendetwas senkt und sich ein anderer Hund nähert. Trotzdem empfinde ich ihr Verhalten als sehr anstrengend und belastend.
Menschen gegenüber zeigt sie dieses Verhalte nicht.
Sie lässt sich wiederstandslos alles wegnehmen. Das haben wir über "Tauschgeschäfte" in der Welpenzeit geübt.
Auch von Personen anderen (bekannten - mit Fremden hab ich das noch nicht ausprobiert) lässt sie sich Futter abnehmen - mit einer Einschränkung:
Einen Kumpel von mir findet sie generell total gruselig. Als der letztens an sie rangetreten ist um sie zu streicheln als sie einen Knochen hatte (war zwar gut gemeint von ihm, er meinte, dann würde sie das beruhigende und angenehme Kauen mit ihm verbinden, was aber natürlich völlig nach hintenlosgegangen ist), ist sie knurrend aufgestanden und ist zurückgewichen.
Das allerdings halte ich für ein gänzlich anderes Verhalten, da es ja in eine deutlich defensivere Richtung geht.
Diesen extremen Futterneid anderen Tieren gegenüber hatte sie, wenn ich im nachhinein zurück denke, schon immer.
Selbst als Welpe hat sie unsere Katzen von ihrem Napf weggeknurrt (nicht dass die Katzen besonders aufdringlich gewesen wären).Das habe ich damals immer zugelassen, weil ich dachte, das sei ja auch ihr gutes Recht.
Skadi bekommt zwei Malzeiten am Tag, einmal Frisches nach dem Morgenspaziergang, und abends stelle ich eine Portion TroFu hin. Diese bleibt allerdings oft bis in die Nacht oder gar bis zum nächsten Morgen unangetastet.
Weglassen möchte ich sie jedoch nicht, da Skadi einen Magen hat, der zum Übersäuern neigt. Wenn sie sich Nachts nicht bedienen kann, erbricht sie morgens Magenflüssigkeit.
Andere Resourcen verwalte eigentlich ich, was allerdings nicht heißt, dass nicht ab und an ein Spielzeug oder ein Kauknochen in der Gegend rumliegt.
Nebenbei gesagt, habe ich persönlich überhaupt kein Problem mit Skadi, und der Futterneid ist unsere einzige "Baustelle".
Sie gehorcht super, lässt sich aus jeder Situation zuverlässig abrufen (übrigens auch aus einer solchen Futterneidsexplosionsattakt) und orientiert sich blendend an mir. Insgesamt scheint mir unsere Bindung optimal zu sein.
Sie zieht oder pöbelt nicht an der Leine und kommt grundsätzlich mit Hunden beiderlei Geschlechts gut aus.
Ich habe sie weitestgehend ohne Zwang erzogen, will heißen: Ich fahre meinen Hund im schlimmsten Falls (und nur selten) scharf oder laut an, oder schränke in ihn mit Bodyblocks ein, wobei letzteres eigentlich nur zum Abgewöhnen des Anspringens nötig war. Außerdem korrigiere ich mit einem positiv aufgebautem "Nein".
Genrell ist sie ein eher unsicherer Hund, der diese Unsicherheit kleineren oder vor ihr deutlich unterwürfig autretenden Hunden gegenüber allerdings gerne mit pseudodominantem Auftreten überspielt.
Ich schreibe hier bewusst "pseudodominant", weil ich meine, dass ein wirklich dominanter Hund eben aus sich heraus dominat ist, und nicht auf Machogehabe oder Ausfälligkeiten zurückgreifen muß. Er tritt souverän auf und bekommt Respekt, ohne groß etwas durchsetzen zu müssen.
Skadi hingegen fordert von anderen Hunden Respekt, ohne selber Respekt auszustrahlen... also der klassische Möchtegern-Alpha.
Während Läufigkeit und Scheinträchtigkeit verstärkt sich ihr Verhalten massiv. Dies ist einer von mehreren Gründen dafür, dass sich sie gerne kastrieren lassen möchte - eigentlich schon diesem Monat, aber Madam beliebte nach nur knapp 5 Monaten schon wieder läufig zu werden :| ...
Ich würde nun gerne einige Dinge wissen:
Ersteinmal: Woher kommt ein solch starker Futterneid?
Ich weiß, dass es bei Hunden, die aus einem großen Wurf stammen, und die somit von Anfang an um ihren Platz an der Milchbar kämpfen mussten, häufig zu Futterneid kommen kann. Aber Skadi kommt aus einem kleinen Wurf (drei Welpen), da wird's wohl nicht viel zu kämpfen gegeben haben...
Die Welpen hatten (nach Angaben der Besitzer) jeder seinen eigenen Napf bei der Fütterung, also kann es eigentlich auch da zu keinem Neid gekommen sein.
Ist sowas eventuell genetisch angelegt?
Und die zweite, viel wichtigere Frage:
Was kann ich jetzt noch tun, außer extrem gut auf meinen Hund zu achten?
Schwierig daran ist besonders, dass es wirklich selten vorkommt und sie sich ansonsten so unkompliziert verhält, dass ich irgendwann dann doch mal unaufmerksam bin.... :/
Danke schonmal für eure Tipps, Ratschläge, Erfahrungsberichte und eventuell auch aufmunternde Worte....